25. Februar 2021 / 18:50 Uhr

Erstes Spiel nach vier Monaten: BSG Chemie Leipzig unterliegt Meuselwitz 2:3

Erstes Spiel nach vier Monaten: BSG Chemie Leipzig unterliegt Meuselwitz 2:3

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Trafen vor dem Testspiel im September 2020 zuletzt aufeinander: BSG und ZFC.
Trafen vor dem Testspiel im September 2020 zuletzt aufeinander: BSG und ZFC. © Mario Jahn
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Geheimer Test: Die BSG Chemie Leipzig und der ZFC Meuselwitz haben unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Freundschaftsspiel beim SV Lindenau bestritten. Die Leutzscher verloren gegen den Ligakonkurrenten 2:3.

Leipzig. Fast vier Monate sind seit dem letzten Spiel der BSG Chemie vergangen – nun wurde Mittwochabend gegen den ZFC Meuselwitz getestet. Um überhaupt kein Risiko einzugehen, gegen geltende Corona-Auflagen zu verstoßen, wurde das Spiel auf dem Kunstrasenplatz des SV Lindenau im Geheimen ausgetragen. Chemie verlor 2:3.

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ZFC feldüberlegen

Die Vorbereitung begann bereits am Montagabend in Form von Corona-Testungen, die für alle Spieler und Funktionäre negativ blieben. Die Gastgeber begannen die Partie mit hohem Tempo, wirkten sehr agil und absolut spritzig. Anders als der ZFC, der am Dienstag noch eine schwere Ausdauereinheit absolviert und am Mittwochnachmittag eine normale Trainingseinheit hatte. Die Hintermannschaft der Gäste kam ein ums andere Mal in Verlegenheit. Das Tor durch Nachwuchskader Tom Gründling nach kapitalem Fehler der Meuselwitzer in der 10. Minute war folgerichtig und nicht unverdient, vor allem auch, weil das ZFC-Spiel viel zu behäbig wirkte, die Fehlerquote im Spielaufbau einfach zu hoch war und die nötige Aggressivität fehlte. Auch danach gab es noch Möglichkeiten, den Spielstand zu erhöhen. „Leider fehlte uns entweder das Glück, etwa nach dem Schuss von Kirstein, der an die Lattenunterkante ging, oder wir haben den besser positionierten Spieler nicht gefunden. Ich denke aber, dass die erste Hälfte sehr ordentlich war“ resümierte Chemies sportlicher Leiter Andy Müller-Papra.

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Chemie wechselte dann durch, der ZFC kam stärker auf und sorgte für ein deutlich ansehnlicheren Spiel seitens der Gäste. Dies führte in der 70. Minute zum hochverdienten Ausgleich durch Jegor Jagupov, der nach guter Einzelaktion mit Schuss ins lange Eck traf. Die Leipziger, die mit zunehmender Spieldauer dem anfänglichen Tempo Tribut zollen mussten, kamen dann doch nochmals zur Führung, in diesem Fall durch einen fulminanten Fernschuss von Benjamin Luis. Der ZFC bliebt davon wenig beeindruckt und spielte feldüberlegen weiter. Den abermaligen Ausgleich erzielt Amer Kadric, der eine Flanke von Timo Mauer aus Nahdistanz per Kopf verwandelte. Den Endstand zum 2:3 schließlich stellte Routinier René Weinert her, der im Anschluss an einen Eckball aus dem Gewühl heraus aus spitzem Winkel und recht kurzer Torentfernung den Ball unter die Latte beförderte.

Gäste-Trainer Holm Pinder: „Ein gelungener Test nach zuletzt extrem intensiven Trainingstagen, mit mehr Wert als zehn Testspiele untereinander, auch wenn wir in der ersten Halbzeit mehrfach indisponiert waren.“ Andy Müller-Papra zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Ich glaube, nach so langer Zeit war das ein ordentlicher Test. Wir sind froh, mal wieder auf dem Platz gestanden zu haben.“ Auf die öffentliche Ankündigung der Termine und Gegner wird Chemie bewusst verzichten. Hierzu erklärt Müller-Papra: „Es ist uns bewusst, dass uns allen der Sport fehlt. Es gibt nichts Schöneres, als vor Fans zu spielen und wir würden liebend gern alle wieder sehen. Die Spiele dürfen jedoch derzeit nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden und wir möchten unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und vermeiden, dass größere Personenansammlungen am oder im Stadion stattfinden.“

Chemie: Bellot, Karau, Wajer, Bury, Reinhard, Fassbender, Keßler, Kirstein, Boltze, Halili, Gründling (eingewechselt: Lattendresse-Levesque, Wendschuch, B. Schmidt, Petraček, Wendt, Luis, Pannier, F. Schmidt, Krahl

ZFC: Guderitz, Resvanis, Raithel, Tuncer, Moritz, Bürger, Kadric, Becker, Mauer, Stenzel, Zintsch, Ernst, Weinert, Albert, Jagupov, Dartsch.


Tore: 1:0 Gründling (10.), 1:1 Jagopov (70.), 2:1 Luis (75.), 2:2 Mauer (80.), 2:3 Weinert (88.)