07. November 2019 / 14:11 Uhr

Erst Kreuzbandriss, dann Pfeiffersches Drüsenfieber: Dieser Stürmer feiert jetzt ein Traum-Comeback

Erst Kreuzbandriss, dann Pfeiffersches Drüsenfieber: Dieser Stürmer feiert jetzt ein Traum-Comeback

Malte Schönfeld
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Gleich wieder zur Stelle: Kästorfs Stürmer Peer Brendler (l.). © Sebastian Preuss
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Der SSV Kästorf und seine Kreuzbandrisse: Mit Marcel Kröger, Juri Neumann und Adrian Zeqiri fallen gleich drei offensive Spieler mit der schwerwiegenden Knieverletzung aus. Dasselbe Schicksal ereilte in der vergangenen Spielzeit Peer Brendler. Nun hat sich der Mittelstürmer aber wieder zurückgekämpft, absolvierte seine ersten Partien in der neuen Landesliga-Saison - und die Bilanz kann sich sehen lassen.

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Für die Heimspiele reiste er extra an

Seit seinem Comeback Ende September hat Brendler schon viermal getroffen und seinen SSV damit ganz nebenbei in Schlagdistanz zu Primus SVG Göttingen geballert. Stichwort Göttingen: An den 12. August 2018 und das Spiel beim SC Göttingen 05, dem anderen Klub aus der Universitätsstadt, erinnert sich Brendler noch gut. Denn nach elf Minuten war erstmal Schluss. Für lange Zeit. Die Diagnose: Kreuzbandriss. Kleiner Trost: Über den Zeitpunkt konnte Brendler nicht meckern, der junge Student aus Hannover hatte Semesterferien und damit genug Freiräume, um sich um seinen Körper zu kümmern. Bald stellten sich auch erste Fortschritte ein. "Man darf sich aber nicht zu viel zumuten, und das ist fast das Schwierigste, weil man schon immer den nächsten Step machen will", sagt Brendler rückblickend. Für die Kästorfer Heimspiele reiste er dann häufig extra an. "Man fiebert mit der Mannschaft mit, aber man kann ja nicht eingreifen, wenn's grad mal nicht läuft. Das ist halt doof", schildert der 22-Jährige.

Drei Minuten bis zum ersten Tor

Nach fast zwölf Monaten Pause stieg Kästorfs Stürmer dann in dieser Sommervorbereitung wieder ins Training ein - und prompt setzte ihn das Pfeiffersche Drüsenfieber für weitere vier Woche außer Gefecht. "Man fängt dann quasi nochmal bei Null", sagt Brendler, der dann im zweiten Anlauf aber sein Comeback vorbereitete. Zuerst gab's Kurzeinsätze in der Kreisliga-Reserve. Nach der ersten Einwechslung dauerte es nur drei Minuten - und Brendler trug sich in die Torschützenliste ein. Gab's da gar keine Bedenken, dass das Knie nochmal nachgeben könnte? "Am Anfang schon", gesteht er, "aber wenn dann der erste Zweikampf kommt und man umgesägt wird, weiß man, dass das Band hält. Ab dem Zeitpunkt kann man sich wieder voll auf das Spiel und weniger auf sich konzentrieren."

Erster Startelf-Einsatz nach mehr als 14 Monaten

Damit war auch für Landesliga-Coach Georgios Palanis klar, dass er wieder voll und ganz auf Brendler bauen kann. Am 29. September durfte der Stürmer im Derby gegen den SV Reislingen/Neuhaus wieder Landesliga-Luft schnuppern, im nächsten Nachbarschaftsduell mit dem MTV Isenbüttel folgte direkt der Doppelpack. Und auch gegen Eintracht Braunschweig II - seinem ersten Startelf-Einsatz seit mehr als 14 Monaten - steuerte Brendler zwei Tore zum 4:2-Erfolg bei. "Es ist wirklich ein Megagefühl, wieder dabei zu sein. Ich würde sogar sagen, dass ich mich besser fühle als vor der Verletzung. Wenn man so lange darauf hingearbeitet hat, wieder spielen zu dürfen, ist man vielleicht noch motivierter. Allgemein läuft es bei uns megagut. Da, wo wir jetzt stehen, auf Platz zwei, sind wir gut aufgehoben", freut's den Vier-Tore-Mann.

Traumhafte Englische Woche

Nach dem 1:0-Sieg im Top-Spiel bei der SVG Göttingen vergangene Woche konnte man die tolle Stimmung besonders gut erahnen, 15 Mann verbrachten noch den Abend in einer Shisha-Bar zusammen. "Die Englische Woche mit den drei Siegen war ziemlich wichtig, nicht nur für die Tabelle, sondern auch für das Selbstvertrauen", meint Brendler. Kästorf hat sich damit in die komfortable Ausgangslage gebracht, zumindest bis zur Winterpause um die Spitze mitreden zu dürfen. Vor gut drei Wochen sah das mit über zehn Punkten Rückstand auf die SVG noch nicht so aus. Brendler: "Es wäre eine Megasache, wenn wir es schaffen könnten, über den Winter der Spitzenreiter zu sein." Er könnte ein guter Talisman dafür sein, denn, so Brendler lachend: "Seit meinem Comeback habe ich noch kein Spiel verloren." Das soll auch am Sonntag so bleiben, dann ist um 14 Uhr der Tabellenvierte SV Lengede in Kästorf zu Gast.

So tippt Peer Brendler den Landesliga-Spieltag:

TSV Landolfshausen/Seulingen - SC Hainberg 3:1. Ich denke, das Spiel wird Landolfshausen für sich entscheiden.

BSC Acosta - SSV Vorsfelde 0:2. Vorsfelde fand ich gegen uns stärker als Acosta, deswegen wird der SSV siegen.

Vahdet Braunschweig - SVG Göttingen 0:0. Das wird ein interessantes Spiel: Optimal für uns wäre es, wenn sie sich die Punkte gegenseitig wegnehmen würden.

SSV Kästorf - SV Lengede 2:0. Die Null muss bei uns endlich wieder stehen.

Anmerkung: Die Partie des SV Reislingen/Neuhaus gegen Vahdet Salzgitter wurde verlegt, die Duelle zwischen TuSpo Petershütte und MTV Isenbüttel sowie dem SC Göttingen 05 und Eintracht Braunschweig II abgesagt.

Landesliga:SSV Kästorf gegen MTV Isenbüttel

Landesliga: SSV Kästorf gegen MTV Isenbüttel. Zur Galerie
Landesliga: SSV Kästorf gegen MTV Isenbüttel. © Sebastian Preuß
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