30. Juni 2020 / 17:38 Uhr

Erst fehlen 0,01 Punkte zum Aufstieg, dann meldet sich der Fußball-Gott in Dannenbüttel

Erst fehlen 0,01 Punkte zum Aufstieg, dann meldet sich der Fußball-Gott in Dannenbüttel

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Am Ende wurde alles gut: Zunächst schien der SV Dannenbüttel wegen eines Rückstands von 0,01 Punkten den Aufstieg zu verpassen, jetzt führt der Weg von Trainer Denis Mora und seinen Jungs doch noch in die 1. Kreisklasse. Das Bild entstand übrigens vor der Corona-Pause.
Am Ende wurde alles gut: Zunächst schien der SV Dannenbüttel wegen eines Rückstands von 0,01 Punkten den Aufstieg zu verpassen, jetzt führt der Weg von Trainer Denis Mora und seinen Jungs doch noch in die 1. Kreisklasse. Das Bild entstand übrigens vor der Corona-Pause. © Privat
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Der SV Dannenbüttel ist wieder zurück in der 1. Kreisklasse. Was sich wie ein gewöhnlicher Aufstieg eines Dorfklubs anhört, ist bei genauem Hinsehen aber viel mehr. Denn vor wenigen Jahren bekam das Team noch den Titel der „schlechtesten Amateurmannschaft der Republik“ verliehen. Nun gab’s den zweiten Aufstieg in Folge. Auch, weil der Fußball-Gott dem SVD am Ende zur Seite stand.

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Auch ganz unten tapfer

Rückblick: 10:1 gegen den Wesendorfer SC II, danach ein 3:2 beim VfL Wittingen II – die Welt ist Anfang Juni 2015 noch in Ordnung beim SV Dannenbüttel. Doch was da noch keiner wusste: Es waren für rund zwei Jahre die letzten erfolgreichen Punktspiele für den SVD. Was folgte: Abstieg aus der 1. Kreisklasse Gifhorn 2, Abstieg aus der 2. Kreisklasse 2. Das Fußball-Magazin 11 Freunde verlieh dem Team daraufhin mit einem großen Augenzwinkern den Titel der „schlechtesten Amateurmannschaft der Republik“. Der SVD war in der 3. Kreisklasse angekommen. Ganz unten. Aber der Verein zerfiel nicht, er machte tapfer weiter.

Weil die Jugend nachrückte – und seit 2019 geht’s nun auch in Sachen Ligen wieder bergauf. „Wir haben hier einen tollen Zusammenhalt“, sagt Noah Giesecke, einer dieser jungen Kicker aus der neuen SVD-Generation, der nach einem kurzen Intermezzo in Osloß im Winter zurückkehrte. An Meister SC Weyhausen führte am Saisonende zwar kein Weg vorbei, aber mit elf Punkten Vorsprung war Dannenbüttel Betonzweiter – ein direkter Aufstiegsplatz in die 2. Kreisklasse der Lohn.

Auf Aufstiegscoach Joachim Hoffmann folgte Denis Mora – und mit ihm nun in 2020 der nächste Sprung nach oben. Als Tabellendritter. Aber alles andere als unverdient. „In der Abschlusstabelle haben uns nach der Quotientenregelung gegenüber der SV Meinersen II 0,01 Punkte gefehlt“, so Mora. „Direkte Duelle mit Meinersen hat es leider nicht gegeben.“ Meinersen II durfte damit als Zweiter neben Tabellenführer Weyhausen am Samstag jubeln, als der Saisonabbruch beschlossen war.

Sassenburg-Pokal: SV Dannenbüttel - TuS Neudorf-Platendorf II

Sassenburg-Pokal: SV Dannenbüttel - TuS Neudorf-Platendorf II Zur Galerie
Sassenburg-Pokal: SV Dannenbüttel - TuS Neudorf-Platendorf II © Torben Niehs

Dannenbüttel, das sich in der Winterpause unter anderem mit Tim Brechbühler vom SSV Kästorf verstärkt hatte, konnte wie alle anderen Teams in der 2. Kreisklasse im Jahr 2020 bisher kein Punktspiel bestreiten (die Winterpause wurde direkt von der Coronapause abgelöst), schien einer der Verlierer des Saison-Abbruchs zu sein.
Doch dann meldete der MTV Gamsen II sein Team nicht zur neuen Saison, die FSV Adenbüttel/Rethen II geht zudem freiwillig in die 3. Kreisklasse runter. Gifhorns Spielausschuss-Vorsitzender Timo Teichert: „In der 1. Kreisklasse 2 ist ein Platz frei, um die Staffel-Sollgröße zu erreichen.“ Laut Spielausschreibung wird dieser an den Gewinner einer Relegation vergeben. Allerdings: Da wegen Corona keine Relegationsspiele stattfinden dürfen, steigen nach dem Verbandsbeschluss von Samstag alle Teams auf Relegationsplätzen direkt auf. Also auch Dannenbüttel als Dritter. Der Fußball-Gott hatte ein Einsehen, sorgte für ein Happy End. Mora: „Wir hätten uns gewünscht, dass die Saison fortgesetzt wird, hätten das gern sportlich geregelt. Zumal wir uns im Winter ja gut verstärkt hatten.“ Doch auch so ist für Dannenbüttels Trainer klar: „Wir müssen uns für den Aufstieg nicht schämen.“

Macht auch keiner beim SVD – und das junge Team (Mora: „Unser Durchschnittsalter liegt irgendwo zwischen 21 und 22 Jahren“), freut sich darauf, wenn der Ball endlich wieder rollen darf. Dann wieder in der 1. Kreisklasse.

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Traum: Rang sieben toppen

Giesecke hat auch schon ein Ziel. „Dannenbüttels beste Platzierung der vergangenen Jahre war Rang sieben in der 1. Kreisklasse im Jahr 2010. Wäre toll, wenn wir das toppen könnten.“ Doch selbst wenn nicht: Aus der „schlechtesten Amateurmannschaft der Republik“ ist längst wieder ein erfolgreicher Dorfklub geworden.