22. Januar 2023 / 23:02 Uhr

Erst Punktabzug und Sperren, nun ein Remis: Juventus Turin strauchelt auch sportlich

Erst Punktabzug und Sperren, nun ein Remis: Juventus Turin strauchelt auch sportlich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Juventus Turin kam gegen Atalanta Bergamo nicht über ein Remis hinaus.
Juventus Turin kam gegen Atalanta Bergamo nicht über ein Remis hinaus. © IMAGO/LaPresse
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Erst am Freitag wurde Juventus Turin wegen Bilanzfälschung zu einem Abzug von 15 Punkten verurteilt. Zahlreiche Ex-Bosse wurden teils jahrelang gesperrt. Zwei Tage später enttäuschte nun auch das Team sportlich.

Juventus Turin glaubt trotz des Abzugs von 15 Punkten in der laufenden Serie-A-Saison an eine erneute Qualifikation für die Champions League – doch dafür muss in den kommenden Spielen eine noch bessere Leistung her. Trotz Führung kam die "Alte Dame" am Sonntagabend nicht über ein 3:3 im Heimspiel gegen Atalanta Bergamo hinaus. Ex-Leipzig-Profi Ademola Lookman (4. Minute) brachte die Gäste früh in Führung. Weltmeister Ángel Di María (25.) glich per Elfmeter aus, Arkadiusz Milik (34.) gelang der Führungstreffer für Juve, den Joakim Maehle (46.) und abermals Lookman (53.) kurz nach der Pause zunichte machten. Danilo (65.) rettete schließlich noch das Remis.

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Die Turiner haben nach der Punkteteilung gegen Bergamo nun 14 Punkte Rückstand auf die Champions-League-Plätze und 27 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter SSC Neapel.

Das Berufungsgericht des italienischen Verbandes FIGC hatte es am Freitag als erwiesen angesehen, dass Juve jahrelang seinen Spielern fingierte Marktwerte zuschrieb und diese in den Büchern vermerkte. Allein in den Jahren 2018, 2019 und 2020 soll die Vereinsbilanz so um mehr als 100 Millionen Euro beschönigt worden sein. Das Sportgericht hatte Juventus und die andere Vereine wegen der Vorwürfe schon einmal freigesprochen – durch neue Erkenntnisse wurde das Verfahren aber wieder aufgenommen. Die Turiner wollen das oberste Sportgericht des Italienischen Olympischen Komitees Coni anrufen. Sie hoffen, dass dieses den Fall zur erneuten Prüfung an die Gerichte des Fußballverbandes FIGC zurückgebe und der Punktabzug danach aufgehoben werde.

Neben dem Punktabzug wurden auch die ehemaligen Klubbosse individuell bestraft. Ex-Präsident Andrea Agnelli etwa wurde für zwei Jahre, der ehemalige Vizepräsident Pavel Nedved für acht Monate für jegliche Aktivitäten im italienischen Fußball gesperrt. Ex-Geschäftsführer Fabio Paratici erhielt gar eine Sperre für 30 Monate.

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"Juventus ist wie ein Drachen mit sieben Köpfen", hatte Kapitän Leonardo Bonucci vor der Partie bei Instagram geschrieben. "Wenn ihm einer abgeschnitten wird, dann erscheint immer ein neuer. Niemals aufgeben!" Der neue Vereinspräsident Gianluca Ferrero forderte Spieler und Trainer auf, sportlich ihren Job zu erledigen, während die Klubführung vor Gericht kämpfe. Zum neuen Fußballchef rückte innerhalb des Klubs Francesco Calvo auf, wie Juventus am Sonntag vor dem Spiel gegen Bergamo mitteilte.

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