18. November 2021 / 22:15 Uhr

"Es tut weh" - Wolfsburger Frust nach dem 0:2 in der Champions League gegen die Juve-Frauen

"Es tut weh" - Wolfsburger Frust nach dem 0:2 in der Champions League gegen die Juve-Frauen

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Juve-Jubel, VfL-Frust: Wolfsburg-Trainer Tommy Stroot vermisste Klarheit und Zug zum Tor.
Juve-Jubel, VfL-Frust: Wolfsburg-Trainer Tommy Stroot vermisste Klarheit und Zug zum Tor. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Erste Niederlage für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg in dieser Champions-League-Saison. Nach dem 0:2 gegen Juventus Turin droht das Aus in der Gruppenphase - entsprechend groß ist der Frust.

Dass es eine schwere Umbruch-Saison für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg werden könnte, war allen Beteiligten immer klar. Ein Aus in der Gruppenphase der Champions League war dabei nicht unbedingt vorgesehen - doch genau das droht nach dem 0:2 am Donnerstagabend gegen Juventus Turin. Hinter dem klaren Favoriten Chelsea haben die Italienerinnen, die schon das 2:2 im Heimspiel gegen Wolfsburg bejubelt hatten, nun die eindeutig besseren Karten. Denn der VfL muss in den letzen beiden Partie nicht nur die Pflichtaufgabe in Genf (8. Dezember) lösen, sondern auch das Gruppenfinale gegen Chelsea (16. Dezember) gewinnnen. "Eine Ausgangssituation, die wir nicht haben wollten", gab VfL-Torfrau Almuth Schult zu.

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"Unsere Aufgabe ist es jetzt, gegen Genf zu gewinnen - und dann haben wir ein Finale gegen Chelsea", so VfL-Trainer Tommy Stroot - wohl wissend, dass sich eine Offensivleistung wie gegen Turin dabei nicht wiederholen darf. "Wir haben die Klarheit und den Zug im letzten Drittel vermissen lassen - und wurden bestraft."

Und das durch ein bitteres Eigentor von Kathy Hendrich und einen Treffer in der Nachspielzeit. Die taktische Konzept der Italienerinnen war aufgegangen, das des VfL nicht. "Ich fand, dass wir in der ersten Halbzeit durchaus das Heft in die Hand genommen haben und aktiv waren", so Stroot. "Es war die Qualität der Italienerinnen, das zu bremsen" Aber es war eben auch die fehlende Wolfsburger Offensiv-Qualitität, die es den Italienerinnen leicht machte, dem VfL fehlten individuell und mannschaftstaktisch schlicht die Ideen. Stroot sah es so: "Juve hatte mit der Führung das Spielglück in der Hand, wir wurden zu hektisch." Und: "Wir hatten in beiden Spielen die Möglichkeit zu gewinnen. Das war jetzt kein Gegner, der besser war. Dementsprechend tut es weh."

Und so muss der VfL nun mit der Gefahr leben, zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte bei einer Teilnahme an der Champions League nicht unter die letzen Acht zu kommen - angesichts des Umbruchs im Sommer keine Riesen-Sensation, aber durchaus eine unangenehme Überraschung. "Wir müssen weiter aus den Situationen lernen", so Stroot - und sprach Lena Oberdorf (19) und Lena Lattwein (21) an. "Unsere Sechser sind beide unter anderem noch extrem jung, Erfahrung auf internationaler Ebene tut ihnen gut. Das macht uns in Zukunft automatisch besser. Wir wissen, dass in der Phase in der wir uns befinden, auch fallen und aufstehen dazu gehören". Aufstehen muss der VfL nun schnell - am Sonntag (18 Uhr) geht's in der Liga mit dem Heimspiel gegen Essen weiter, die Wolfsburgerinnen wollen ihre Tabellenführung verteidigen.

VfL-Frauen gegen Juventus Turin - Die Bilder

Szene aus dem CL-Spiel VfL Wolfsburg gegen Juventus Zur Galerie
Szene aus dem CL-Spiel VfL Wolfsburg gegen Juventus ©

Für Wolfsburgs Ex-Essenerin Sara Doorsoun war das Wiedersehen mit dem ehemaligen Klub nach dem Turin-Spiel noch weit weg - denn der Frust war nachdem Turin-Spiel verständlicherweise groß. "Wir wissen, dass es jetzt auf gar kein Fall leichter geworden ist. Aber Chelsea muss auch erstmal zu uns kommen. Wir sind der VfL Wolfsburg und wissen, was in uns steckt. Wir werden alles für die sechs Punkte tun. Heute dürfen wir alle noch traurig sein und darüber nachdenken, doch dann wartet Essen."

Immerhin: Ihr erster Startelf-Einsatz seit zwei Monaten war für Doorsoun ein kleiner Lichtblick: "Ich habe mich über das Vertrauen gefreut und versucht, mich anzubieten. Im Endeffekt wäre ich aber gerne mit einem Sieg vom Platz gegangen. "Ich bin aber grundsätzlich froh, wieder gesund und fit zu sein."