15. Juli 2021 / 13:57 Uhr

Endlich wieder in die Pedale treten: Erste Wettkämpfe auf Leipziger Radrennbahn ab Herbst

Endlich wieder in die Pedale treten: Erste Wettkämpfe auf Leipziger Radrennbahn ab Herbst

Nico Schmook
Märkische Allgemeine Zeitung
Informieren über den Status quo der Leipziger Radsportbahn: Katja Büchel (Sportamt der Stadt Leipzig) und Detlef Petermann (SKR).
Informieren über den Status quo der Leipziger Radsportbahn: Katja Büchel (Sportamt der Stadt Leipzig) und Detlef Petermann (SKR). © Dirk Knofe
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Die Radsport-Talente aus der Messestadt haben bei der Junioren-DM am vergangenen Wochenende in Köln überzeugt. Einzelne Trainingseinheiten absolvieren die Athleten und Athletinnen schon auf hiesigem Asphalt, obwohl das Radstadion noch saniert wird. Ab September wird auch der Wettkampfbetrieb endlich wieder aufgenommen.

Leipzig. Die Trainingsgegebenheiten könnten momentan besser sein für Leipzigs Radsportlerinnen und Radsportler. Auf einen richtigen Ort zum Bahn-Training müssen die hiesigen Talente noch verzichten. Das Warten auf die ersten Rennen auf der neuen Fahrfläche der Radrennbahn dauert an. Wie der SPORTBUZZER berichtete, schien die seit November laufende Sanierung, die durch öffentliche Gelder und Spenden finanziert wurde, schon fast abgeschlossen und die Bahn wieder bereit für den Trainings- und Wettkampfbetrieb. Doch eine Baustelle vor dem Radstadion und kleinere Arbeiten sorgten für eine Verzögerung. Alternativen mussten gefunden werden. Die Junioren-DM im Bahnradsport am vergangenen Wochenende in Köln schien zu einem schlechten Zeitpunkt zu kommen. Doch anders als vielleicht erwartet wurden die Titelkämpfe für Leipzig ein voller Erfolg.

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Sanierungs-Odyssee findet Ende

Am Ende war die Freude beim Sächsischen Radfahrer-Bund und speziell bei den Leipzigern groß. Mit vier Goldmedaillen, zwei Silberplaketten und sieben Bronzemedaillen kamen die Nachwuchshoffnungen des Freistaates mit allerhand Edelmetall zurück. Es handele sich aus sächsischer Sicht „um das beste Ergebnis seit der Wiedervereinigung“, so Stützpunkttrainer Roland Hempel. Daran hatten auch einige Leipzigerinnen und Leipziger großen Anteil. Unter anderem sorgte die 15-jährige Anastasia Kuniß (RSV Speiche) in gleich drei Disziplinen für drei der insgesamt sieben sächsischen Bronzemedaillen. Und auch Marvin Bosniatzki (AC Leipzig) feierte einen großen Erfolg, indem er mit dem Vierer die Silbermedaille über 3000 Meter holte. Sein Verein hatte bereits bei der Straßen-DM zwei Plaketten errungen.

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Das alles gelang trotz der scheinbar problematischen Vorbereitung. Doch die Betonung liegt auf scheinbar. Denn wie der DDR-Meister Hempel verrät, habe sich der unfreiwillige Verzicht auf das Training auf der heimischen Radrennbahn nicht nachteilig ausgewirkt. So fand die unmittelbare Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften in Frankfurt/Oder statt. Diese ähnelt sehr der Bahn in Köln, wodurch sich seine Talente bestens auf den Wettkampf einstellen konnten. Aus der Not wurde also eine Tugend. Dennoch hoffen alle, bald wieder in Leipzig in die Pedalen treten zu können. „Vielleicht wird es ja nach den Sommerferien was“, ist Hempel zuversichtlich. Mit Recht. Denn langsam, aber sicher scheint die Sanierungs-Odyssee ihr Ende zu finden.

So erklärte Katja Büchel, Leiterin des Sportamts Leipzig, dass ein provisorischer Zugang zur Arena gebaut wurde. Die Nutzung der Bahn trotz der noch bis Ende September anhaltenden Baumaßnahmen sei ab sofort möglich. Wenn auch nur für einzelne Trainingseinheiten. Wettkämpfe hingegen könnten laut Detlef Petermann vom Stadt- und Kreisverband wohl erst in zwei Monaten wieder stattfinden. Bis dahin müssten noch die Werbelogos aufgetragen werden – eine zeitintensive Arbeit. Immerhin seien schon sieben von zwölf Flächen vermarktet. Die Zeichen auf eine vielversprechende Radsport-Zukunft stehen also gut – etwas Geduld ist freilich noch nötig.