05. Dezember 2020 / 19:24 Uhr

Erste Niederlage nach fünf Siegen in Serie: Schläfriger SC Potsdam verliert gegen Straubing

Erste Niederlage nach fünf Siegen in Serie: Schläfriger SC Potsdam verliert gegen Straubing

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Den Potsdamer Spielerinnen Laura Emonts, Aleksandra Jegdic, Ana Tiemi Takagui, Lindsey Ruddins, Symone Speech und Brittany Abercrombie war die Enttäuschung nach der Niederlage gegen Straubing anzusehen.
Den Potsdamer Spielerinnen Laura Emonts, Aleksandra Jegdic, Ana Tiemi Takagui, Lindsey Ruddins, Symone Speech und Brittany Abercrombie war die Enttäuschung nach der Niederlage gegen Straubing anzusehen. © Julius Frick
Anzeige

Volleyball-Bundesliga: Die favorisierten Potsdamerinnen unterliegen dem Außenseiter aus Bayern klar mit 0:3. Auf Straubings Seite wurde mit Sophie Dreblow eine Ex-Potsdamerin zur wertvollsten Spielerin gewählt, eine zweite verwandelte den Matchball.

Anzeige

Annegret Hölzig schlug ihre Hände ungläubig vor dem Gesicht zusammen. So richtig konnte sie es offensichtlich nicht fassen, was sich am Samstagabend in der Potsdamer MBS-Arena abgespielt hatte. Mit 3:0 gewann die Ex-Potsdamerin mit NawaRo Straubing beim SC Potsdam, Hölzig hatte direkt den ersten Matchball zum klaren 3:0-Erfolg des Außenseiters in der Volleyball-Bundesliga verwandelt. "Manchmal hat man solche Tage, wo es nicht läuft. Straubing hat gut abgewehrt und wir nicht gepunktet. Der Gegner hat verdient gewonnen, das macht die Liga aber auch spannend", sagte SCP-Manager Toni Rieger zur ersten Niederlage des bis dato Tabellendritten nach zuletzt fünf Erfolgen in Serie, der durch die Niederlage auf Platz vier abrutschte. Straubing sprang dagegen nach dem zweiten Sieg in Folge vom neunten auf den siebten Platz.

Anzeige

Potsdam wirkte von Anfang an etwas schläfrig, konnte im ersten Durchgang die individuelle Klasse nicht ausspielen. Immer wieder verspielten die SCP-Akteurinnen kleinere oder größere Vorsprünge. Nach 2:0 und 4:2 schafften die Straubingerinnen jeweils den Ausgleich. Dann schaltete Potsdam wieder hoch, zog über 10:7 und 14:10 sogar bis auf 17:12 davon. Doch was wie eine sichere Führung aussah, entpuppte sich eher als trügerische Sicherheit - Straubing schaffte mit einem Fünf-Punkte-Lauf den Ausgleich.

SC Potsdam: Kader 2020/21 in der Frauenvolleyball-Bundesliga

Das SCP-Team für die Saison 2020/21. Zur Galerie
Das SCP-Team für die Saison 2020/21. © Kathleen Friedrich/SC Potsdam

Nachdem Straubing dran war ließen sie die Gastgeberinnen nicht mehr davonziehen und gingen beim 23:22 das erste Mal in Führung. SCP-Trainer Guillermo Hernandez zog die Joker-Karte, brachte Vanessa Agbortabi für Brittany Abercrombie - und die Außenangreiferin machte sofort den Punkt. Doch das 23:23 sollte der letzte Zähler in diesem Satz bleiben, Straubing machte die nächsten zwei und sicherte sich somit etwas überraschend den ersten Durchgang. "Wir waren nicht so richtig auf der Höhe", bilanzierte Vanessa Agbortabi, die am Freitag ihren 22. Geburtstag gefeiert hatte. "Straubing hat stabil angenommen und gut abgewehrt und wir haben einfach am Ende den Ball nicht tot gemacht. Es waren gute Aktionen da, aber alles war ein bisschen langsam, Bälle sind zwischen zwei Spielerinnen gefallen und keiner ist rangegangen, die Defense war nicht da, die Blöcke waren nicht so sauber."

Das zeigte sich auch im zweiten Abschnitt. Immer wieder kam Straubing, das unbeschwert und ohne Druck aufspielen konnte, ran an die Favoritinnen aus Potsdam, die zwischenzeitlich mit 14:10 geführt hatten. Wie im ersten Durchgang ging es über 22:20 zu einem 23:23. Und wieder hatten die Straubingerinnen um die drei Ex-Potsdamerinnen Annegret Hölzig, Sophie Dreblow und Magdalena Gryka das bessere Ende für sich. SCP-Coach Guillermo Hernandez stand ob der Leistung seiner Mannschaft kopfschüttelnd an der Seitenlinie.


Im dritten Satz begann Mittelblockerin Natalie Wilczek für die bis dato glücklose Kelsey Veltman, der unter anderem zwei Aufschlagfehler unterliefen. Doch im Gegensatz zu den ersten beiden Durchgängen, in denen der SCP immer wieder in Führung lag, zog Straubing zunächst sogar bis auf 5:2 davon. Zwar kam Potsdam zum 5:5-Ausgleich, doch erneut gingen die Gäste in Führung. Beim Stand von 10:10 entschied Potsdam einen langen und umkämpften Ballwechsel - auch Dank einer starken Rettungsaktion von Libera Aleksandra Jegdic, die später zur wertvollsten Spielerin ihres Teams gewählt wurde - für sich. Was an normalen Tagen durchaus als Initialzündung hätte dienen können, funktionierte an diesem Abend nicht. In der Folge machte Straubing konstant Punkte, nur noch einmal - beim 17:17 - war Potsdam dran. Anschließend zog Straubing entschlossen weg, hatte am Ende fünf Matchbälle und verwandelte in Person von Annegret Hölzig direkt den ersten.

Mehr zum SC Potsdam

"Der Sieg war schon überraschend. Wir haben einfach gespielt, uns auf uns konzentriert, super gefightet und als Team zusammengespielt, das hat echt Spaß gemacht", sagte Sophie Dreblow nach der Partie. Die 22-Jährige wurde zur wertvollsten Spielerin der Partie gewählt. "Es bedeutet mir voll viel. Ich bin hier zu Hause, fahre jetzt auch nach Hause. Ich war hier auf der Sportschule, die Halle ist quasi mein Zuhause", freute sich Sophie Dreblow, die 2018 vom SCP nach Straubing gewechselt war.

Toni Rieger wollte die Niederlage nicht zu hoch hängen. "Wir waren auch schon gegen Münster sehr, sehr müde gewesen, auch gegen Hapoel Kfar Saba. Vielleicht ist man spielerisch in einem kleinen Tief, aber das wird sich nächste Woche zeigen. Aber nur, weil wir mal ein Spiel verloren haben, müssen wir nichts in Frage stellen", sagte der SCP-Manager. Am kommenden Samstag (19 Uhr) empfangen die SCP-Volleyballerinnen die Roten Raben Vilsbiburg.