06. April 2021 / 13:59 Uhr

Hansa Rostock: 74 Punkte haben immer zum Aufstieg gereicht

Hansa Rostock: 74 Punkte haben immer zum Aufstieg gereicht

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Pure Glückseligkeit: Die Hansa-Profis feiern mit den Fans den Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Pure Glückseligkeit: Die Hansa-Profis feiern mit den Fans den Aufstieg in die 2. Bundesliga. © imago
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2011 feierte der FC Hansa den Aufstieg auf der Autobahn. Zehn Jahre später stehen die Rostocker vor der Rückkehr in die 2. Bundesliga. Das Team von Trainer Jens Härtel liefert sich einen packenden Dreikampf mit Dresden und Ingolstadt um die Aufstiegsplätze.

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Es war einer der kuriosesten Aufstiege in der deutschen Fußball-Geschichte. Der FC Hansa Rostock war an jenem 23. April 2011 auf dem Weg zum Auswärtsspiel gegen Bayern München II, als die Nachricht von der 0:1-Niederlage von Verfolger Wehen Wiesbaden in Erfurt die Runde machte. Damit stand der Aufstieg des Tabellenzweiten schon drei Spieltage vor dem Saisonfinale unumstößlich fest. Der Bus steuerte umgehend den Rasthof Hermsdorfer Kreuz an. Bei der spontanen Feier gab es Kaffee und Kuchen.

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„Wir haben uns kurz umarmt. Alle haben telefoniert. Aber es war auf dem Rastplatz nicht so euphorisch, wie man sich das bei einem Aufstieg vorstellt“, erinnert sich Jörg Hahnel. „Dafür konnten wir dann nach den restlichen Spielen immer noch gehörig feiern. Das haben wir auch ausgiebig getan“, fügt der Aufstiegs-Torhüter von einst hinzu.

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Der Party-Trubel begann nach dem 0:0 gegen die kleinen Bayern. An der Grünwalder Straße wurden die Stadiontore geöffnet. Die Aufstiegs-Helden, zu denen neben Hahnel auch der damalige Kapitän Sebastian Pelzer, Björn Ziegenbein, Marcel Schied, Peter Schyrba, Mohammed Lartey, Kevin Pannewitz, Dexter Langen oder Tobias Jänicke gehörten, jubelten und tanzten auf dem Rasen. Die 1500 mitgereisten Fans feierten mit.

Zehn Jahre später peilen die Hanseaten erneut den Aufstieg an. Acht Runden vor Saisonende liefert sich das Team von Trainer Jens Härtel, das 58 Punkte auf dem Konto hat, einen packenden Dreikampf mit Spitzenreiter Dynamo Dresden (59) sowie Verfolger FC Ingolstadt (57). Jörg Hahnel (39) ist optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir sicher unter die ersten drei kommen.“

In der Geschichte der 2008 gegründeten 3. Liga waren 74 Punkte immer Garant für den direkten Aufstieg. In der Vorsaison reichten den Würzburger Kickers und Eintracht Braunschweig 64 Zähler, um ins Fußball-Unterhaus einzuziehen. Die souveränsten Meister der 2008 gegründeten 3. Liga waren 2011 Eintracht Braunschweig sowie 2018 Magdeburg (mit Trainer Jens Härtel) mit je 85 Punkten.

Dramatik, Freude und Enttäuschung – die Relegationsspiele zwischen dem Tabellen-16. der 2. Bundesliga und dem Dritten der 3. Liga stehen für eine spannungsgeladene Saison-Verlängerung. Vor einem Jahr stand der FC Ingolstadt vor einem Fußball-Wunder. Nach dem 0:2 in Nürnberg führten die Schanzer im Rückspiel bereits mit 3:0. Die Fans feierten schon den Aufstieg, doch dann schlug der Club zurück. In der fünften Minute der Nachspielzeit gelang Fabian Schleusener das 1:3. Nürnberg blieb oben, Ingolstadt unten.

Im Sommer 2001 wurde das neue Ostseestadion nach Umbau eingeweiht.

Im ersten Spiel im neuen Ostseestadion am 4. August 2001 sahen 25.100 Zuschauer bei Dauerregen eine 0:3-Niederlage des FC Hansa gegen Bayer Leverkusen. Es war der erste Auswärtsauftritt des Brasilianers 
Zé Roberto in der Bundesliga, der später beim FC Bayern und dem Hamburger SV reüssierte. Zur Galerie
Im ersten Spiel im neuen Ostseestadion am 4. August 2001 sahen 25.100 Zuschauer bei Dauerregen eine 0:3-Niederlage des FC Hansa gegen Bayer Leverkusen. Es war der erste Auswärtsauftritt des Brasilianers  Zé Roberto in der Bundesliga, der später beim FC Bayern und dem Hamburger SV reüssierte. ©

Dennoch spricht die Statistik der bisher zwölf Duelle für die Drittligisten. Bereits acht Mal setzte sich der Vertreter aus der 3. Liga durch. Nur vier Mal behielt der Zweitligist die Oberhand.

Hansa war einmal in der Relegation dabei. 2010 patzten die Rostocker im Saison-Finale. Durch zwei Niederlagen gegen Ingolstadt stiegen die Hanseaten aus der 2. Liga ab.

Wenn man in den Entscheidungsspielen besteht, „ist die Feier noch mal geiler“, meint Jörg Hahnel. Aber den Nervenkitzel würde sich der Ex-Profi, der heute als Nachwuchscoach für Hansa tätig ist, gern ersparen. „Ich wünsche mir, dass wir auf Platz eins oder zwei landen.“