16. Mai 2019 / 20:08 Uhr

Es wird ernst beim Hardenberg Burgturnier

Es wird ernst beim Hardenberg Burgturnier

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Die Amateure machten am Donnerstagabend beim Escon-Springpreis den Anfang (hier Rebecca Andrews). Die kleine Tour gewann Julia Muth, Schülerin des Deutschen Meisters Mario Stevens.
Die Amateure machten am Donnerstagabend beim Escon-Springpreis den Anfang (hier Rebecca Andrews). Die kleine Tour gewann Julia Muth, Schülerin des Deutschen Meisters Mario Stevens. Bei der mittleren Tour mit etwas höheren Hindernissen siegte Jule Sandkuhl. © Pförtner
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Alles ist angerichtet beim Hardenberg Burgturnier. Langsam wird es ernst. Am Freitag stehen die ersten Elite-Prüfungen an. Davor mussten sich die Pferde noch dem letzten Check unterziehen. Und die Reiter inspizierten den Turnierplatz. Vor allem die Organisatoren hatten alle Hände voll zu tun.

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„Der Anreisetag ist der stressigste Tag für das Sekretariat und die Stallmitarbeiter“, sagte Joachim Geilfus, der zusammen mit Katharina Bethmann, der Schwester von Carl Graf von Hardenberg, die sportliche Leitung des Turniers inne hat. „Alle müssen sich anmelden, die Pferde bekommen Stallboxen zugewiesen, und den ganzen Tag über kommen neue Lkw an.“

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Prächtiges Wetter herrschte beim Hardenberg Burgturnier 2018 und brachte Reiter und Zuschauer ins Schwitzen. Markus Beerbaum gewann die Goldene Peitsche. Zur Galerie
Prächtiges Wetter herrschte beim Hardenberg Burgturnier 2018 und brachte Reiter und Zuschauer ins Schwitzen. Markus Beerbaum gewann die Goldene Peitsche. © Pförtner/Hinzmann
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Bevor die Pferde die Lastwagen überhaupt verlassen dürfen, müssen sie sich einem ersten Check unterziehen. Ist der Impfschutz komplett? Wie ist es um den Gesundheitszustand bestellt? Diese und andere Fragen müssen zuerst geklärt werden. „Dann lässt man die Tiere vortraben“, erklärt Geilfus. Schließlich kann sich ein Pferd bei dem oft mehrere Stunden dauernden Transport verletzt haben. Sollte das der Fall sein, wird das Tier erst gar nicht zugelassen. Das komme aber selten vor.

Wertvolle Tiere

Beim Burgturnier gehen Pferde fast aller Preisklassen an den Start. „Bei einigen Pferden befinden wir uns sicherlich im siebenstelligen Bereich“, verrät Geilfus. Umso wichtiger sei es, diese auch sicher und geschützt unterzubringen: „Stallsicherheit ist ein echtes Thema.“ Daher seien die Stallungen auch komplett eingezäunt, eine Security halte Wache. Jeder werde kontrolliert.

Geilfus ist seit mehr als 30 Jahren als Richter im Springsport tätig. Der 59-jährige Duderstädter war selbst Reiter, hat mit sieben Jahren angefangen. Dann entdeckte er die Richterei für sich. Darüber kam er auch zum Burgturnier, dessen Chefrichter er lange Zeit war. „Ich kenne durch meine Richtertätigkeit die gesamten Abläufe bei Turnieren und natürlich auch viele Reiter“, sagt Geilfus. Irgendwann fragte ihn der Graf, ob er nicht die sportliche Leitung des Turniers übernehmen wolle. „Da sagt man nicht nein.“

Seitdem ist es sein Job beim Hardenberg Burgturnier, den Ablaufplan und die Zeiteinteilung genau im Blick zu haben und das Programm verlässlich zu planen. Vor allem für die Abstimmung mit dem Fernsehen ist es wichtig, Zeiten penibel einzuhalten. Denn wenn der NDR beispielsweise am Sonntag bis 15.45 Uhr berichte, gebe es keinen Spielraum, erklärt Geilfus. „Die schalten dann ab, ob wir fertig sind oder nicht.“

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Geilfus bildet mit Katharina Bethmann ein Team in der sportlichen Leitung – und hat großen Respekt vor ihrer Arbeit: „Katharina macht die ganze Arbeit auf dem Hof, das ist immens. Das könnte ich nicht leisten.“ Bethmann hat daher am Donnerstag auch nur kurz Zeit, in einer Tour klingelt ihr Handy, Fragen beantwortet sie freundlich, aber bestimmt. „Ich kümmere mich um den Aufbau der Stallzelte und der Boxen, akquiriere und teile die Helfer ein und schaue, dass der Hindernisparcours komplett ist“, benennt Bethmann einige ihrer unzähligen Aufgaben. Auch ob genug Stroh, Heu und Hafer vorrätig sind, muss sie im Blick haben.

Immerhin müssen 355 Boxen hergerichtet werden. „Aber ich habe viele tolle Menschen, die mir helfen, die sich sogar extra Urlaub nehmen. Auf die kann ich mich hundertprozentig verlassen“, sagt Bethmann, der vor allem der viele Regen die Arbeit erschwert. Aber schon für Freitag ist eine Wetterbesserung in Sicht, die Temperaturen steigen, die Sonne soll scheinen. Alles ist also angerichtet, wenn es ernst wird am ersten Turniertag. Um 8 Uhr geht es mit dem Preis des Hardenberg Golfressorts los.

Markus Beerbaum gibt Autogramme im Tageblatt-Lesercafé

Gleich zwei Autogrammstunden werden beim diesjährigen Burgturnier im Tageblatt-Lesercafé auf dem Gelände der Klassika angeboten. Den Anfang macht am Freitag, 17. Mai, kein Geringerer als der amtierende Titelträger des Großen Preises um die Goldene Peitsche, Markus Beerbaum. Der 48-jährige gebürtige Adelebser steht seinen Fans von 12 bis 12.30 Uhr für Autogramme zur Verfügung. Markus Beerbaum ist der Bruder von Olympiasieger Ludger Beerbaum und mit Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum verheiratet.

Am Sonnabend, 18. Mai, ebenfalls von 12 bis 12.30 Uhr sind dann die ­Reiter Guido Klatte und Maximilian Lill zu Gast im Tageblatt-Lesercafé. Beide gelten als Nachwuchstalente im deutschen Springsport. Zu Lills größten Erfolgen zählen zwei Teilnahmen an Europameisterschaften für Deutschland sowie der deutsche Meistertitel 2012 in Aachen und ein zweiter und dritter Platz bei den deutschen Meisterschaften in seiner Zeit als Junior/Junger Reiter. Klatte errang neben einem Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft zahlreiche Siege und Platzierungen auf internationalen Turnieren, unter anderem in Wellington (USA), Hagen, Verden & Lanaken (BEL).

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