14. Dezember 2018 / 09:28 Uhr

Europa-League-Aus: RB Leipzigs Profis kritisieren Mitspieler und Rangnicks Rotation 

Europa-League-Aus: RB Leipzigs Profis kritisieren Mitspieler und Rangnicks Rotation 

Anne Grimm
Trondheims Tore Reginiussen (l) und Leipzigs Willi Orban sowie Matheus Cunha (r) reagieren nach dem Abpfiff unterschiedlich.
Trondheims Tore Reginiussen (l) und Leipzigs Willi Orban sowie Matheus Cunha (r) reagieren nach dem Abpfiff unterschiedlich. © dpa
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Zoff bei RB Leipzig: Nach dem peinlichen Ausscheiden in der Europa-League-Gruppenphase haben Spieler ihrem Ärger Luft gemacht. Die Einstellung einiger Mannschaftskollegen sowie die Rotation im entscheidenden Gruppenspiel sorgen nun für viel Gesprächsbedarf. 

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Leipzig. Mit einem absoluten Tiefpunkt ist die seltsame Europa-League-Saison für RB Leipzig noch vor dem Jahreswechsel und bereits in der Gruppenphase zu Ende gegangen. Im Leipziger Stadion herrschte am Donnerstagabend nach dem Aus auf internationaler Bühne, nur zwei Siegen aus sechs Partien, eisige Kälte. Von den mit 16.957 Zuschauern spärlich besetzten Rängen hallten Pfiffe durch die Nacht in Richtung Rasen. Die Spieler verschwanden direkt nach dem Abpfiff gegen Rosenborg Trondheim (1:1) in die Katakomben.

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<b>BILD Leipzig:</b> „Erst hält Mvogo stark gegen Adegbenro, dann verzieht Meling beim Nachschuss knapp (75.). Glück für RB! Danach will die Rangnick-Elf die Uhr runterspielen. In der Zwischenzeit macht Salzburg in Glasgow mit dem zwischenzeitlichen 2:0 alles klar. Aber in Leipzig wird gepennt!“ Zur Galerie
BILD Leipzig: „Erst hält Mvogo stark gegen Adegbenro, dann verzieht Meling beim Nachschuss knapp (75.). Glück für RB! Danach will die Rangnick-Elf die Uhr runterspielen. In der Zwischenzeit macht Salzburg in Glasgow mit dem zwischenzeitlichen 2:0 alles klar. Aber in Leipzig wird gepennt!“ ©
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Dort entlud sich der Frust einiger Leipziger Fußballer in Worten. Als Marcel Sabitzer vor laufender Kamera nach dem Auftritt von Jean-Kevin Augustin gefragt wurde, sagte er: „Jeder weiß, was er gezeigt hat. Wenn er meint das reicht, dann bitteschön. Aber es reicht nicht.“ Der französische Stürmer hat seit Anfang November und auch gegen Rosenborg trotz Großchancen nicht getroffen. Rangnick wechselte seinen Schützling zur Pause aus. „Er hat kein gutes Spiel gemacht. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass er das wichtige Tor, das er sicher auch für sich selber gebraucht hätte, macht", so der Coach später. "Er hatte in der ersten Halbzeit drei riesen Chancen. Aber im Moment fehlt ihm das Zutrauen und Selbstvertrauen, um tatsächlich ein Tor zu machen.“ Kapitän Willi Orban monierte, bei seiner Mannschaft habe in der gesamten Gruppenphase „der hundertprozentige Spirit“ gefehlt.

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Kleinster Kader, meiste Pflichtspiele

Die von Ralf Rangnick im Endspiel ums Weiterkommen gewählte Rotation, zunächst auch ohne Yussuf Poulsen und Marcel Sabitzer, brachte einige Leistungsträger auf die Palme. Stürmer Timo Werner, der 90 Minuten auf der Bank saß, soll laut „RTL-Nitro“ auf dem Weg in die Kabine gegrummelt haben: „Das ist kein Wunder, wenn man die halbe Mannschaft austauscht.“ Warum der Trainer im Endspiel ums internationale Überwintern nicht von Beginn an seine beste Formation aufgeboten hatte, blieb vielen Zuschauern im Stadion ein Rätsel. Zumal die bereits für die nächste Runde qualifizierten Salzburger mit dem 2:1-Sieg in Glasgow die benötigte Schützenhilfe leisteten.

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Konrad Laimer (RB Leipzig): „Schlechter hätte es im Großen und Ganzen nicht laufen können. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen, wir hatten genug Chancen, den Sack zuzumachen. Es ist einfach enttäuschend Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ Zur Galerie
Konrad Laimer (RB Leipzig): „Schlechter hätte es im Großen und Ganzen nicht laufen können. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen, wir hatten genug Chancen, den Sack zuzumachen. Es ist einfach enttäuschend Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ ©

Die emotionalen Reaktionen der RB-Profis spiegeln das durch die Einkaufspolitik selbst herbeigeführte Problem dieser Euro-League-Spielzeit wieder: Mit dem kleinsten Kader von nur 17 Feldspielern und den meisten Pflichtspielen aller Bundesligisten, hatte der Coach keine andere Wahl, als die Priorität auf einen Wettbewerb zu legen. Das war augenscheinlich die Bundesliga. Wie Rangnick nach dem schwachen 1:1 gegen den bis dato punktlosen Gruppenletzten Rosenborg Trondheim zugab, hätten sich die Leipziger vielleicht längst für das Sechzehntelfinale der Europa League qualifizieren können, wenn er nicht so viel rotiert hätte. „Aber ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wir dann in der Liga keine 25 Punkte hätten“, sagte der Coach.

Knackiges Restprogramm 2018

Kritik am Auftreten seines Teams gegen Rosenborg wollte Rangnick, abgesehen von den ungenutzten Chancen, nicht zulassen: „Hatte irgendjemand das Gefühl, dass nicht alle alles versucht und reingeworfen haben? Das sich irgendjemand nicht zu 100 Prozent engagiert hat oder es ein Einstellungsproblem gab? Ich nicht. Ich bin auch nicht bereit, nach so einem Spiel emotionale Aussagen zu tätigen“, sagte der Trainer. Ganz ohne Emotionen: Bei 23:7 Torschüssen und 7:2 Großchancen keinen Sieg gegen eine norwegische Mannschaft einzufahren, deren nationale Saison bereits seit zwei Wochen vorbei ist, lässt allerdings die Reife eines Champions-League-Aspiranten vermissen.

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(28) Yvon Mvogo:  Zur Galerie
(28) Yvon Mvogo:  ©

Das Umschalten – eine fußballerische Paradedisziplinen der Leipziger – ist nun im Kopf gefragt. Das Rangnick-Team ab sofort in der Pflicht, seine eigenen Ambitionen auf die Königsklasse national nachzuweisen. Bis Weihnachten wartet ein knackiges Programm mit drei Bundesligaspielen in neun Tagen. Am Freitag laden die Rasenballer ihre Fans ab 15 Uhr zu einem öffentlichen Training mit Bratwurst und Glühwein unter dem Motto „Einstimmen aufs Jahresfinale“ ein. Mainz (H), Bayern (A) und Bremen (H) heißen die letzten Herausforderungen im Jahr 2018. Allein mit kulinarischen Köstlichkeiten werden sich die Zuschauer nach den vergangenen zwei Auftritten gegen Freiburg (0:3) und Trondheim bestimmt nicht zufrieden stellen lassen.

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