17. September 2017 / 11:48 Uhr

Erste englische Woche - RB-Trainer Hasenhüttl: „Zu wenig Punkte, für zu viel Aufwand“

Erste englische Woche - RB-Trainer Hasenhüttl: „Zu wenig Punkte, für zu viel Aufwand“

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Zu wenig Punkte, zu viel Aufwand: Für RB Coach Ralph Hasenhüttl stimmt der Ertrag nicht.
Zu wenig Punkte, zu viel Aufwand: Für RB Coach Ralph Hasenhüttl stimmt der Ertrag nicht.
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In der ersten von drei englischen Wochen bleibt RB Leipzig ungeschlagen. Vier Punkte in der Bundesliga, ein Zähler zur Champions-League-Premiere. Doch Aufwand und Ertrag stehen noch nicht im richtigen Verhältnis, findet der RB-Coach.

Leipzig. Die Zeiten ändern sich rasend schnell. Vor exakt einem Jahr trennen sich RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach am vierten Spieltag der Bundesliga im Leipziger Stadion mit 1:1. Das Hasenhüttl-Team ist damals Aufsteiger, Gladbach Teilnehmer der Champions League. Zwölf Monate später, gleiche Stelle, gleicher Zeitpunkt – 2:2 im Heimspiel gegen die Borussia. Der feine Unterschied: Nun kicken die Leipziger in der Königsklasse. Gladbach kann sich auf das Bundesliga-Geschäft konzentrieren.

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Peter Gulacsi: Bei beiden Toren chancenlos, ansonsten nur ein, zwei Mal wirklich gefordert. Note: 3 (@ GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Bei beiden Toren chancenlos, ansonsten nur ein, zwei Mal wirklich gefordert. Note: 3 (@ GEPA Pictures) ©

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An diese Situation muss sich RB Leipzig wohl noch gewöhnen. Denn von einem ökonomischen Fußball in den kräfteraubenden englischen Wochen ist der Vizemeister weit entfernt. Wie schon am Mittwoch gegen Monaco ackerte das Hasenhüttl-Team viel, belohnt sich aber dafür nur mit einem Punkt. „Es fehlt im Moment so ein bisschen, dass wir den Sack zu machen. Wir müssen cleverer und abgebrühter werden, uns nicht an unserem tollen Spiel ergötzen, sondern zielstrebig bleiben. Es ist der Entwicklungsschritt, den wir noch setzen müssen, um eine Spitzenmannschaft zu werden“, sagt der RB-Trainer nach dem Remis am Samstagabend.

Rotation funktioniert in eine Richtung

Ein gutes Zeichen in der ersten englischen Woche – der Coach kann ohne viel Qualitätsverlust in der Offensive auch im größeren Stile rotieren. Trotz fünf Neuen in der Startformation gegen Gladbach meint Hasenhüttl: „Es war wie aus einem Guss, schon fast beängstigend gut, was wir da gespielt haben.“

Guido Schäfer zum Remis zwischen RB Leipzig und Gladbach

Doch als die Gäste die Leipziger im zweiten Durchgang zum Verteidigen zwingen, werden Defizite sichtbar. Der RB-Coach veranschaulicht das so: „Die frühen Früchte sind oft die faulen. Es hat sich in der zweiten Halbzeit bewahrheitet, dass auch gewisse Automatismen gegen den Ball notwendig sind, um so ein Spiel zu gewinnen.“

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RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach (Imago) (2) Zur Galerie
RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach (Imago) (2) ©

In der Statistik deutet viel auf ein gerechtes Unentschieden hin: 10:10 Torschüsse, 51:49 Prozent Ballbesitz, beide Teams laufen mit 117 Kilometern gleich viel. Doch der Einbruch in der zweiten Halbzeit schlägt sich in einem Wert nieder: nur 42 Prozent gewonnene Zweikämpfe bei RB. Oft kommen die Leipziger einen Schritt zu spät, auch die Einwechslung von Diego Demme bringt nicht die erhoffte Stabilität. „Es ist schon ein schlechtes Zeichen, wenn ein Innenverteidiger viel ackern muss“, sagt Stefan Ilsanker.

„Abgezockter werden“

Jean-Kevin Augustin, der nach einer schönen Ballmitnahme und einem geschmeidigen Abschluss das 2:1 gegen die „Fohlen“ erzielt, sagt nach seinem ersten Tor für RB zur ersten englischen Woche: „Es sind keine schlechten Ergebnisse. Es macht eher Lust, weiter zu arbeiten.“ Aus seinem Torjubel, die Hand legt er wie eine Maske über sein Gesicht, macht der Franzose jedoch ein Geheimnis: „Das ist die Art und Weise, wie ich bei einem Torerfolg jubel. Ich werde euch aber nicht verraten, warum.“

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Ralph Hasenhüttl: „Wir waren trotz vieler Wechsel nach vorne richtig gut. Nach hinten nicht so konsequent. Mir war schon in der Halbzeit klar, dass wir ein drittes Tor brauchen, um das Spiel zu gewinnen. Hinten raus musst du dankbar sein, dass du noch einen Punkt mitnimmst.“ (@dpa) Zur Galerie
Ralph Hasenhüttl: „Wir waren trotz vieler Wechsel nach vorne richtig gut. Nach hinten nicht so konsequent. Mir war schon in der Halbzeit klar, dass wir ein drittes Tor brauchen, um das Spiel zu gewinnen. Hinten raus musst du dankbar sein, dass du noch einen Punkt mitnimmst.“ (@dpa) ©

Sein Trainer zieht folgendes Fazit: „Zu wenig Punkte, für zu viel Aufwand. Sowohl gegen Monaco als auch heute wäre wesentlich mehr drin gewesen. Wir müssen noch abgezockter werden. Auch in Situationen, wo es nicht so leicht von der Hand geht und weh tut.“ Bereits am Dienstagabend gibt es beim FC Augsburg die nächste Chance.

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