03. Juni 2019 / 15:38 Uhr

Stefan Elor: "Es fehlt Wertschätzung  und Anerkennung"

Stefan Elor: "Es fehlt Wertschätzung  und Anerkennung"

Knut Hagedorn
Märkische Allgemeine Zeitung
Stefan Elor ist ein Mann klarer Worte und bemängelt fehlende Wertschätzung für den Seniorenfußball. 
Stefan Elor ist ein Mann klarer Worte und bemängelt fehlende Wertschätzung für den Seniorenfußball.  © MAZ-Archiv
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Fußballkreis Oberhavel/Barnim: Zehdenicker Seniorenfußballer Stefan Elor übt deutliche Kritik am Fußballkreis.

Stefan Elor ist ein Mann klarer Worte. Der 37-jährige Seniorenfußballer des SV Zehdenick sagt was er denkt – und übt wenn nötig auch Kritik. Gerade mit Blick auf das anstehende Endspiel am 16. Juni um die Kreismeisterschaft der Ü35-Senioren schwillt Elor gehörig der Kamm.

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„Wir sollen am 16. Juni, einem Sonntag, das Endspiel um die Kreismeisterschaft in Werneuchen gegen Preussen Eberswalde austragen. Dazu fällt mir echt nichts mehr. Auch als Seniorenfußballer möchte man gerne nach einem Endspiel gemütlich beisammen sitzen und gegebenenfalls auch feiern, doch das geht bei diesem Termin nicht, da wir alle Montag arbeiten müssen“, beklagt sich Elor.

Für ihn ist dieser Termin ein Affront und nicht geprägt von Respekt gegenüber dem Seniorenfußball. „Mir fehlt die Wertschätzung und Anerkennung unserer Leistungen. Nicht nur, dass Werneuchen natürlich für uns nicht ideal als Ort ist, aber vor allem die Anstoßzeit ist einfach nur eine absolute Frechheit.“

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Neben dem nicht geraden günstigen Endspieltermin kritisiert Elor auch einen Umstand, der sich auf den am Sonntag errungenen Staffelsieg seines SV Zehdenick bezieht. „Wir sind Sonntag Staffelsieger geworden und keiner – ich wiederhole – keiner aus dem Fußballkreis hielt es für nötig, zu diesem Spiel zu kommen und uns als Staffelsieger auszuzeichnen. Das finde ich einfach nur beschämend. Von mir aus hätte auch nicht der Staffelleiter persönlich kommen müssen, aber das keiner der Offiziellen da ist, finde ich schon schwach.“

Für Elor ist das vor allem eine Frage des Respekts – der werde den Aktiven mittlerweile nicht mehr ausreichend gezollt: „Der Fußballkreis ist immer sehr darauf erpicht, dass alles korrekt und ordentlich über die Bühne geht, ansonsten winken schnell Sanktionen. Hier frage ich mich, welchen Stellenwert der Seniorenfußball im Kreis überhaupt noch hat.“

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Kreisoberliga-Spitzenreiter Eintracht Bötzow setzt sich am 28. Spieltag mit 4:1 bei Blau-Weiß Leegebruch durch. Zur Galerie
Kreisoberliga-Spitzenreiter Eintracht Bötzow setzt sich am 28. Spieltag mit 4:1 bei Blau-Weiß Leegebruch durch. © Robert Roeske

Die Kritik an der Ausrichtung der Seniorenendspiele ist nicht neu. Vor zwei Jahren fanden die Endspiele in Eberswalde statt. Gerade bei den Ü45 sorgte dies für totales Unverständnis. Im Finale standen sich die beiden Ortsnachbarn SV Glienicke und Blau-Weiss Hohen Neuendorf gegenüber. „Wir liegen nur wenige Kilometer auseinander und fahren dann für ein Endspiel fast 140 Kilometer - und dann ist noch nicht mal der Platz vorbereitet“, schimpfte damals SVG-Akteur Christian Schickersinsky.


Auch 2016 hagelte es massive Kritik an der Austragung des Finales der Ü35. Damals trafen der FC 98 Hennigsdorf und der Oranienburger FC Eintracht in Hohen Neuendorf aufeinander. Die Gastgeber von Blau-Weiss bestachen damals vor allem durch Desinteresse am Endspiel. Sie bauten schon während des Elfmeterschießens den Platz ab. Vom Fußballkreis war zu dieser Thematik nichts zu erfahren, der Zuständige nicht zu erreichen.