06. Oktober 2020 / 17:11 Uhr

Nächster Pokal-Held hört auf: Ex-Wolfsburger Träsch beendet seine Karriere

Nächster Pokal-Held hört auf: Ex-Wolfsburger Träsch beendet seine Karriere

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Beendet seine Karriere: Ex-Wolfsburger Christian Träsch.
Beendet seine Karriere: Ex-Wolfsburger Christian Träsch. © Tim Schulze
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Das kommt unerwartet: Ex-VfL-Profi Christian Träsch beendet im Alter von 33 Jahren seine Karriere. Von 2011 bis 2017 war der Rechtsverteidiger für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten aktiv und feierte 2015 mit dem Team den Gewinn des DFB-Pokals.

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Damit war nicht unbedingt zu rechnen: Wie die Bild berichtet, beendet Christian Träsch im Alter von 33 Jahren seine Profi-Karriere. Von 2011 bis 2017 hatte der Abwehrspieler beim VfL Wolfsburg unter Vertrag gestanden und feierte mit dem Fußball-Bundesligisten 2015 den Gewinn des DFB-Pokals. Damit ist er nach Diego Benaglio, Naldo und André Schürrle (alle dieses Jahr) der vierte Akteur aus der Siegermannschaft von damals, der seine Fußballschuhe an den Nagel hängt.

Insgesamt 207 Bundesliga-Partien, 28 Europacup-Spiele und zehn Länderspiele für Deutschland bestritt Träsch in seiner Karriere - 154 Mal stand er allein für den VfL auf dem Platz. Im Pokal-Finale in Berlin war er kurz vor Schluss für Daniel Caligiuri (jetzt FC Augsburg) eingewechselt worden und hielt den 3:1-Sieg gegen Borussia Dortmund mit fest. "Die Zeit dort war für den VfL und mich prägend. Es war der schönste Abschnitt meiner Fußball-Karriere", sagt Träsch rückblickend.

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Und auch, wenn er an seine besten Mitspieler denkt, kommt er an Wolfsburg nicht vorbei. "Kevin De Bruyne spielt da eine ganz große Rolle", so der Abwehrmann über den jetzigen ManCity-Star, der von Januar 2014 bis August 2015 beim VfL war. "Und dann noch Marcel Schäfer. Als ich in der U19 von 1860 München spielte, war er schon bei den Löwen-Amateuren. Mich hat es brutal inspiriert, wie er da die linke Seite hoch und runter marschiert ist. Er und ich waren nicht die begnadetsten Fußballer. Aber wir zwei sind Beispiele dafür, dass man mit harter Arbeit alles schaffen kann und Mentalität immer eine große Rolle spielt", sagt Träsch über sich und den heutigen VfL-Sportdirektor.

2017 ging es für Träsch dann zum FC Ingolstadt, zuletzt stand er bei Al Wasl in Dubai unter Vertrag - und nun will sich der Rechtsverteidiger mehr seiner Ehefrau Jenny und den beiden Töchtern widmen. "Ich habe gemerkt, wie sehr ich die Zeit mit der Familie genieße. Wie gut sich das anfühlt, wenn man spürt, wie sehr sich Frau und Kinder freuen, dass der Papa da ist. Da ist für mich der richtige Moment gekommen, um zu sagen: Die Karriere war schön. Aber es reicht!

Gedanken, aufzuhören, habe es schon länger gegeben. Oft hatte Träsch mit Verletzungen zu kämpfen - aber es kam noch schlimmer: "Gegen St. Etienne bekam ich einen Schlag auf das Brustbein. Dadurch entstanden später Herzrhythmus-Probleme. Ich hatte teilweise bis zu 140 Herzschläge pro Minute und zu hohen Blutdruck. Deshalb musste eine spezielle Stelle an der Herzwand verödet werden. Das war so ein Moment, bei dem ich gedacht habe: Ist es das Ganze noch wert?" Jetzt ist seine Entscheidung also gefallen - und Pläne für die Zukunft hat er auch schon: "Ich hatte ja während meiner Zeit in Wolfsburg im VfL-Campus ein Sportmanagement-Studium begonnen. Das könnte ich jetzt beenden. Auch den Trainer-Schein zu machen, könnte eine Option sein."