24. November 2020 / 21:55 Uhr

Erst Länderspiele, dann Serbien: Wolfsburgs Fußballerinnen auf Reisen

Erst Länderspiele, dann Serbien: Wolfsburgs Fußballerinnen auf Reisen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Reisen sind immer eine Herausforderung“. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen.
"Reisen sind immer eine Herausforderung“. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen. © imago/foto2press
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Jetzt stehen für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg Länderspiele an, die Champions-League-Auslosung bescherte dem Meister Spartak Subotica als Gegner. "Reisen sind immer eine Herausforderung“, findet Ralf Kellermann. Ein Winter-Trainingslager soll es darum im Januar nicht geben.

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Die VfL-Fußballerinnen auf Reisen: In dieser Woche sind einige Nationalspielerinnen unterwegs, in zwei Wochen steht der nächste Trip des Wolfsburger Teams an - und der geht nach Serbien. Die Champions-League-Auslosung bescherte gestern dem deutschen Meister Spartak Subotica als Gegner. Keine Reise, die man in Corona-Zeiten gern macht - doch es hätte auch noch schlimmer kommen können.

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Denn ähnlich wie bei den Männern loste die UEFA die Paarungen in Gruppen aus, der Kreis der möglichen Wolfsburg-Gegner wurde so bereits vor der eigentlichen Auslosung auf vier reduziert - neben Subotica wären FK Minsk aus Weißrussland, WFC Lanchkhuti aus dem äußersten Nordorsten Georgiens und Schytlobud Charkiw aus der Ukraine im Topf gewesen...Vorteil für den VfL: Subotica war bereits 2015 CL-Gegner. „Das kommt uns nun für die Reiseplanung zu Gute“, so Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, „denn hier können wir die gesammelten Erfahrungen gut nutzen. Auch sportlich könnte das Los ein gutes Omen sein, immerhin erreichten wir in 2016 das Finale.“ Ende der Woche soll entschieden werden, wo das VfL-Auswärtsspiel ausgetragen wird. Subotica liegt rund zwei Busstunden vom Flughafen Belgrad entfernt, schon vor fünf Jahren war allerdings eine Verlegung in ein Stadion der Hauptstadt im Gespräch, scheiterte damals aber an der parallelen Austragung eines U21-Länderspiels. Auf dem unebenen Spartak-Platz gab der VfL über ein 0:0 nicht hinaus. Die Reise zum Spiel am 9./10. Dezember wird wie üblich unter Corona-Bedinungen geplant - so ist neben den obligatorischen Testungen beispielsweise vorgeschrieben, dass das Auswärtsteam am Tag vorm Spiel per Charter anreist. „Reisen sind immer eine Herausforderung“, so Kellermann, „aber ich sehe da keine größere Hürde als bei einer Reise nach Spanien oder England.“

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Ob es generell notwendig ist, für Fußballspiele durch Europa zu reisen, wird derzeit heiß diskutiert - mit unterschiedlichen Antworten. So wurde etwa die beiden geplanten Länderspiele Norwegens bereits abgesagt, das VfL-Duo Karina Saevik und Ingrid Engen kann also weiter daheim trainieren. Gleiches gilt auch für Zsanett Jakabfi, die ihre Teilnahme am bedeutungslosen EM-Quali-Spiel Ungarns gegen Island abgesagt hat.

Die Notwendigkeit von Länderspielen schätzt Kellermann ähnlich ein wie VfL-Manager Jörg Schmadtke: „Bei den Pflichtspielen kann ich verstehen, dass die Verbände alle Hebel in Bewegung setzen, damit die Partien stattfinden - auch im Sinne der Planungssicherheit für die EM im übernächsten Jahr. Auf Freundschaftsspiele hätte man bei einer Abwägung der Corona-Umstände und des sportlichen Werts durchaus verzichten können.“

Die fünf deutschen Nationalspielerinnen des VfL - Kathy Hendrich, Lena Oberdorf, Felicitas Rauch, Pia-Sophie Wolter und Svenja Huth - spielen in der EM-Quali gegen Griechenland (27. November) und in Irland (1. Dezember), haben das EM-Ticket dabei allerdings schon sicher. Torfrau Katarzyna Kiedrzynek trifft zum entscheidenden EM-Quali-Spiel in Spanien an. Für Shanice van de Sanden und Dominique Janssen geht es mit den Niederlanden erst gegen die USA (Testspiel), dann gegen den Kosovo. Fridolina Rolfö spielt mit dem bereits qualifizierten Team Schwedens in der Slowakei - und bringt anschließend Nationalmannschafts-Kollegin und Neu-VfLerin Reckecka Blomqvist mit nach Wolfsburg.

Auf eine eigentlich im Januar anstehende Reise wird das VfL-Team verzichten, der Trainingslager-Hotel in Portugal wurde storniert. Kellermann: „Wir haben positive Signale erhalten, dass wir die Rasenheizungs-Plätze der Profisoder der U23 nutzen könnten, falls es die Witterungen erfordern sollte.“