08. Dezember 2017 / 14:28 Uhr

Es droht das "blaue Wunder": Scholl kritisiert neue Trainer-Generation

Es droht das "blaue Wunder": Scholl kritisiert neue Trainer-Generation

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mehmet Scholl ahnt Böses für den deutschen Fußball.
Mehmet Scholl ahnt Böses für den deutschen Fußball. © getty
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Newcomer wie Julian Nagelsmann bei der TSG Hoffenheim oder Domenico Tedesco bei Schalke 04 stehen stellvertretend für eine neue Generation an Trainern, die derzeit in die Bundesliga drängen. Mehmet Scholl ist das ein Dorn im Auge.

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Fußball-Experte Mehmet Scholl ist eine umstrittene Figur in der deutschen Medienlandschaft. Der frühere Profi hält selten mit seiner Meinung hinter dem Berg und sorgt mit drastischen Aussagen regelmäßig für Aufsehen. Nun hat der 47-Jährige ein neues Feindbild gefunden: Die jungen Nachwuchstrainer in der Bundesliga.

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Mit Domenico Tedesco, Hannes Wolf oder vor allem Julian Nagelsmann mischen seit einiger Zeit begabte Fußballlehrer die Bundesliga auf. Eine Entwicklung, die Mehmet Scholl Bauchschmerzen bereitet. "Die Tedescos, die Wolfs - sie sprießen aus dem Boden und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben", warnte der Ex-Profi in seiner Radiosendung "Mehmets Schollplatten", die einmal im Monat im BR läuft.

Die neuen Trainer, die demnach bei ihrer Ausbildung beim DFB "elf Monate Gehirnwäsche" verpasst bekämen, "sind nicht wirklich an den Menschen und den Fußballern interessiert. Viel schlimmer: Diese ganzen Trainer gehen jetzt in den Nachwuchs, weil oben die Plätze begrenzt sind". Für Scholl bedeutet das eine Gefährdung der Basis des deutschen Fußballs.

Die jüngsten Trainer-Debütanten der Bundesliga

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Platz 10: Ralf Minge: 32 Jahre, 195 Tage © dpa

"Sie können 18 Systeme, rückwärtslaufen und furzen"

"Die Kinder müssen abspielen, dürfen sich nicht mehr im Dribbeln ausprobieren. Sie kriegen nicht die richtigen Hinweise, warum ein Pass nicht gelingt, warum ein Dribbling nicht gelingt, warum der Zweikampf verloren wurde. Stattdessen können sie 18 Systeme, rückwärtslaufen und furzen", fand der frühere Bayern-Star, zwischenzeitlich selbst als Trainer aktiv, deutliche Worte.

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Das werde dazu führen, dass ganz oben "eine weichgespülte Masse ankommen wird, die erfolgreich sein wird, aber niemals das Große gewinnen wird". Für bestimmte Spielertypen werde diese Entwicklung das Aus bedeuten. "Nebenbei werden die Riberys und Robbens aussortiert, weil sie unbequem sind. Auch die Machtmenschen wie Effe (Stefan Effenberg, d. Red.), die dann am Ende den Unterschied ausmachen können, die werden auch aussortiert."