14. August 2019 / 12:05 Uhr

Sarah Zadrazil spricht über das Kapitänsamt bei Turbine Potsdam

Sarah Zadrazil spricht über das Kapitänsamt bei Turbine Potsdam

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Leon Bührle wird von Sarah Zadrazil bedrängt.
Die neue Turbine-Kapitänin Sarah Zadrazil (r.) im Zweikampf mit Saarmunds Leon Bührle beim Testspiel. © Jan Kuppert
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Frauen-Bundesliga: Die 26-Jährige geht in Potsdam in ihr viertes Jahr. Dass sie nun vom Trainerteam zur Anführerin erkoren wurde, damit hatte sie nicht unbedingt gerechnet. 

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Kurz vor der Liga-Generalprobe gegen Sparta Prag (1:1) lüftete Matthias Rudolph das Geheimnis: Sarah Zadrazil ist die neue Kapitänin des 1. FFC Turbine Potsdam. Beim Frauenfußball-Bundesligisten aus der brandenburgischen Landeshauptstadt folgt die Österreicherin damit auf Svenja Huth, die wie ihre Stellvertreterin Felicitas Rauch zum VfL Wolfsburg abgewandert ist. Darum besetzte der Trainer auch den Vizeposten gleich neu: WM-Fahrerin Johanna Elsig wird stellvertretende Spielführerin der Turbinen, die am Freitagabend (18.30 Uhr, Eurosport) mit dem Klassiker beim 1. FFC Frankfurt die neue Bundesliga-Saison eröffnen.

In Bildern: Das ist der Kader des Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam.

<b>Torhüterin:</b> Zala Mersnik, 07.06.2001, im Team seit 2019. Zur Galerie
Torhüterin: Zala Mersnik, 07.06.2001, im Team seit 2019. © Mediengruppe Thiel/Jennifer Schröder
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„Ich kenne meine Rolle im Team“, sagt Sarah Zadrazil, „und weiß, dass ich in dieser Saison vorneweggehen muss.“ Die 26-Jährige geht in Potsdam in ihr viertes Jahr. Dass sie nun vom Trainerteam zur Anführerin erkoren wurde, damit hatte sie nicht unbedingt gerechnet. „Die Binde ist eigentlich nebensächlich, denn wir haben viele Spielerinnen, die auf dem Platz Verantwortung übernehmen können. Trotzdem ist es für mich natürlich eine Ehre, Kapitänin in so einem großen Verein zu sein.“

Die Mannschaft von der Havel, die in dieser Sommerpause nochmals deutlich jünger wurde, nun mit einem Durchschnittsalter von 21,2 Jahren sogar die jüngste der Liga ist, kann von Zadrazils Erfahrung nur profitieren. Die Mittelfeldspielerin spielte von 2012 bis 2016 für das Collegeteam der East Tennessee State University in den USA. Über 60 Länderspiele für die österreichische Nationalmannschaft stehen für sie zu Buche. 2018 wurde Sarah Zadrazil in ihrem Heimatland sogar zur Fußballerin des Jahres gekürt. Im Mittelfeld des 1. FFC Turbine hatte sie schon in der vergangenen Saison, nach dem Abgang von Lia Wälti, die zentrale Rolle der Taktgeberin eingenommen.

Jetzt überträgt ihr Trainer Rudolph weitere Verantwortung. Als Duo sollen Zadrazil und Elsig das Team anführen. „Ich würde die beiden zusammen nehmen, sie sind zwei unterschiedliche Charaktere“, erklärt der Coach. „Ich bin eher der ruhigere Spielertyp, sehe mich als Mentor für die Jüngeren und gehe da eher pädagogisch ran – ich bin ja auch Kindergartenpädagogin“, beschreibt sich die neue Spielführerin selbst. „Johanna wird auch mal etwas härter, wenn es sein muss“, fügt sie hinzu. Elsig sei eine Spielerin, die „in den entscheidenden Momenten auch mal dazwischen haut“, meint Rudolph. Das Duo ergänzt sich. „Wir harmonieren prima, sind ja auch sehr gute Freundinnen und teilen uns bei Auswärtsspielen ein Zimmer“, sagt Sarah Zadrazil.

Aktuelles vom 1. FFC Turbine Potsdam

Das wird auch in Frankfurt so sein. Das Auftaktspiel am Freitagabend wird eines der letzten Duelle der beiden deutschen Frauenfußball-Aushängeschilder vergangener Zeiten. Ab dem Spieljahr 2020/21 will der Frankfurter Traditionsverein unter dem Eintracht-Adler starten. In dieser Saison aber ähneln sich die Ansätze der beiden Titelsammler von einst – Rekordmeister Frankfurt war siebenmal Deutscher Meister, Turbine sechsmal – sehr. Niko Arnautis, der die Frauen vom Main trainiert, setzt wie Matthias Rudolph bei Turbine auf viele junge Talente.

„Sie sind uns sehr ähnlich, haben eine junge Mannschaft, die Fußball spielen will“, weiß auch die österreichische Nationalspielerin. „Ein guter Wegweiser für uns.“ Wenn das Flutlicht im Stadion am Brentanobad angeht, zählt es. „Das wird cool! Ich mag solche Abendspiele. Wir sind alle bereit. Die Vorbereitung war lang genug“, verrät Potsdams neue Leitfigur, die das WM-Turnier im Sommer am Bildschirm verfolgen musste, weil sich Österreich nicht qualifiziert hatte. „Natürlich wäre ich da gern dabei gewesen, aber ich hatte trotzdem eine schöne Zeit. Ich habe mit meiner Cousine einen Roadtrip durch die Nationalparks der USA gemacht“, erzählt sie.

Zurück in Potsdam habe die Mannschaft in den vergangenen neun Wochen seit dem Trainingsauftakt am 17. Juni hart gearbeitet. Aber es war auch mal wieder ein Findungsprozess. Neun Spielerinnen, davon drei aus dem eigenen Nachwuchs und keine älter als 22 Jahre, haben den Kader von Matthias Rudolph verstärkt. „Die Neuzugänge haben sich extrem gut integriert. Wir werden als Mannschaft noch mehr zusammenrücken, das wird auch notwendig sein, nachdem wir ja doch ein paar Lücken zu füllen hatten“, sagt die Kapitänin.

In Bildern: Zur Saisoneröffung empfängt Turbine Potsdam Sparta Prag zum Test.

Zur Saisoneröffung trennten sich Turbine Potsdam und Sparta Prag 1:1 unentschieden. Zur Galerie
Zur Saisoneröffung trennten sich Turbine Potsdam und Sparta Prag 1:1 unentschieden. © René Teichmann

Das Mittelfeld der Liga, hinter den Spitzenteams aus Wolfsburg und München, sei schon im letzten Spieljahr sehr ausgeglichen gewesen. Das werde auch in dieser Saison so sein, erwartet Sarah Zadrazil. „Aber wir haben uns gut entwickelt, werden noch mehr als Kollektiv arbeiten müssen. Dann haben wir auch wieder eine gute Chance, oben dabei zu sein und eine gute Rolle zu spielen“, ist sich die neue Turbine-Anführerin sicher.

Das sagt Turbine-Trainer Matthias Rudolph

Potsdams Trainer Matthias Rudolph (36) über das Eröffnungsspiel zwischen dem 1. FFC Turbine und dem 1. FFC Frankfurt: „Man muss sagen, dass das eine super Auftaktveranstaltung ist, wenn zwei solche traditionsreiche Mannschaften gegeneinander spielen.“ Rudolph: „Wir freuen uns wahnsinnig darauf. Flutlicht, so ein traditionsreiches Derby, zwei junge Mannschaften, die unbedingt gewinnen wollen – ich glaube, das verspricht eine Menge Action auf dem Platz.“ Definitiv fehlen werden in Frankfurt Adrijana Mori, Dina Orschmann (beide Kreuzbandriss), Karoline Smidt Nielsen und Caroline Siems (beide im Aufbau).

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