27. Mai 2021 / 13:56 Uhr

Olympische Spiele in Tokio: EU genehmigt riesige Impfstofflieferung nach Japan

Olympische Spiele in Tokio: EU genehmigt riesige Impfstofflieferung nach Japan

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Impfstofflieferungen für die Olympischen Spiele zugesichert.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Impfstofflieferungen für die Olympischen Spiele zugesichert. © IMAGO / Xinhua (Montage)
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Die EU hat wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Tokio eine Impfstofflieferung nach Japan angekündigt. Unterdessen wächst die Kritik an der Austragung der Spiele. In Japan sind die Corona-Zahlen zuletzt wieder stark angestiegen, Mediziner warnen vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. IOC-Präsident Bach steht in der Kritik.

Die Europäische Union hat vor den Olympischen Spielen in Tokio den Export von mehr als 100 Millionen Dosen Corona-Impfstoff nach Japan genehmigt. Die Entscheidung sei auch ein starkes Signal, dass die EU alle Vorbereitungen für das Sportereignis und seine Sicherheit unterstütze, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag nach einer Videokonferenz mit dem japanischen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga und EU-Ratspräsident Charles Michel. Die Spiele in Japans Hauptstadt werden vom 23. Juli bis 8. August unter strengsten Hygiene- und Corona-Regeln veranstaltet.

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Der Corona-Notstand für die Olympia-Stadt Tokio soll unterdessen abermals verlängert werden. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus gehe zwar in einigen Gebieten wie Tokio zurück, aber man müsse wachsam bleiben, sagte Regierungschef Yoshihide Suga am Donnerstag. Insgesamt sei die Situation weiter "unberechenbar". Der bis 31. Mai angesetzte Notstand für Tokio sowie acht weitere Präfekturen soll nach den Plänen der Regierung nun bis zum 20. Juni verlängert werden. Die Gouverneure von Tokio und anderer betroffener Präfekturen hatten die Regierung zuvor aufgefordert, den Notstand nochmals zu verlängern. Suga steht wegen seiner Corona-Politik zunehmend unter Druck. Seine Regierung hat jetzt erst begonnen, den bislang äußerst langsamen Impfprozess zu beschleunigen.

In Umfragen spricht sich eine deutliche Mehrheit der Japaner für eine erneute Verschiebung oder Absage der Spiele aus. Der Mediziner Naoto Ueyama, Vorsitzender der Japan Doctors Union, warnte am Donnerstag, dass die Spiele zu einer Ausbreitung von Mutationen des Coronavirus führen könnten. Japans Olympia-Macher und das Internationale Olympische Komitee (IOC) würden die Risiken unterschätzen. Zuvor hatte bereits ein anderer Verband von Ärzten in Tokio die Regierung aufgerufen, beim IOC auf eine Absage zu drängen. Japans Olympia-Macher und der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach betonen jedoch immer wieder, dass die Spiele wie geplant und für jeden "sicher" stattfinden sollen.