25. Oktober 2019 / 14:55 Uhr

Es werde Licht im Wudicker Waldstadion

Es werde Licht im Wudicker Waldstadion

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
Thomas Licht vom SV Großwudicke.
Thomas Licht vom SV Großwudicke. © Christoph Laak/SPORTBUZZER-Grafik
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Treue Seele: Der SV Großwudicke veranstaltet seit zehn Jahren ein Jugendturnier unter Flutlicht. Immer dabei – Thomas Licht.

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Eigentlich wollte Thomas Licht nur beim Training seines Sohnes vorbeischauen. Doch nach der damaligen Trainingseinheit war der Rathenower sofort gefangen, übernahm in der Folgezeit die damalige E-Jugendmannschaft des SV Großwudicke als Trainer. Das war 2007. „Ich hatte eigentlich nur den kleinen Finger gereicht, wollte aushelfen. Es wurde aber der gesamte Arm genommen und ich muss sagen, ich habe meine Entscheidung, Jugendtrainer zu werden, bis heute nicht einziges Mal bereut“, erzählt der als Schlosser tätige Thomas Licht.

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Und den Spaß hat Licht bis heute nicht an dieser Aufgabe verloren, betreut er aktuell die D-Junioren der SG Rathenow/Großwudicke und ist bei den Wudickern auch gleichzeitig als Nachwuchsleiter aktiv. „Die Zeit darf man dabei nicht sehen“, lacht der 53-Jährige, der aktuell wieder mächtig unter Stress steht, findet am kommenden Wochenende wieder das beliebte Flutlichtturnier für E- und D-Jugendmannschaften im Wudicker Waldstadion statt. „In diesem Jahr wird es Wilfried-Krieger-Turnier heißen. Wilfried ist im letzten Jahr völlig überraschend verstorben und war immer meine rechte Hand. Zuletzt hatte er bei der Verbesserung des Flutlichts geholfen“, erzählt Licht, der sich bei den letzten Austragungen mit Armee-Strahlern zu helfen wusste.

Am Anfang war kein Geld für Trainingsanzüge da

Vor zehn Jahren hatte Thomas Licht das Turnier, das mittlerweile zu den großen Sportevents der Region in dieser Altersklasse gehört, aus der Taufe gehoben. Und das hatte auch einen guten Grund. „Meine Mannschaft hatte damals keine Trainingsanzüge und den Verein wollte ich nicht nach Geld fragen, also kam mir die Idee mit dem Turnier“, erzählt der Vater zweier Kinder. Und es wurde eine Erfolgsgeschichte.

Mehr Sport aus der Region

Vor Nachfragen kann sich der Nachwuchsleiter des SV Großwudicke mittlerweile gar nicht mehr retten. „Bei den E-Junioren hatten wir in diesem Jahr knapp 90 Anfragen, da setze sich dann aber auf Vereine aus der Region“, erzählt Thomas Licht und verweist darauf, dass bei den E-Junioren in neun Jahren neun verschiedene Mannschaften gewonnen haben. „Wir wollten eigentlich ein Turnier mit allen Siegern ausrichten, aber zwei, drei Vereine mussten leider absagen“, so Thomas Licht, der sich neben den Spielplänen aber auch um die Umkleidekabinen, das Programm drumherum oder die Versorgung kümmert. „Die Feuerwehr hilft uns sehr und in der Schule können wir die Umkleiden nutzen“, zeigt sich Thomas Licht dankbar.

Funkelnde Kinderaugen sind der Lohn der Mühen

Und über einen Gast freut sich der 53-Jährige jedes Jahr aufs Neue. „Meine erste Einladung ging damals telefonisch an einem Freitagabend um 22.30 Uhr an den TSV Brettin/Roßdorf. Die Mannschaft kam gerade von einem Bundesliga-Spiel des VfL Wolfsburg und der Brettiner Trainer musste sich von seinen Spielern permanent auf der Rückfahrt anhören, dass sie auch mal unter Flutlicht spielen wollen. Davon erzählen wir uns noch heute“, so Thomas Licht.

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Und auch wenn Licht, der bei seinem SVG natürlich auch im Vorstand arbeitet, derzeit von einem Termin zum nächsten hastet, ein Ende seiner Tätigkeit ist noch lange nicht in Sicht. „Ich bin total glücklich mit meinen Aufgaben und habe auch schon weitere Ideen im Kopf. Vielleicht kriegen wir in den nächsten Jahren auch mal den 1. FC Magdeburg oder Union Berlin zu unseren Turnieren“, so Licht, für den eines aber immer im Vordergrund steht: „Die Kinder sollen Spaß am Fußball haben. Wenn sie vom Spielfeld kommen und man das Funkeln in den Augen sieht, ist das mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.“