24. September 2019 / 13:03 Uhr

ESV-Trainer Haberlag: „Wir leben noch!“

ESV-Trainer Haberlag: „Wir leben noch!“

Max Brosta
Kieler Nachrichten
Der große Schluck aus der Pulle fehlt dem ESV noch. Aber Trainer Maik Haberlag und sein Team tankten gegen TSB Selbstvertrauen.
Der große Schluck aus der Pulle fehlt dem ESV noch. Aber Trainer Maik Haberlag und sein Team tankten gegen TSB Selbstvertrauen. © Wolfgang Mahnkopf
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„Die bessere Mannschaft hat heute verloren“, sagte Jan Hellström, Trainer des TSB Flensburg, nach dem knappen 3:2-Sieg seiner Mannschaft beim Eckernförder SV zu seinem Pendant Maik Haberlag. Ein Satz, den ein Chefcoach der unterlegenden Mannschaft zwar gerne zur Kenntnis nimmt, aber ihn eigentlich gar nicht hören will.

„Wenn der gegnerische Trainer dich so sehr lobt, dann ist er selbst heilfroh über das Ergebnis“, weiß ESV-Coach Maik Haberlag, dessen Team es auch am neunten Spieltag der Fußball-Oberliga nicht geschafft hat, etwas Zählbares mitzunehmen. Stattdessen weilen die Schwarz-Weißen weiter auf dem vorletzten Platz tief im Tabellenkeller.

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Die Schwarz-Weißen haben die Partie gegen TSB Flensburg verloren. Doch zurecht? Definitiv nicht. Der Eckernförder SV zeigte gegen den Tabellenzweiten, was in ihnen steckt. „Dieses Spiel macht uns Mut auf mehr“, betonte Haberlag, der sein System gegen die Torfabrik aus Flensburg umstellte. „Wir haben unsere Formation verändert und mit zwei Spitzen gespielt. Das hat uns gut getan und uns variabler gemacht“, erklärte der ESV-Coach, der seine Elf mutig agieren ließ.

„Es hatten sicherlich nicht viele auf dem Zettel, dass wir so viel Aufwand in der Offensive betreiben."

Bemerkenswert. Schließlich waren die Schwarz-Weißen der absolute Underdog, kassierten in dieser Saison schon so manche Klatsche und strotzten mit lediglich einem Punkt auf dem Konto nicht unbedingt vor Selbstvertrauen. TSB Flensburg zählt dagegen zu den Favoriten um die Oberliga-Meisterschaft, hatte vor dem Duell am Bystedtredder bereits 35 Tore erzielt und einen Spieltag zuvor die Husumer SV mit 8:1 abgeschossen. „Es hatten sicherlich nicht viele auf dem Zettel, dass wir so viel Aufwand in der Offensive betreiben. Wir hätten locker drei oder vier Tore schießen müssen“, so Haberlag, dessen Team zweimal einen Rückstand egalisieren konnte.

„Nach dem Ausgleich zum 2:2 war alles im grünen Bereich. Wir wollten unbedingt gewinnen und haben auf Sieg gespielt“, betont er. Doch es gelang ihnen nicht. Abermals kassierte seine Mannschaft einen Gegentreffer zuviel, die enorme Qualität der Flensburger setzte sich durch. TSB nutzte die wenigen Möglichkeiten, die der ESV zuließ, eiskalt aus und schoss sich mit sehenswerten Treffern zum Sieg. „Warum haben die einfach solche Qualität?“, fragte Haberlag schon fast verzweifelt – aber nur fast. Denn von Verzweiflung ist beim Coach der Schwarz-Weißen trotz der Niederlage nichts zu spüren. Dafür war seine Mannschaft einfach viel zu gut. „Wir leben noch. Das hat man deutlich gesehen. Es war unser bestes Saisonspiel“, hob Haberlag hervor.

Es war ein Achtungserfolg der Schwarz-Weißen den Favoriten aus Flensburg an den Rand einer Niederlage oder zumindest eines Punktverlusts zu zwingen. „Wir müssen uns genau so auch in den nächsten Spielen reinhauen. Wir hatten viele Lernziele vor dem Duell, von denen wir viele erreicht haben“, so der Eckernförder. Es gilt, an diese Leistung anzukämpfen. Und wer weiß: Vielleicht sagt dann in der kommenden Woche der gegnerische Trainer nach dem ersten ESV-Sieg zu Maik Haberlag: „Diese bessere Mannschaft hat heute gewonnen.“

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