22. Mai 2021 / 12:58 Uhr

ESV Delitzsch zurück im Training: Freude und Wehmut beim Wiedersehen

ESV Delitzsch zurück im Training: Freude und Wehmut beim Wiedersehen

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
APXI9605
Die Delitzscher © Alexander Prautzsch
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Der ESV Delitzsch kehrt als eines der ersten nordsächsischen Teams auf den Platz zurück, verkündet weitere Abgänge und will seine Reserve retten. Gerade für die Spieler, welche aus der A-Jugend kommen, ist die Reservemannschaft wichtig.

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Delitzsch. Die Wiedersehensfreude nach sieben Monaten Pause stand allen ins Gesicht geschrieben. Als einer der ersten Fußballvereine Nordsachsens ist der ESV Delitzsch mit seiner Männermannschaft am Freitagabend wieder ins Training eingestiegen. „Da reichte eine kurze Nachricht in unserer Whats-Gruppe und alle standen bereit“, berichtete Trainer Tilo Ohlig, der kaum 48 Stunden Vorbereitungszeit hatte, um seine Schäfchen zusammenzutrommeln.

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Doch in all die Freude mischte sich sogleich eine doppelte Portion Wehmut. Denn die Eisenbahner stehen personell vor dem nächsten Umbruch. Neben dem schon länger bekannten Wechsel von Capitano Patrick Döhler (gen Brehna) verkündete der Verein nun auch die Abgänge von Anton Heinrich und Schlussmann Sven Gedigk.

DURCHKLICKEN: Der ESV Delitzsch beim Traing am 21. Mai 2021.

Der ESV Delitzsch konnte nach sieben Monaten Pause endlich wieder gemeinsam trainieren. Zur Galerie
Der ESV Delitzsch konnte nach sieben Monaten Pause endlich wieder gemeinsam trainieren. ©

Während Heinrich in den Ortsteil Schenkenberg geht und sich dem ansässigen Nordsachsenligisten anschließt, hängt Gedigk endgültig Torwarthand- und Fußballschuhe an die verdübelte Schraube – im gesegneten Fußballeralter von 45 Jahren. Immerhin: Zwischen den Pfosten herrscht mit den Brüdern Stefan und Lucas Schulze sowie Calvin Kolawski Planungssicherheit am Werkstättenweg. Und Gedigk steht weiterhin als Torwarttrainer seinen Mann.

Sorgen um Kadergrößen

An anderen Stellen sieht das ganz anders beziehungsweise unvorhersehbar aus. Während Ohlig den Abgang von Döhler unlängst als „Katastrophe“ bezeichnete, so trauert er nun Heinrich nach. Der sei herangereift und habe sich im offensiven Mittelfeld etabliert. Über die Gründe des Wechsels mag der Trainer nicht sprechen, nur so viel: „Wir müssen es akzeptieren.“

Zwar kehren mit dem lange verletzten Franz Seebach (Kreuzband) und Danny Hauschild zwei gestandene Akteure zurück, doch nach externen Zugängen sieht es zur Zeit nicht aus. „Wir sind in Gesprächen, aber ob es was wird, ist die Frage. Es ist schwierig jemanden zu finden, der uns weiterhilft, zumal wir kein Geld bezahlen“, erklärt Ohlig die schwierige Verhandlungsposition.

Was die Sache zusätzlich erschwert, ist die unsichere Zukunft des Unterbaus, sprich der Nordsachsenliga-Reserve. Dort würden sich laut Ohlig definitiv einige Spieler verabschieden. Deswegen konzentrierten sich in den zurückliegenden Wochen viele Anstrengungen auch auf das Team von Trainer Ralf Roos. „Wir sind am Arbeiten, wissen, dass es schwierig wird, aber haben ja bis zum Meldeschluss zum Glück noch ein wenig Luft“, erzählt Tilo Ohlig. Genauer gesagt bis zum 15. Juni. Bis dahin will der Verband wissen, ob sich Mannschaften ganz oder in eine andere Liga zurückziehen.

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Einstweilen sind die Delitzscher wild entschlossen, der große Aufwand der vergangenen Jahre soll nicht umsonst gewesen sein. „Aufgeben wollen wir die Zweite definitiv nicht. Sie ist gerade für Spieler, die aus der A-Jugend kommen wichtig, als Fundament und weitere Perspektive für den Sprung in die Erste“, sagt Tilo Ohlig. Denn nach den jüngsten Abgängen sind ein paar Plätze frei.