14. Januar 2021 / 08:27 Uhr

Es wird wieder Englisch: Für RB Leipzig lösen sich einige Probleme gerade rechtzeitig

Es wird wieder Englisch: Für RB Leipzig lösen sich einige Probleme gerade rechtzeitig

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Die Bullen bei den Wölfen: Wer gewinnt den Kampf?
Die Bullen bei den Wölfen: Wer gewinnt den Kampf? © Boris Streubel/Bongarts/Getty Images
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Pünktlich zur anstehenden Englischen Woche lichten sich die Reihen im Lazarett von RB Leipzig. Am Sonnabend geht die Nagelsmann-Elf auf Punktejagd beim VfL Wolfsburg. Einige Wölfe kämpfen derweil mit den Folgen ihrer Corona-Erkrankungen. Die bisherige Bilanz spricht für einen Bullen-Erfolg.

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Leipzig. Verletzte, Kranke, Gesperrte gehören zum Trainerjob wie der Trainingsanzug aus Ballonseide. Es gibt Trainer, die ihr Leid schrecklich gerne (mit)teilen. Botschaft: Wenn ich mit den paar Hanseln, die noch das sind, öfter gewinne als verliere, ist der Übungsleiter – das bin ja dann ich – ein Gigant. RB-Coach Julian Nagelsmann ist anders unterwegs, musste beim 1:3 gegen den BVB auf tragende Säulen wie Ibrahima Konaté, Kevin Kampl, Konrad Laimer, Justin Kluivert und Christopher Nkunku verzichten, führte die Ausfall-Orgie und verletzungsbedingte Auswechslung seines Kapitäns Marcel Sabitzer nicht ins Feld. Glücklich ist, wer vergisst, was nicht zu ändern ist. Außerdem haben alle Teams ihr Päckchen zu tragen.

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Neun-Punkte-Ausbeute

Siehe der kommende RB-Auswärtsgegner, der VfL Wolfsburg. Maximilian Arnold fehlt am Sonnabend (15.30 Uhr) in der Volkswagen-Arena gesperrt, Jerome Roussillon, Maxcence Lacroix und Marin Pongracic kämpfen nach Corona-Erkrankung um völlige Wiederherstellung. Die Wölfe spielen eine glänzende Saison, sind Sechster (25 Punkte), haben mit Wout Weghorst einen Mittelstürmer, dem zwar mal ein Corona-Tweet verrutscht, der aber eine Lok vom Gleis rammt.

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Ändert alles nix, RB will der anstehenden Englischen Woche alle Innereien entreißen. Drei Punkte beim VfL, drei daheim gegen Union (20. Januar, 20.30 Uhr) und drei im schönen Mainz am Rhein (23. Januar, 15.30 Uhr). Da fügt es sich, dass sich das Lazarett lichtet. Marcel Sabitzer und Kevin Kampl können auflaufen, Justin Kluivert kehrt in den Kader zurück, Ibrahima Konaté muss sich wohl bis zum Union-Spiel gedulden.

Zahlen sprechen für RB

Und da wäre ja noch Christopher Nkunku. Der 23-jährige Techniker, der Eheanbahnung und Eheschließung kann, hatte sich beim 3:2 gegen Manchester United am 8. Dezember eine Knöchel-Verletzung zugezogen, verpasste sechs Pflichtspiele, Jetzt ist der Franzose wieder schmerzfrei und übt angestrengt. Nkunku gehört an guten Tagen zu den besten Offensivspielern der Liga, erinnert sei ans 3:3 in München. Dass ihn Nagelsmann in Wolfsburg von Beginn an bringt, ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Figaro, unverzichtbarer: Monsieur Nkunku ist der Barbier der Roten Bullen, verpasst nicht nur seinen Kollegen schnittige Frisuren. Auch die Club-Granden Oliver Mintzlaff und Florian Scholz sehen neuerdings oben rum deutlich besser aus. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hatte sich just bei DFB-Präsident Fritz Keller über hochprofessionelle Bundesliga-Scheitel beschwert und Schwarzarbeit vermutet. Leipziger Motto: Sauber die Haare geschnitten.

Wiedersehen macht Freu(n)de: RB und Wolfsburg sind sich im Profi-Fußball schon zwölf Mal begegnet. Vier Mal im DFB-Pokal – einmal hat RB verloren, dreimal gewonnen. Acht Mal in der Bundesliga – drei RB-Siege, zwei Niederlagen, drei Unentschieden.