21. April 2021 / 23:32 Uhr

Europa ist sicher, aber Wolfsburg will mehr: "Eine große Chance für uns!"

Europa ist sicher, aber Wolfsburg will mehr: "Eine große Chance für uns!"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jubel in Stuttgart: Der VfL (v. l. Philipp, Arnold, Gerhardt, Schlager, Weghorst und Brekalo) bleibt auf Champions-League-Kurs.
Jubel in Stuttgart: Der VfL (v. l. Philipp, Arnold, Gerhardt, Schlager, Weghorst und Brekalo) bleibt auf Champions-League-Kurs. © dpa
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Was für ein wichtiger 3:1-Sieg des VfL Wolfsburg am Mittwochabend beim VfB Stuttgart! Das Team von Trainer Oliver Glasner hat nicht nur eine starke Reaktion nach den zwei Niederlagen zuletzt gezeigt, sondern ist auch der Champions League wieder einen Schritt nähergekommen. Und hat ganz nebenbei das ursprüngliche Saison-Ziel erreicht.

Es war das letzte Abendspiel des VfL in dieser Saison – und es hatte für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten einen strahlend schönen Ausgang: Der 3:1-(2:0)-Sieg am Mittwochabend beim VfB Stuttgart war nicht nur ein Comeback nach zuvor zwei verlorenen Partien – sondern vor dem direkten Duell mit Konkurrent Borussia Dortmund ein großer Schritt Richtung Champions League. Xaver Schlager, Wout Weghorst und Yannick Gerhardt erzielten die Wolfsburger Treffer, in der Nachspielzeit traf Gonzalo Castro für die Schwaben. VfL-Trainer Oliver Glasner: "Jetzt wollen wir die Saison noch krönen, indem wir die Saison auf einem Champions-League-Platz zu Ende bringen!"

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Am kommenden Wochenende steigt nun der Showdown-Spieltag im Kampf um die Champions-League-Plätze. Vier Kandidaten gibt es für die beiden Ränge hinter dem FC Bayern und RB Leipzig – und diese vier Kandidaten sind unter sich. Der VfL erwartet am Samstag um 15.30 Uhr den BVB, danach tritt Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen an. Wobei Bayer nach dem 0:2 am Dienstag bei den Bayern nun extrem schlechte Karten hat.

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Casteels als wichtiger Faktor

Dortmund gewann gestern mit 2:0 gegen Union Berlin, der Abstand zwischen dem VfL und dem BVB beträgt weiterhin fünf Punkte. Heißt: Bei einem Sieg hätte Wolfsburg acht Zähler Vorsprung auf Nicht-Champions-League-Platz fünf – bei dann noch drei ausstehenden Spielen. Was auch nicht ganz unwichtig ist: Das ursprüngliche Saison-Ziel – der erneute Sprung nach Europa – ist für den VfL jetzt sicher, schlechter als Platz sechs kann es am Saison-Ende nicht mehr werden.

Doch der VfL will mehr – ist die Partie gegen Dortmund schon das Endspiel im Kampf um die Königsklasse? So weit wollen die VfLer noch nicht gehen. „Ich stehe lieber vor ihnen als hinter ihnen“, gab Torwart Koen Casteels allerdings zu. Und für Maximilian Arnold ist klar: „Wir sollten da nicht als Verlierer vom Platz gehen, So gehen wir das Spiel an.“

Auch von Trainer Oliver Glasner gibt es eine Kampfansage: "Wir gehen ins Spiel, um es zu gewinnen. Wenn du sagst, mit einem Punkt hältst du Dortmund auf Distanz, wird man leicht passiv und zögerlich. Erstens können wir das nicht so gut, zweitens möchte ich das nicht." Die Ausgangslage ist glänzend: "Es ist eine große Chance für uns", so Glasner. "Wir wissen, dass Borussia Dortmund eine absolute Top-Mannschaft ist. Aber wir sind bereit." Denn: "Vier Spieltage vor Schluss ist die Konstellation klar. Mit einem Sieg von uns, denke ich, sind wir weg. Wenn wir verlieren, sind sie wieder dran. Es wird interessant."

<b>Koen Casteels</b>: Nach einem gebrauchten Tag gegen Bayern München präsentierte sich der Torhüter in Stuttgart wieder in Bestform. Bereits nach neun Minuten parierte er stark gegen Sasa Kalajdzic, dann hielt er wenig später einen Elfmeter von Philipp Förster und reagierte erneut einige Minuten später blitzschnell mit dem Fuß gegen Tanguy Coulibaly. Auch in der zweiten Halbzeit solide, beim Gegentor machtlos. - Note: 1 Zur Galerie
Koen Casteels: Nach einem gebrauchten Tag gegen Bayern München präsentierte sich der Torhüter in Stuttgart wieder in Bestform. Bereits nach neun Minuten parierte er stark gegen Sasa Kalajdzic, dann hielt er wenig später einen Elfmeter von Philipp Förster und reagierte erneut einige Minuten später blitzschnell mit dem Fuß gegen Tanguy Coulibaly. Auch in der zweiten Halbzeit solide, beim Gegentor machtlos. - Note: 1 ©

Neben der Effizienz des VfL war in Stuttgart auch Casteels ein wichtiger Faktor – durch seine Elfmeter-Parade. Es war bereits der zehnte Strafstoß, den er in seiner VfL-Zeit pariert hat - und schon der zweite in dieser Saison. Beim 2:1-Erfolg gegen Hoffenheim in der Hinrunde hatte der Belgier in der Nachspielzeit einen Hand-Elfmeter von Munas Dabbur gehalten und so die drei Punkte gerettet. In Stuttgart nun blieb er Sieger im Duell mit Philipp Förster, der anschließend den Nachschuss über das Tor setzte. Es war ein wichtiger, vielleicht entscheidender Moment der Partie - denn vor allem in der Anfangsphase schenkten sich beide Teams regelmäßig gute Abschlussmöglichkeiten, das Spiel hätte in jede Richtung kippen können.


Doch der VfL wurde im Laufe der Partie immer souveräner – auch dank des 2:0 durch Weghorst. Der Niederländer war jetzt in den letzten sieben Spielen an zehn Toren direkt beteiligt (sechs Tore, vier Vorlagen). So gefährlich war in diesem Zeitraum kein anderer Bundesliga-Spieler.

Hummels fehlt in Wolfsburg

Der BVB muss am Samstag beim Spiel in Wolfsburg aufs Mats Hummels verzichten. Der Weltmeister von 2014 sah gestern Abend beim 2:0-Sieg gegen Union Berlin nach einem Foul an Petar Musa seine fünfte Gelbe Karte der Saison und ist damit gesperrt. Beim VfL kommen dagegen Kevin Mbabu und Paulo Otavio zurück, beide Außenverteidiger mussten gestern beim Sieg in Stuttgart eine Gelbsperre abbrummen. Bei Dortmund ist derweil Jadon Sancho wieder zurück, der schnelle Offensivmann wurde nach sechs Wochen Verletzungspause (Muskelverletzung) im Spiel bei Union nach einer knappen Stunde eingewechselt.