22. August 2020 / 09:39 Uhr

Erzgebirge Aue-Kapitän Martin Männel: Mini-Kader ist eine "wacklige Geschichte"

Erzgebirge Aue-Kapitän Martin Männel: Mini-Kader ist eine "wacklige Geschichte"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
MartinMännel
Trägt seit zwölf Jahren das Trikot des FC Erzgebirge Aue: Kapitän Martin Männel. © PICTURE POINT
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Am 19. September startet Erzgebirge Aue in die neue Zweitliga-Saison. Auftaktgegner ist der Aufsteiger aus Würzburg. Martin Männel blickt trotz des kleinen Kaders zuversichtlich in die kommende Spielzeit. Ebenfalls optimistisch äußert sich der FCE-Torhüter zu seinem Genesungsprozess. Der 32-Jährige möchte bis zur ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am zweiten September-Wochenende wieder in Bestform sein.

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Aue. Dass die Vereinsbosse von Erzgebirge Aue den Kader aus finanziellen Gründen verkleinern müssen, beschäftigt auch Martin Männel. „Es ist eine sehr, sehr wackelige Geschichte, dass man mit 20 Feldspielern und dazu drei Torhütern in die Saison geht. Das könnte am Ende dazu führen, dass man vielleicht im Oktober oder im Winter nachlegen muss“, sagte der Kapitän des Zweitligisten im MDR.

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Für den 32-Jährigen stellt die diesjährige Transferperiode eine Ausnahmesituation dar. Noch ist ungeklärt, ob ab September wieder Fans in die Bundesliga-Stadien dürfen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zwingen aber nicht nur die Auer zum Sparen. „Am Ende muss vom Verein sichergestellt werden, dass wirtschaftlich Maß gehalten wird. Wenn wir 20 Feldspieler in die Saison schicken und die Qualität stimmt, dann sind wir trotzdem so aufgestellt, dass wir im Optimalfall eine gute Saison spielen können“, erklärte Männel.

Operation blieb Männel erspart

Genauso optimistisch äußerte sich Aues Stammkeeper zu seinem Genesungsprozess. Vor seiner Rückkehr auf den Trainingsplatz wurde die Schulter von Männel einer ganz speziellen Belastungsprobe unterzogen. „Dass ich mich wieder draufschmeißen kann, war die erste Erfahrung, die ich zu Hause im Garten mit meinem Sohn gemacht habe“, sagte der Schlussmann. Inzwischen konnte Männel die Belastung im Training bereits steigern: „Von Liegestütz bis Unterarmstütz geht schon wieder alles. Bälle gefangen habe ich auch schon.“

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Mitte Juni hatte sich Männel im Spiel beim FC St. Pauli schwer verletzt. Ein ausgekugeltes Schultergelenk bedeutete das vorzeitige Saisonende für den Torwart. „Damals waren die Schwere der Verletzung und die Ausfallzeit nicht genau abzusehen. Es hätte durchaus viel schlimmer kommen können“, betonte Männel. Die Urlaubszeit verbrachte er vor allem mit physiotherapeutischen Behandlungen. Eine Operation blieb dem Auer Profi, der seit 2008 das Trikot des FC Erzgebirge trägt, erspart.

Personalplanungen noch nicht abgeschlossen

Das erste Pflichtspiel bestreitet Aue am zweiten September-Wochenende. In der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals ist der Zweitligist beim Pokal-Champion des Württembergischen Verbandes zu Gast. Männel ist „voller Optimismus“, dann wieder in Bestform zu sein.

In Philipp Klewin wurde vor einer Woche eine neue Nummer zwei verpflichtet. Der frühere Erfurter stand zuletzt bei Arminia Bielefeld unter Vertrag. Obwohl er weiß, dass im Normalfall kein Vorbeikommen an Männel ist, freut sich Klewin auf die neue Herausforderung. „Von der Idee, ins Erzgebirge zu wechseln, war ich sofort begeistert. Ich wurde sehr gut aufgenommen“, erzählte Klewin. Er ist neben Gaëtan Bussmann, Florian Ballas und Ognjen Gnjatic einer von vier Neuzugängen.

Die Personalplanungen sind in Aue damit aber noch nicht abgeschlossen. „Wir wollen und müssen offensiv noch zulegen“, sagte Cheftrainer Schuster. „Wir sind schließlich alle bestrebt, dass Erzgebirge Aue mittel- und langfristig Zweitligist bleibt.“

Sebastian Wutzler