13. Januar 2021 / 11:54 Uhr

Erster Online-Ball der Leipziger DHfK-Kanuten: Kreativ in einem Boot

Erster Online-Ball der Leipziger DHfK-Kanuten: Kreativ in einem Boot

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Kanu-Ballgeflüster online aus dem Sendestudio der ADK Medienagentur.
Kanu-Ballgeflüster online aus dem Sendestudio der ADK Medienagentur. © SC DHfK
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Corona macht's nötig und möglich: In diesem Jahr lief der Ball der Kanu-Abteilung des SC DHfK Leipzig digital ab. Die Beteiligten ergingen sich trotz eines schwierigen Jahres 2020 nicht in Jammerei.

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Leipzig. Ja, wo laufen Sie denn? Überall und nirgends, könnte die Antwort lauten. „Ja, wo sind die denn alle? So fragte Moderatorin Laura Roloff (24) in den leeren Saal des Bootshauses am Klingerweg und war prompt mittendrin beim 1. Online-DHfKball der Kanuten. Aus bekannten Gründen musste die beliebte Festivität virtuell ablaufen. Ein Novum, gesendet aus dem Studio der ADK Medienagentur.

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Das Team über allem

„Eine andere Atmosphäre, eine neue und aufregende Erfahrung“, stellte Abteilungsmitglied Laura fest und erntete zustimmendes Nicken von ihrem Mit-Moderator Finn Hoffmann. Der 17-Jährige gehört zu den deutschen Kajak-Hoffnungen, absolviert gerade ein freiwilliges soziales Jahr im Verein und verriet den zahlreich zugeschalteten Ballgästen, dass er auch gern Motorrad fährt. Der Ouvertüre des Duos folgten eineinhalb Stunden kurzweiliges Programm.

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Kurze Einspieler wechselten ab mit Interviews, es gab ein Quizz, die Sportlerehrung (Corona zum Trotz) und den beliebten Jahresrückblick-Film, diesmal getitelt „Achterbahnfahrt der Gefühle“. Das positive Feedback der Teilnehmer ließ nicht lange auf sich warten. „Danke, wie ihr das Jahr 2020 gemeistert habt. Meine Hochachtung“, lobte DHfK-Präsident Bernd Merbitz die Paddel-Crew.

Der Teamgeist schwebte über allem. Athleten, Trainer, Ehrenamt und Sponsoren versuchten, aus der schwierigen Lage das Beste zu machen. Letztere waren gleich zu Beginn die Hauptpersonen der digitalen Veranstaltung.

An zahlreichen Adressen „flogen“ Päckchen mit Thermobecher im grün-weißen DHfK-Look sowie einer Glühwein Flasche zu den Partnern. Großes Hallo. Persönlich besuchte Bundesstützpunktleiter Kay Vesely das Autohaus der sportbegeisterten Familie Müller. Diese sponsert seit Jahren einen Großraum-Van, hatte bei der Übergabe auch schon mal die Olympiasieger Peter Kretschmer vom SC DHfK und Tina Dietze von der SG LVB zu Besuch.

„Dann sind wir auch wieder Olympiasieger“

Das Bootshaus der Kanu-Generationen – dicht am 14. März. „Es mussten schnell Lösungen gefunden werden, die wir mit verschiedenen Online-Kursen anboten“, erinnerte Trainerin Sabine Luda an eine besondere, kreative Zeit, ehe dann über den Sommer der Fast-Alltag der Kanuten wieder richtig Fahrt aufnahm. Es fanden sogar zwei deutsche Meisterschaften statt, Leipziger Medaillen inklusive.

Hallo sagen Laura Roloff und Finn Hoffmann aus  dem leeren Saal im Bootshaus.
Hallo sagen Laura Roloff und Finn Hoffmann aus  dem leeren Saal im Bootshaus. © Förster

Eine schwierige Zeit musste auch der Bootsverleih überstehen. Der gute Zusammenhalt der ganzen Truppe sei ein positives Signal gewesen. Über dem Sommer lag Hochstimmung. „Die Leute waren froh, wieder rauszukommen“, berichtete Bereichsleiter Erik Ockert. Seine Wünsche: „Dass das mit dem Impfstoff funktioniert und wir Ostern regulär in die Saison starten können.“

Lobeshymnen statt Jammerei, Ideen statt Stillstand – ja, viele Leipziger Vereine blicken auf ein kompliziertes, aber kein verlorenes Jahr. „Wir stehen bereit, haben mit dem Sächsischen Kanu-Verband etwas erreicht. Dann sind wir auch wieder Olympiasieger“, erklärte DHfK-Abteilungsleiter Michael Luda zum Ball-Ausklang und gab noch einen Ausblick auf ein Großprojekt, das durch die Pandemie ausgebremst wurde. Lichtblick: Die Grundsteinlegung für das neue Bootshaus am Klingerweg ist für April/Mai geplant.