12. Mai 2022 / 13:59 Uhr

Erst der Held, dann der "Depp"? Nix da, Philip Dunkley darf das Pokalfinale buchen

Erst der Held, dann der "Depp"? Nix da, Philip Dunkley darf das Pokalfinale buchen

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Philip Dunkley trifft für den SC Auetal. Wenn nichts dazwischen kommt, vielleicht auch im Kreispokalfinale. © Uwe Kläfker
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Torjäger des SC Auetal darf trotz Gelb/Roter Karte im Endspiel mitmachen. Möglich ist das, weil dazu in der Auschreibung nichts steht.

LANDKREIS. Philip Dunkley hat den SC Auetal am Dienstagabend durch ein Freistoß-Tor zum 3:2 gegen den SV Victoria Lauenau ins Kreispokalfinale geschossen. Die Auetaler Fans jubelten ausgiebig, aber nur zwei Minuten später gab es die kalte Dusche: Der Torschütze wurde von Schiedsrichter Alexander-Maximilian Nenz zum zweiten Mal in diesem Halbfinale verwarnt und musste mit der sogenannten Ampelkarte (Gelb/Rot) den Platz verlassen.

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Aber der Pokalheld und mit 13 Punktspieltoren beste Torschütze darf am Pfingstsamstag in Obernkirchen mitmischen. Wie kann das sein? Folgt nach Platzverweisen nicht immer eine Sperre? Die Ausschreibung des Fußballkreises bringt da keine Klarheit, zumindest nicht auf den ersten Blick.

Unter Punkt 8.2 steht: Erhält ein Spieler in einem Punktspiel die Matchstrafe (Gelb-Rote Karte), so ist er für das nächste Spiel im gleichen Wettbewerb gesperrt. „Das gilt im Pokal nicht“, sagt der Spielausschussvorsitzende Frank Fahlbusch, für den der Fall klar ist: „Da steht nicht drin, dass die Karten für den Pokal gelten. Man muss Ausschreibung und Spielordnung total wörtlich nehmen.“

Das ist nicht wie in der Bundesliga

Wendet man also das Ausschlussverfahren an, wird es klar: Gelb-Rote Karten im Kreispokal sind tatsächlich nur eine Matchstrafe, eine Sperre ist nicht vorgesehen. Sieht ein Spieler dagegen die Rote Karte, liegt der Fall anders. „Eine Rote Karte zieht immer eine Sperre nach sich und gilt für alle Wettbewerbe. Das ist nicht wie in der Bundesliga, wo jeder Wettbewerb für sich zählt“, stellt der Niedernwöhrener klar.

So wie im Fall von Alexander Wellschmidt, der sich im Viertelfinale seines FC Hevesen beim FC Stadthagen einen Platzverweis auf Dauer einhandelte, die zweiwöchige Sperre in den Punktspielen absaß und im Halbfinale beim TSV Krankenhagen wieder mitwirken durfte.

Die automatischen Sperren gelten nur in der Kreisliga und der 1. Kreisklasse

„Die automatischen Sperren gelten nur in der Kreisliga und der 1. Kreisklasse. Im Pokal spielen aber auch Mannschaften aus den unteren Spielklassen mit“, erklärt Fahlbusch. Ab der 2. Kreisklasse müssen Fußballer weder nach Gelb/Rot noch nach der fünften Gelben Karte automatisch für ein Spiel pausieren.


„Die kennen das nicht. Man müsste sie reinnehmen oder rauslassen“, sagt Fahlbusch. Letzteres sei landesweit so entschieden worden. Das sei auch der Grund, warum die Ausschreibung nicht eindeutig auf die Regelung im Pokal hinweist.

„Man könnte das ändern, dann unterscheiden wir uns aber von den anderen Kreisen. Seitens der Verbandsebene wurde Wert darauf gelegt, dass die Formulierung überall gleich ist - gerade, weil es so kompliziert ist“, erklärt der Funktionär, sieht aber keine Notwendigkeit für eine Änderung. „Es ist nicht unbedingt erforderlich. Man kann bei uns im Spielausschuss aber auch immer nachfragen, dafür sind wir da.“

Wir freuen uns auf ein spannendes Endspiel

Marcel Diedler aus der Spartenleitung des SC Auetal ist erleichtert, sagt aber: „Man muss über das Wort Punktspiel stolpern, um es zu verstehen und richtig zu deuten. Die Ausschreibung könnte da deutlicher sein. Aber am Ende des Tages ist Philip für das Endspiel frei und das ist für uns das Wesentliche. Wir freuen uns auf ein spannendes Endspiel gegen den FC Hevesen.“

Für den Sieger gibt es dann eine Sektdusche, aber bis dahin sollten die Spieler Rote Karten tunlichst vermeiden.