17. September 2021 / 21:20 Uhr

Erste Rückkehr nach Wolfsburg: Sieglos-Glasner will den Bock umstoßen

Erste Rückkehr nach Wolfsburg: Sieglos-Glasner will den Bock umstoßen

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gegensätzliche Vorzeichen: Während die Wolfsburger ihre ersten vier Bundesliga-Spiele allesamt gewinnen konnten, wartet Ex-VfL-Coach Oliver Glasner mit Eintracht Frankfurt wettbewerbsübergreifend noch auf den ersten Dreier.
Gegensätzliche Vorzeichen: Während die Wolfsburger ihre ersten vier Bundesliga-Spiele allesamt gewinnen konnten, wartet Ex-VfL-Coach Oliver Glasner mit Eintracht Frankfurt wettbewerbsübergreifend noch auf den ersten Dreier. © Boris Baschin/DPA
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Am Sonntag hat der VfL Wolfsburg Eintracht Frankfurt zu Gast - das bedeutet ein Wiedersehen mit Oliver Glasner. Der Österreicher freut sich auf das Duell an alter Wirkungsstätte.

Er war zwei Jahre lang Trainer des VfL, führte den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten erst in die Europa-League-Quali (Aus gegen AEK Athen) und in der vergangenen Saison auf Platz vier, der für die Teilnahme an der Champions League berechtigt. Am Sonntag (19.30 Uhr) gibt’s das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, dann ist Oliver Glasner erstmals als Trainer von Eintracht Frankfurt in der VW-Arena zu Gast – und will ausgerechnet an alter Wirkungsstätte den ersten Pflichtspiel-Sieg mit den Hessen holen.

Aus im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim (0:2), eine Niederlage und drei Unentschieden in der Liga, dazu ein hart umkämpftes 1:1 zum Europa-League-Start gegen Fenerbahce Istanbul – für Glasner läuft es in Frankfurt bisher alles andere als rund. Drei Punkte aus vier Spielen zum Liga-Start hatte es für die Eintracht zuletzt vor acht Jahren gegeben, ohne Erfolg aus den ersten vier Partien waren die Adlerträger zuletzt 2008.

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Und Glasner ist der erste Frankfurt-Coach seit Christoph Daum 2011, der keine seiner ersten vier Liga-Partien gewinnen konnte. „Das Glas ist entweder halb voll oder halb leer und ich trinke lieber aus einem halb vollen Glas“, betont der Österreicher. Was er meint: Er sieht eher das Positive als das Negative. „Wir werden immer stabiler in den defensiven Abläufen. Daher bereitet mir die Sieglos-Serie keine Kopfschmerzen und keine schlaflosen Nächte. Die hätte ich nur, wenn die Spieler nicht mitziehen würden oder wenn ich kein Vertrauen in die Qualität der Spieler hätte.“

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Das ist aber beides nicht der Fall – und das weiß auch VfL-Trainer und Glasner-Nachfolger Mark van Bommel. „Sie sind nicht gut gestartet - aber nur, weil sie nicht genügend Punkte haben“, sagt der Niederländer. „Ich denke schon, dass sie gut gestartet sind, weil sie guten Fußball spielen und dass sie Fähigkeiten haben, die nicht viele Mannschaften besitzen. Aber weil die Ergebnisse nicht stimmen, wird eben häufig gesagt, dass der Saisonstart nicht gut sei.“

Jetzt wollen Glasner und Co. ausgerechnet in Wolfsburg den Bock umstoßen. Für den Coach sei es ein „besonderes Spiel“, wie er sagt. „Ich war zwei Jahre dort, es war sehr intensiv, aber auch sehr erfolgreich.“ Zudem habe er noch Kontakt zu einigen Spielern und zu VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. „Dieser Kontakt ruht aber in dieser Woche“, so Glasner schmunzelnd. Gleichwohl freue er sich auf die Rückkehr. „Ich habe viel gelernt über die Bundesliga, den deutschen Fußball und die deutsche Mentalität“, sagt Glasner, der 2019 vom Linzer ASK zum VfL gewechselt war.

Aber freut sich Glasner auch auf ein mögliches Wiedersehen mit Jörg Schmadtke? Das Verhältnis zwischen dem Trainer und dem VfL-Manager gilt als angespannt. Glasner äußert sich dazu neutral: „Ich bin Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer sehr dankbar, weil sie mir die Möglichkeit gegeben haben, in der Bundesliga Fuß zu fassen.“ Eine offizielle Verabschiedung wird es nicht geben.


Und nun soll beim VfL der erste Saisonsieg her. Aber Glasner weiß auch, wie schwer das wird, denn die Wolfsburger seien „eingespielt“. Zudem kassierte das Van-Bommel-Team gerade mal ein Gegentor – ein Elfmeter bei Hertha BSC. „Wir werden nicht fünf- oder sechsmal allein vor Koen Casteels auftauchen“, ahnt Glasner. „Aber zwei- bis dreimal wird es möglich sein, und da müssen wir effizient sein.“

Verzichten muss der Eintracht-Coach auf Sebastian Rode (Knie-OP). Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Martin Hinteregger (Schulterschmerzen) und Christopher Lenz (muskuläre Probleme).