26. September 2021 / 18:52 Uhr

Erstmals kein Punkt für Wolfsburg: Adler Mannheim rupfen Grizzlys mit 6:2

Erstmals kein Punkt für Wolfsburg: Adler Mannheim rupfen Grizzlys mit 6:2

Jürgen Braun und Sven Grosche
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Chet Pickard von den Grizzlys Wolfsburg kann das Tor zum 0:3 nicht verhindern wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Adler Mannheim am 26.09.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Florian Pohl/City-Press GmbH)
Drin: Auch hier, beim zwischenzeitlichen 0:3, war nichts zu halten für Chet Pickard. Er unterlag mit den Grizzlys Wolfsburg den Adlern Mannheim mit 2:6. © City-Press/Grizzlys Wolfsburg
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Erstmals kein Punkt für den deutschen Eishockey-Vizemeister Grizzlys Wolfsburg. Im Spitzenspiel der DEL setzte es in eigener Halle ein 2:6 gegen die Adler Mannheim. 

Verflixtes siebtes Spiel? Auf jeden Fall ist es jetzt im siebten Spiel passiert, die Grizzlys Wolfsburg haben im Eishockey-Oberhaus erstmals keinen Punkt geholt und nach vier Siegen in Folge wieder eine Niederlage einstecken müssen. Gegen Titelfavorit Adler Mannheim gab es vor 1610 Zuschauern ein 2:6 (0:2, 1:1, 1:3). Für die anfangs schläfrigen Gastgeber trafen Garrett Festerling und Julian Melchiori. Die Paradereihe mit Chris DeSousa, Trevor Mingoia und Toto Rech (zusammen zehn Tore und 15 Vorlagen) blieb erstmals ohne Scorerpunkt. Nach fünf Gegentoren in den ersten fünf Saisonspielen hatte es an diesem Wochenende damit in zwei Partien acht Gegentreffer gesetzt - gegen allerdings hoch eingeschätzte Gegner.

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Es war das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams, seit Vizemeister Wolfsburg im Halbfinale der Vorsaison den großen Titelfavoriten Mannheim um den langjährigen Wolfsburger Coach Pavel Gross ausgeschaltet hatte. In der Eis-Arena galten erstmals die 2G-Regeln, die Kapazitätsbeschränkungen sind aufgehoben.

Es durfte erstmals die volle Kapazität ausgenutzt werden. Es kam Saisonrekordkulisse, was allerdings angesichts der alten Bestmarke von etwas über 1200 nicht schwer war. Für die Fankurve waren die Preise im Vorfeld wieder auf Stehplatzniveau heruntergesetzt worden.

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Eishockey: Grizzlys Wolfsburg - Adler Mannheim

Szenen vom DEL-Eishockeyspiel: Grizzlys Wolfsburg - Adler Mannheim Zur Galerie
Szenen vom DEL-Eishockeyspiel: Grizzlys Wolfsburg - Adler Mannheim © City-Press GmbH / Grizzlys Wolfsburg, Boris Baschin

Das Personal

Flügelstürmer Darren Archibald hatte sich in Berlin eine Unterkörperverletzung zugezogen, Steven Raabe fehlte krank, genau wie weiterhin Abwehrkollege Björn Krupp. Center Fabio Pfohl war weiterhin noch nicht im Aufgebot, Gerrit Fauser kehrte dafür nach Krankheit wieder ins Line-Up zurück. Im Tor löste Ex-Adler Chet Pickard für seinen dritten Saisoneinsatz Dustin Strahlmeier ab.

Das Spiel

Mit einem Sieg hätten die Grizzlys den besten Start aller DEL-Zeiten hinlegen können. Doch sie wirkten erst einmal nicht spritzig, waren nicht griffig genug, spielten obendrein oft ungenau. Der Titelfavorit zeigte dementsprechend den Gastgebern die Grenzen auf, spielte streckenweise Powerplay bei Fünf gegen Fünf. Obendrein boten die Niedersachsen Konterchancen an. Beim ersten, gleich in der ersten Minute, parierte Pickard gegen Jason Bast. Als dann in der 13. Minute Wolfsburgs Mitte wieder offen war, zog Borna Rendulic mit Thomas Larkins Pass weg - 0:1. Wolfsburg brachte nichts Nennenswertes auf Tor, auch nicht in einer ersten Überzahlgelegenheit. Das 0;:2 fiel aus Mannheimer Druck, aber etwas glücklich, weil Korbinian Holzers Schuss von Andrew Desjardins zu einem miesen Aufsetzer abgefälscht wurde. Das Beste aus Wolfsburger Sicht: Die perfekte Saisonunterzahl-Bilanz hielt kurz danach. Ansonsten hätte da die Vorentscheidung fallen können.

Doch diese Vorentscheidung ließ nicht lange auf sich warten. Nach 21 Sekunden im zweiten Drittel kreisten die Adler schon wieder ins Wolfsburgs Drittel - Nico Krämmer traf von halbrechts hart und genau zum 3:0 der Gäste. Immerhin: rund 26 Minuten fanden die Wolfsburger auch ins Spiel. Jetzt waren sie kämpferischer, näher dran an den Adlern, bauten auch mal Druck auf. Felix Brückmann im Mannheimer Kasten hatte Glück, dass Chris DeSousas Abnahme aus der Luft an den Pfosten tropfte, dann war der Anschluss da: Festerling zockte nach Jordan Murrays Steilpass bei Wolfsburger Überzahl Brückmann aus. Nur noch 1:3. Nun war Feuer drin. Nicht nur bei der Rauferei zwischen Ryan Button und Lean Bergmann. Die Grizzlys drückten weiter, auch Tyler Gaudet wurde bei seiner DEL-Heimpremiere für die Grizzlys auffälliger. Phil Hungerecker (37.) wurde im letzten Moment durch ein Foul am Torschuss gehindert, aus dem Powerplay sprang aber diesmal nichts heraus.

Doch die nächste Chance kam. Eine Chance zur Wende, denn Jason Bast musste nach hohem Stock gegen Dominik Bittner zwei plus zwei Strafminuten absitzen. Nur: das drittbeste Unterzahlteam der Liga ließ Wolfsburg kaum in die Aufstellung kommen. Thomas Reichel ließ sich kurz danach im Aufbau stoppen - Rendulic erhöhte auf 4:1, aber nur eine Minute später war Wolfsburg durch Melchioris Flachschuss wieder auf zwei Tore dran. Noch Zeit genug... Aber: Im Powerplay legten die Adler wiederum schnell das 5:2 nach, damit war die Partie durch. Krämmer erhöhte noch. Die Grizzlys waren einfach zu spät aufgewacht, Mannheim nahm Revanche für den Play-Off-K.o. in der Vorsaison.

Wolfsburgs Kapitän Sebastian Furchner: "Wir haben nicht unsere beste Leistung gebracht, das war ein Weckruf zur rechten Zeit."

Statistik

  • Grizzlys: Pickard - Bittner, Melchiori; Murray, Wurm; Button, Möser - Machacek, Gaudet, Furchner; Mingoia, DeSousa, Rech; Reichel, Fauser, Hungerecker; Busch, Festerling, Nijenhuis.
  • Adler: Brückmann - Larkin, Lehtivuori; Holzer, Melart; Akdag, Dziambor; Wirth - Rendulic, Bast, Krämmer; Plachta, Desjardins, Wohlgemuth; Bergmann, Dawes, Szwarz; Thiel, Klos, Tosto.
  • Schiedsrichter: Kopitz/Köttstorfer.
  • Zuschauer: 1610. - Strafminuten: Wolfsburg 6+5 Button (Faustkampf) / Mannheim 12+5 Bergmann (Faustkampf).
  • Tore: 0:1 (12:06) Rendulic (Larkin), 0:2 (15:57) Desjardins (Holzer/Plachta), 0:3 (20:21) Krämmer (Rendulic/Bast), 1:3 (33:58) Festerling (Murray/Bittner - 5:4), 1:4 (45:09) Rendulic (Dawes/Bast), 2:4 (46:44) Melchiori (Nijenhuis), 2:5 (49:16) Wohlgemuth (Melart/Plachta - 5:4), 2:6 (52:56) Rendulic (Larkin).