10. März 2022 / 21:14 Uhr

Erstes Spiel in Fürth seit fast sieben Jahren: RB Leipzigs linker Hammer ins Glück

Erstes Spiel in Fürth seit fast sieben Jahren: RB Leipzigs linker Hammer ins Glück

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
2015 August: Beim 2:2 im Heimspiel gegen Greuther Fürth erzielt Emil Forsberg sein erstes Pflichtspieltor für RB Leipzig.
Mit einem satten Linksschuss brachte Emil Forsberg 2015 RB Leipzig einen Punkt gegen Fürth ein. © Imago Images
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Am 3. August 2015 schoss Emil Forsberg beim 2:2 gegen Fürth sein erstes Punktspieltor für RB – am Sonntag (19.30 Uhr, dazn.com) sieht man sich wieder. Ob der Schwede wieder einen auspackt?

Leipzig. Als Emil Forsberg im Januar 2015 von Malmö FF zum Zweitligisten RB Leipzig wechselte, war das Geschrei groß. Wie kann einer mit 23 und trotz mehrerer Erstliga-Angebote aus verschiedenen Ländern ins deutsche Fußball-Unterhaus wechseln? Und was ist eigentlich in RB-Sportdirektor Ralf Rangnick gefahren, der in der zweiten Liga 3,5 Millionen Euro für einen einzigen Fußballer raus tut?

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Bisher keine Niederlage gegen Fürth

Wasser auf die Mühlen der nahezu ehrlich Besorgten und Entsetzten: Forsberg passte sich in der Rückrunde der Saison 2014/2015 an die dünnen RB-Vorträge an, schoss kein Tor, bereitete keins vor. Der Transfer warf erst in der Spielzeit danach Rendite ab und mündete im Bundesliga-Aufstieg. Forsbergs Bilanz: Acht Tore, sieben Vorlagen, notenbester Zweitliga-Spieler im Fachorgan „Kicker“.

DURCHKLICKEN: Emil Forsberg bei RB Leipzig

2015 Januar: Forsberg trainiert für RB (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2015 Januar: Forsberg trainiert für RB (@GEPA Pictures) ©

Womit wir beim kommenden Gegner der Bullen, der Spielvereinigung Greuther Fürth wären. Forsberg, 30, trägt eben jene Fürther für immer im Herzen, weil er am 3. August 2015 am zweiten Zweitliga-Spieltag beim Heim-2:2 gegen, ja, Fürth, in der 74. Minute sein erstes Punktspieltor für RB erzielt hat. Ja, die Kleeblätter haben Forsberg aufs Gleis gesetzt und die internationale Top-Karriere des schwedischen D-Zuges maßgeblich befördert. „Ob ich mich an das Tor erinnere? Na klar“, sagt Forsberg (38 Punktspieltore, 50 Assists für RB) vorm Match in Fürth (Sonntag, 19.30 Uhr). „Mit diesem Tor wurde alles anders und besser.“ Wie das erste Halbjahr seiner RB-Zeit gewesen sei? „Nicht so schön.“

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Wo wir schon bei Namen, Zahlen und Statistiken sind: Am 12. Dezember 2014 kreuzten Fürth und RB erstmals die Klingen. In der 2. Bundesliga. Der Österreicher Niklas Hoheneder sorgte in der 77. Minute für den 1:0-Sieg der Männer von Alexander Zorniger in Fürth. Ein gewisser Ante Rebic stand damals in der Leipziger Anfangsformation, hatte ansonsten bei Zorniger den Zonk gezogen.

Heimstarke Kleeblätter

Am 24. Mai 2015 siegte RB daheim 2:0 gegen Fürth. Es war der 34. Zweitliga-Spieltag und der Tage diverser Abschiede. Daniel Frahn sagte mit dem Treffer zum 1:0 (29.) adieu (Dominik Kaiser traf zum 2:0/45.), Joshua Kimmich schlüpfte nach der Partie in Lederhosen. Es folgte das erwähnte 2:2 mit Forsbergs Hilfe am 3. August 2015. Am 19. Dezember 2015 gewann RB in Fürth 2:1. Yussuf Poulsen (48.) und Stefan Ilsanker (90.) trafen.

Am 23. Oktober 2021 traf man sich in der Bundesliga. Poulsen (46.), Forsberg (53.), Dominik Szoboszlai (65.) und Hugo Novoa (88.) trafen zum 4:1 (0:1)-Heimsieg der Rasenballer. Am Sonntag (19.30 Uhr) sieht man sich wieder. In Fürth. Es ist das Duell des Letzten gegen den Fünften. Alles klar? Mitnichten. Die Aufsteiger haben sich unter Coach Stefan Leitl in der Liga akklimatisiert und sind im Sportpark Ronhof eine Macht geworden. Fürth ist mit drei Dreiern und drei Remis Rangvierter in der Heimtabelle der letzten sechs Spieltage.

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Und: Fürth ließ bisher lediglich 18 gegnerische Torschüsse nach einem Konterangriff zu. Bestwert hinter dem VfL Wolfsburg. Bedeutet für Emil Forsberg und Co.: Über die reinen Umschaltmomente ist den kratzbürstig-athletischen Gastgebern nicht beizukommen. Es braucht also Geduld bei eigenem Ballbesitz. Und schnelle Spielverlagerungen. Und Tempo. Und Dribblings. Ansonsten kriegt man sie nicht auseinandergespielt, diese Fürther.