05. September 2020 / 15:11 Uhr

Es geht wieder los! Die Kreisliga-Teams aus dem Süden der Region im SPORTBUZZER-Check

Es geht wieder los! Die Kreisliga-Teams aus dem Süden der Region im SPORTBUZZER-Check

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der TSV Goltern gehört in der Kreisliga 3 zu den Meisterschaftsfavoriten.
Der TSV Goltern gehört in der Kreisliga 3 zu den Meisterschaftsfavoriten. © Debbie Jayne Kinsey
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Endlich geht es wieder los! An diesem Wochenende starten die Amateurfußballer in die neue Saison. Auch in den Kreisligen rollt ab Samstag wieder der Ball. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über den aktuellen Stand bei den Kreisliga-Teams aus dem Süden der Region.

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Es geht wieder los in der Kreisliga. Die Vorfreude nach sechs Monaten Pause ist riesig – auch wenn die Euphorie schon vor dem Start gedämpft wurde. Die Corona-Fälle in Wilkenburg und in Gleidingen lassen erste Zweifel aufkommen, inwiefern ein regulärer Saisonablauf überhaupt möglich ist. Beim BSV Gleidingen ist man skeptisch. „Es kommt darauf an, wie viele Vereine in der nächsten Zeit in Quarantäne gehen müssen“, sagt Spielertrainer Dimitri Kiefer. „Wenn das ausartet, kann ich mir vorstellen, dass die Saison wieder abgebrochen wird. Die Gesundheit geht vor.“

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Seine Mannschaft muss das erste Spiel in der Staffel 4 nachholen, Kiefer würde am liebsten auch das zweite verschieben. Die Quarantäne trifft die Gleidinger hart. „Alle Spieler waren sehr motiviert und hatten Bock nach der langen Pause wieder zu kicken.“ Top-Zugänge beim BSV sind Rückkehrer Robin Grodd (FC Eldagsen), Marvin Krüger (Koldinger SV) und Kremtim Berisha (1. FC Sarstedt). Entsprechend ambitioniert gibt sich Kiefer: „Unser Ziel ist es, eine gute Saison zu spielen und oben mitzumischen.“

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Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  Zur Galerie
Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

Grasdorf zählt zu den Favoriten

Deutlich forscher ist Germania Grasdorf. Die Laatzener gaben schon im Juli das Ziel Aufstieg aus. Die Testspielergebnisse unterstreichen das, gegen die Bezirksligisten SV 06 Lehrte (3:3) und Niedersachsen Döhren (2:2) gelang jeweils ein Remis. Doch Trainer Jan Hentze mahnt: „Man darf sich bei dieser neuen Regelung keine Fehler erlauben, wenn man am Ende auf Platz 1 stehen will.“ Die Konkurrenz traut der Germania jedenfalls einiges zu – acht von neun Trainerkollegen sehen Grasdorf neben Wettbergen als Top-Favoriten.

Corona stört Wilkenburgs Rhythmus

Ebenfalls häufig genannt ist der SV Wikenburg, der durch einen Corona-Fall allerdings ein wenig aus dem Vorbereitungsrhythmus geworfen wurde. „Nach und nach kommen die Spieler jetzt aus dem Urlaub zurück. Ich hoffe, dass sie uns nichts Schlechtes mitbringen“, meint Trainer Rüdiger Hoffmann. Mit seiner neuformierten Mannschaft will er oben mitspielen, gleich acht Spieler kamen vom SV Linden 07 II, dazu drei weitere. Acht Akteure verließen den Verein allerdings auch, darunter Amir Hossein Haji Morad (SV Ihme-Roloven) und Dominik Don Twele (TuS Davenstedt). Auf ein eingespieltes Team setzt dagegen der TSV Pattensen II. Piet Seemann (Grasdorf) und Fabian Tschirner (VfL Nordstemmen) sind die einzigen externen Zugänge, Tim Buchmann (Koldinger SV) der einzige Abgang. Auch der Trainer ist mit Sebastian Franz seit über zwei Jahren derselbe. Optimale Voraussetzungen also, um in dieser Saison nach oben zu schielen? Franz ist vorsichtig. „Ich glaube dieses Jahr ist es sehr schwierig Ziele auszurufen, da keine Mannschaft so recht weiß, wo sie steht und wie fit sie ist“, sagt er.

Hemmingen II setzt auf Kontinuität und den eigenen Unterbau

Wie die Pattenser setzt auch der SC Hemmingen-Westerfeld II traditionell auf Kontinuität und den eigenen Unterbau. Neuzugänge gibt es keine, die fünf „Neuen“ kommen aus der Jugend oder kehren wie Ferdinand Grötz (aus Kiel) und Jan Bösselmann (aus Athen) zurück. Das gleiche auf der Abgangsseite, Hendrik Hinze zieht es beruflich nach Regensburg, Alexander Thomsen (in die Ü32) und Philipp Wunsch (verletzt) treten kürzer. „Die Vorbereitung lief von der Beteiligung super, wir hatten im Schnitt über 22 Leute“, freut sich Trainer Benjamin Weißschuh, der einen Platz unter den ersten fünf als Ziel ausgibt.

Eldagsen II richtet den Blick eher nach unten

Beim dritten Reserveteam der Staffel, dem FC Eldagsen II, geht der Blick eher nach unten – logisch als Aufsteiger. „Das ist schon eine tolle Sache, mit einer zweiten jungen Mannschaft in der Kreisliga mitzuspielen“, freut sich Trainer Karsten Bürst. Bitter für den FCE ist der Verlust von vier Säulen. Pascal Ebeling und Marc Burmeister treten beide kürzer, Justin Grube wird Trainer und Keeper Marc Borchardt geht zum SC Völksen. Verstärkung kommt hauptsächlich aus der eigenen A-Jugend. Es dürfte also keine leichte Saison werden für den Neuling.

Springe muss viele Abgänge kompensieren

Den Verlust von mehreren Leistungsträgern muss auch der FC Springe verschmerzen. Tom-Leon Arlt (FC Eldagsen), Ferhat Arslan (TV Jahn Leveste), Ousmane Tembely (SV Degersen), Novak Sogan (TuS Davenstedt) und Adissone Boyamba (Koblenz) verlassen den Klub. Der Kader wurde dafür mit zehn neuen Spielern aufgefrischt, darunter fünf U19-Eigengewächse und bekannte Gesichter wie Mehmet Yurtseven (SG 05 Ronnenberg) oder Tobias Wißert (TV Jahn Leveste). „Wir haben einen Umbruch im Kader vollzogen“, sagt Trainer Andre Buchholz. „Man sieht, dass Potenzial da ist, jedoch Zeit benötigt wird.“

Kompletter Umbruch auch in Ronnenberg

Einen kompletten „Umbruch“ hat auch die SG 05 Ronnenberg hinter sich. Die zweite Mannschaft, die in der 1. Kreisklasse Meister wurde, ist jetzt die erste. Nur acht Spieler aus dem Team vom letzten Jahr sind geblieben. Entsprechend vorsichtig ist Trainer Henning Lüders. „Unser Ziel ist ein gesicherter Mittelfeldplatz. Der Klassenerhalt wäre schon ein großer Erfolg“, sagt er. Die Vorbereitungsergebnisse lassen das vermuten. In fünf Tests gegen Kreisligisten oder tieferklassige Teams gelang nur ein Sieg. Zum Auftakt geht es für die Ronnenberger nicht nur um Punkte, sondern gleich um Prestige. Denn am Sonntag ist mit dem SV Weetzen gleich der Lokalrivale zu Gast.

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Zurückhaltung in Weetzen

Die Weetzener nennt Lüders gar als Favorit in der Staffel 4 – beim SVW ist man zurückhaltender. „Unser Ziel ist es, einen besseren Punktequotienten zu holen als in der letzten Saison (1,3)“, sagt Teamsprecher Thomas Emmerling. „Damit sollten wir den Abstiegsplätzen fernbleiben können.“ Mit einem Trio aus Leveste sowie Jan Jovers (SV Gehrden) und Dominic Beskow (TSV Barsinghausen) hat sich das Team von Trainer Kai Kühl aber durchaus verstärkt, während der Kern erhalten bleibt.

Goltern landet doppelten Transfercoup

In der Nachbar-Staffel 3 haben gleich zwei Teams aus dem Süden der Region kräftig aufgerüstet. Dem TSV Goltern gelang mit der Verpflichtung der etablierten Landesligaspieler Dennis Mehrkens (TSV Barsinghausen) und Tim Scheffler (1. FC Wunstorf) ein doppelter Transfercoup. Demgegenüber stehen keine Abgänge. „Wenn ich sagen würde, ich will mit dem Kader nicht oben mitspielen, würde ich lügen“, gibt Trainer Gustav Kuhn zu. Die Testspielergebnisse sind beeindruckend. Auf eine 5:6-Niederlage gegen den SV Frielingen folgten sechs Siege bei einem Torverhältnis von 36:4.

Leveste verstärkt sich mit höherklassigen Spielern

Auch der TV Jahn Leveste hat sich mit höherklassigen Spielern verstärkt. Sascha Romaus, Marco Schubring, Torben Mowka und Nils Brummund kommen vom SV Gehrden, Yunus Cetinkaya vom VfL Münchehagen. Mit Springe-Torjäger Arslan kommt ein weiterer Hochkaräter hinzu. Doch Trainer Holger Schwabe hält sich bedeckt. „Ziele halte ich in dieser Zeit für nicht so wichtig. Natürlich wollen wir und auch alle anderen immer gewinnen, aber das ist für mich echt zweitrangig in Zeiten dieser Pandemie“, sagt er.

Kirchdorf will Spitzenteams "so gut wie möglich herausfordern"

Auch Christof Rosenbaum, Trainer des TSV Kirchdorf hofft, „dass wir alle von weiteren Fällen erstmal verschont bleiben.“ Mit seinen Kirchdorfern schrammte er durch den Saisonabbruch unglücklich am zweiten Platz und so einem möglichen Aufstieg vorbei. Der Königstransfer kam schon im Winter – Lars Ritzka vom HSC. Das Ziel Aufstieg nimmt der TSV nicht ins Visier. „Wir sehen uns als Angreifer auf das Spitzenduo Goltern/Leveste und wollen die so gut wie möglich herausfordern“, sagt Rosenbaum.

TSV Wennigsen stellt sich auf den Abstiegskampf ein

Wie in den Jahren zuvor heißt es beim TSV Wennigsen hingegen Abstiegskampf. Mit fünf Niederlagen in fünf Tests verlief die Vorbereitung enttäuschend, Tiefpunkt war das 0:12 gegen Goltern. „Danach haben wir drei Tests abgesagt, weil wir uns mit den Gegnern nicht auf Augenhöhe gesehen haben“, meint Trainer Jan Bornschein zerknirscht. Mit der neuen Staffel ist er nicht glücklich. „Da sind einige unangenehme Gegner dabei“, fürchtet er, hofft aber auf den Turnaround zum Start. „Wir haben ein paar Maßnahmen ergriffen und hoffen, dass die greifen.“