18. August 2019 / 18:45 Uhr

Erst Stille, dann Hexenkessel – Fans von Union Berlin protestieren gegen RB Leipzig

Erst Stille, dann Hexenkessel – Fans von Union Berlin protestieren gegen RB Leipzig

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
BERLIN, GERMANY - AUGUST 18:  Union Berlin fans hold posters of supporters who have passed away in the past 30 years prior to the Bundesliga match between 1. FC Union Berlin and RB Leipzig at Stadion An der Alten Foersterei on August 18, 2019 in Berlin, Germany. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
Vor dem Anpfiff präsentierten die Union-Fans Doppelhalter, auf denen verstorbene Anhänger abgebildet waren, die den Sprung ins Fußball-Oberhaus nicht mehr miterleben konnten. © Getty Images
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Große Teile der Fans von Union Berlin haben ihrer Abneigung gegen RB Leipzig am Sonntag erwartet deutlich Luft gemacht. Einem 15-minütigen Schweigeprotest folgte im Stadion "An der Alten Försterei" der erwartete Hexenkessel.

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Berlin. Die Anhänger von Union Berlin haben ihren Ankündigungen Taten folgen lassen und RB Leipzig zum Auftakt der neuen Bundesligasaison mit einer Protestaktion im Stadion An der Alten Försterei begrüßt. Auf Initiative der Ultragruppe "Wuhlesyndikat" schwiegen große Teile der Anhängerschaft in der ersten Viertelstunde des Aufeinandertreffens.

Die Fans der Roten Bullen ließen sich davon nicht beeindrucken und nutzten den akustischen Raum ihrerseits für stimmgewaltigen Unterstützung. Kurz nach Anpfiff präsentierte der komplett volle Gästeblock eine Choreografie, samt großem Leipziger Stadtwappen, sowie dem Schriftzug "Leipzig, der Mittelpunkt unseres Lebens. Leidenschaft, der Grund unseres Strebens."

Berlin, 18.08.2019, Stadion an der Alten Fšrsterei, BuLi, 1.Spieltag. , 
1.FC Union Berlin vs. RB Leipzig , 
Im Bild: Fans von RB Leipzig , 
DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. , 
Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche , 
VER…FFENTLICHUNG IST HONORARPFLICHTIG, zuzŸgl. MWST. , 
IBAN: DE46 8609 5604 0307 2390 00, Volksbank Leipzig ,
Auch die Leipziger Fans hatten für das erste Ligaspiel etwas vorbereitet. © Picture Point
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*Halstenberg trifft in den Jubel *

Die letzten Sekunden der Aktion zählten die Union-Fans als Countdown herunter, bevor nach exakt 15 Minuten die Fangesänge durch das Stadion schallten. Dass mitten in den Berliner Jubel Leipzigs Marcel Halstenberg zur 1:0-Führung traf, geriet so fast zur Nebensache.

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Die Protestaktion war in Union-Kreisen nicht auf uneingeschränkte Zustimmung gestoßen. So hatte sich beispielsweise Torwart Rafael Gikiewicz für einen Support über die kompletten 90 Minuten stark gemacht. Kritiker hatten unter anderem befürchtet, dass sich der Fokus des Spiels vom historischen ersten Bundesliga-Auftritt des Berliner Traditionsvereins auf die Abneigung gegen RB verschieben würde.

Stadionsprecher unterstützt Protest

Den Befürchtungen zum Trotz hatte auch Unions Stadionsprecher Christian Arbeit vor Anpfiff nochmal zur Aktion aufgerufen. Unter anderem sagte: "Wir werden das tun, was wir immer getan haben: Haltung bewahren." Nach dem Protest solle dann "die Hölle entfacht“ werden. Tatsächlich präsentierten sich die Union-Fans im Anschluss erwartet stimmgewaltig.

BERLIN, GERMANY - AUGUST 18:  Union Berlin fans hold a banner during the Bundesliga match between 1. FC Union Berlin and RB Leipzig at Stadion An der Alten Foersterei on August 18, 2019 in Berlin, Germany. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
Die Union-Fans sind stolz auf ihre Herkunft und zeigten das auch. © Getty Images

Den Befürchtungen zum Trotz hatte auch Unions Stadionsprecher Christian Arbeit vor Anpfiff nochmal zur Aktion aufgerufen. Unter anderem sagte: "Wir werden das tun, was wir immer getan haben: Haltung bewahren." Nach dem Protest solle dann "die Hölle entfacht“ werden. Tatsächlich präsentierten sich die Union-Fans im Anschluss erwartet stimmgewaltig.

Dass die Fans der Köpenicker nicht nur kritisch können, zeigten sie mit einer anderen Aktion. Zu Beginn des Spiels hielten sie 300 Doppelhalter mit den Fotos verstorbener Anhänger nach oben, die die Bundesliga-Premiere ihres Vereins nicht mehr erleben konnten.

Insgesamt blieb das Aufeinandertreffen friedlich. Die ein oder andere weitere Spitze gegen den sächsischen Rivalen konnten sich die Berliner jedoch nich verkneifen. Während der ersten Halbzeit wurde beispielsweise ein Banner mit dem Schriftzug „Nach 10 Jahren wieder ein Ostverein in dieser Liga“ gezeigt.

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