30. März 2021 / 15:19 Uhr

Erst drei Spiele: „Kein Hahn kräht danach, wenn wir in der Bezirksliga abbrechen“

Erst drei Spiele: „Kein Hahn kräht danach, wenn wir in der Bezirksliga abbrechen“

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
Im Mai hatten sich die Arminen einen Spaß mit Einkaufswagen auf dem Sportplatz zum Abstandhalten gemacht. Jetzt wären sie froh, wenn sie zusammen wieder auf den Platz dürften.
Im Mai hatten sich die Arminen einen Spaß mit Einkaufswagen auf dem Sportplatz zum Abstandhalten gemacht. Jetzt wären sie froh, wenn sie zusammen wieder auf den Platz dürften.
Anzeige

Kehrtwende beim Niedersächsischen Fußballverband: Vor kurzem hat er die Saison noch verlängert, nun soll sie angesichts der steigenden Infektionszahlen annulliert werden. „Eine gute Entscheidung“, betont Vöhrums Trainer Nils Könnecker.

Anzeige

Gewiss ist derzeit nur die Ungewissheit. Denn wann die Peiner Fußballer die Bälle wieder aus dem Schrank holen dürfen, kann keiner vorhersagen. „Dabei sehnen die Jungs das Fußballspielen herbei“, betont Vöhrums Coach Nils Könnecker. Aktuell jedoch ist das Mannschaftstraining ob der hohen Infektionszahlen nicht erlaubt – und weil keine Besserung in Sicht ist, möchte der Niedersächsische Fußballverband (NFV) am 31. März die Saison 2020/21 beenden und anullieren. Entsprechend müssen sich die Bezirksliga-Kicker des TSV Arminia auch weiterhin allein oder zu zweit mit Ausdauer-, Mobilitäts- und Stabilisations-Einheiten fit halten. Auf Dauer mache das den Spielern zwar keinen allzu großen Spaß, „aber da müssen sie durch, schließlich spielen sie nicht in einer Hobbyliga“, sagt der 38-Jährige, der die Entscheidung des NFV begrüßt. Warum er für eine Annullierung plädiert, erläutert der Arminen-Coach im Gespräch mit der PAZ.

Anzeige

Die aktuelle Situation: „Wir sind seit Anfang Februar in der Vorbereitung. Damit die Jungs einigermaßen in Schuss bleiben, erhalten sie von mir jedes Wochenende für die darauffolgende Woche zwei Trainingsaufgaben. Unter anderem gehören dazu Laufeinheiten mit ein bisschen Seilspringen, wobei die Zahl der Kilometer variiert. Aber auch Fahrrad fahren und Kräftigungsübungen habe ich mit ins Programm genommen. Zu viel machen möchte ich aber nicht, in der vergangenen Woche war zum Beispiel nur eine Einheit geplant. Letztlich hangeln wir uns so durch, um konditionell einigermaßen auf der Höhe zu sein, wenn es wieder losgeht. Und die Spieler machen das gut, das sehe ich an den Zeiten, die sie in die Whats-App-Gruppe stellen. Viel lieber jedoch würden sie gegen die Kugel treten, da sie ja keine Leichtathleten sind. Aber die Situation ist nun mal so wie sie ist – und wenn die Jungs Bezirksliga spielen wollen, muss ich das von ihnen verlangen können. Denn wenn es wieder auf den Platz geht, haben wir vielleicht keine Zeit, uns mit der Grundlagenausdauer zu beschäftigen.“

Mehr vom Peiner Fußball

Ist der Saisonabbruch sinnvoll? „Da wir erst drei Spiele absolviert haben, kräht kein Hahn danach, wenn die Serie annulliert wird. Ich rede aber ausschließlich von der Bezirksliga, in der wir spielen. In der Kreisliga dagegen sieht das ein bisschen anders aus, weil dort schon mehr Spiele stattgefunden haben. Oberg zum Beispiel hat bislang alles gewonnen – und diese Leistung kann man nicht einfach wegstreichen. In der vergangenen Saison waren wir in einer vergleichbaren Situation. In der Bezirksliga allerdings ist die Entscheidung des NFV absolut nachvollziehbar. Denn dadurch haben wir als Trainer nicht mehr den Druck und die mühselige Aufgabe, die Mannschaft einigermaßen fit zu halten. Zudem weiß ich gar nicht, wie das angesichts der unterschiedlichen Infektionszahlen in den Landkreisen überhaupt hätte funktionieren sollen. Einige Teams dürfen trainieren, andere wiederum nicht. Aus sportlicher Sicht wären die Voraussetzungen also völlig unterschiedlich gewesen. Deshalb hätte eigentlich auch keiner sagen können, in drei oder vier Wochen starten wir wieder den Wettbewerb, denn gleichberechtigt wäre der in der Bezirksliga auf gar keinen Fall gewesen. Am Ende hätte eine Mannschaft sechs Spiele, die andere vierzehn absolviert – und dann wieder die Quotientenregel zu nehmen, wäre alles andere als vernünftig und fair gewesen.“

Die persönliche Zukunft: „Ich habe meinen Vertrag verlängert, und auch bei den Spielern habe ich schon nachgefragt: Nahezu alle bleiben für die neue Saison. Ohnehin wüsste ich auch nicht, warum einem Spieler jetzt einfallen sollte, den Verein zu wechseln, schließlich haben wir nur drei Spiele bestritten – das Gleiche gilt für mich auch. Außerdem macht mir die Arbeit hier richtig Spaß, so dass es für mich ganz viel Sinn macht, in Vöhrum Trainer zu bleiben.“

Zu- und Abgänge: „Die gibt es nicht. Wozu auch? Ich muss da nicht eine hohe Fluktuation hineinbringen, da die Jungs schließlich alle kicken wollen – und ich habe schon einen Riesenkader.“

Von Peter Konrad