26. Februar 2019 / 16:59 Uhr

Erster Turbine-Neuzugang: Kölsches Mädchen kommt aus Bayern

Erster Turbine-Neuzugang: Kölsches Mädchen kommt aus Bayern

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Junioren-Nationalspielerin Anna Gerhardt läuft künftig im Turbine-Trikot auf. 
Junioren-Nationalspielerin Anna Gerhardt läuft künftig im Turbine-Trikot auf.  © DFB
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Turbine Potsdam verpflichtet zur neuen Saison Außenbahnspielerin Anna Gerhardt vom FC Bayern München. Auch ihr Bruder ist Bundesliga-Profi. Indes freut sich ein Turbine-Quartett auf den ersten WM-Härtetest.

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Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam treibt seine Personalplanungen für die kommende Saison voran: Der Club aus der Landeshauptstadt hat Anna Gerhardt verpflichtet. Die 20-jährige Außenbahnspielerin kommt vom FC Bayern München an die Havel und ist die erste Neuverpflichtung für das Team von Trainer Matthias Rudolph für die Spielzeit 2019/20.

„Ich freue mich natürlich auf die kommende Zeit in Potsdam“, sagt die junge Frau, die nun zwar aus Bayern kommt, aber eigentlich – wie Lisa Schmitz und Anna Gasper – ein kölsches Mädchen ist. In Würselen nahe der niederländischen Grenze geboren, wechselte sie bereits mit elf Jahren in die Domstadt zum 1. FC Köln, wo sie alle Juniorenteams durchlief und 2015 ihr Bundesligadebüt feierte. 2016 ging sie zum FC Bayern, sammelte dort auch Champions League-Erfahrung. Im August 2017 bremste sie ein Kreuzbandriss aus. „Ich denke, dass mein Wechsel nach Potsdam einige neue Herausforderungen mit sich bringen wird. Der Verein strebt große sportliche Ziele an und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen“, betont die ehemalige U20-Nationalspielerin und Schwester von VfL Wolfsburg-Profi Yannick Gerhardt. Bei einem Besuch in Potsdam habe sie einen guten ersten Eindruck von ihrem zukünftigen Verein gewinnen können.

In Bildern: Turbine Potsdam spielt unentschieden gegen SGS Essen

Danica Joelle Wu (M.) traf bereits nach vier Minuten zum 1:0 für Essen. Zur Galerie
Danica Joelle Wu (M.) traf bereits nach vier Minuten zum 1:0 für Essen. © Jan Kuppert
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„Mit Anna Gerhardt verpflichten wir eine hochtalentierte Spielerin auf den Außenbahnen, die sowohl in der Offensive als auch in der Defensive zum Einsatz kommen kann“, freut sich Turbine-Coach Rudolph. Er sieht großes Entwicklungspotenzial in seinem neuen Schützling, der Felcitas Rauch ersetzen könnte. Nach Informationen der Wolfsburger Allgemeinen steht die scheidende Vize-Kapitänin auf der Wunschliste des VfL Wolfsburg, könnte also Svenja Huth in die Autostadt folgen. Die Wechselbekundungen der beiden Aushängeschilder hatten den Verein vor Wochenfrist erreicht. Clubpräsident Rolf Kutzmutz gibt sich gelassen: „Sorgen muss man sich um Turbine Potsdam nicht machen“, sagt er. Schließlich hätten auch in der Vergangenheit immer wieder Leistungsträgerinnen den Verein verlassen.

Junge Spielerinnen im Turbine-Blickfeld

Auch Anna Gerhardt sollte einst aus Köln zum VfL wechseln, erteilte den Wölfinnen 2016 aber eine Absage. Ihre Verpflichtung verdeutlicht Turbines neue Philosophie, qualitative Verluste verstärkt mit jungen Spielerinnen aufzufangen. Diese wolle man „weiterentwickeln und zu gestandenen Bundesliga-Spielerinnen“ ausbilden, heißt es vom Verein. Solche selbst zu verpflichten, wird für die Brandenburgerinnen angesichts der wirtschaftlichen Überlegenheit der Konkurrenten aus Wolfsburg und München immer schwieriger.

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Bei Felicitas Rauch, Johanna Elsig und Lisa Schmitz ging das Konzept auf. Alle drei reiften erst in Potsdam zu Nationalspielerinnen. Gemeinsam mit ihrer Spielführerin Svenja Huth ist das Trio am Montag nach Frankreich aufgebrochen, wo die Nationalmannschaft am Donnerstag (21 Uhr, Eurosport) im ersten Testspiel des Jahres auf den WM-Gastgeber trifft.

Nach zuletzt zwei Unentschieden (3:3 in Frankfurt und 2:2 gegen Essen) ist die Nominierung von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die vor ihrem Debüt steht, ein willkommener Tapetenwechsel für die vier Turbinen. „Vielleicht kann es ganz gut tun, ein bisschen Abstand zu den letzten Spielen zu gewinnen“, glaubt Lisa Schmitz. „Wir fahren immer sehr gerne zur Nationalmannschaft. Wir haben ein großes Turnier vor der Brust und wollen da eine gute Rolle spielen“, fügt Svenja Huth hinzu, die ihren WM-Kaderplatz als neue DFB-Vize-Kapitänin sicher haben dürfte.

Huth: "Müssen zwei gute Halbzeiten spielen"

Den will sich die Potsdamer Torhüterin noch erarbeiten. „Ich will im Sommer auf jeden Fall dabei sein“, sagt Lisa Schmitz. Svenja Huth weiß: „Nach der Nationalmannschaft geht es hier genauso weiter. Da müssen wir sehen, dass wir nicht immer nur eine, sondern zwei gute Halbzeiten spielen. Dann werden wir auch wieder drei Punkte einfahren.“

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