24. Juni 2020 / 20:28 Uhr

Europa League: Der VfL Wolfsburg will nicht in die Ukraine reisen

Europa League: Der VfL Wolfsburg will nicht in die Ukraine reisen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jörg Schmadtke wünscht sich, dass das Rückspiel gegen Donezk in Deutschland ausgetragen wird.
Jörg Schmadtke wünscht sich, dass das Rückspiel gegen Donezk in Deutschland ausgetragen wird.
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Das noch ausstehende Europa-League-Rückspiel des VfL Wolfsburg gegen Donezk findet in Deutschland statt, die neue Bundesliga-Saison startet am 18. September - jedenfalls wenn es nach den Wünschen von VfL-Manager Jörg Schmadtke geht.

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Die Rahmentermine stehen: Im August will die UEFA die Europa League zu Ende spielen - als Turnier ab dem Viertelfinale, ausgetragen ohne Rückspiele in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen. Der VfL Wolfsburg muss sich für dieses Turnier qualifizieren, sein Rückspiel im EL-Achtelfinale gegen Schachtar Donezk steht noch aus. Offen ist, ob dieses Rückspiel (5. oder 6. August) in der Ukraine stattfindet, oder ebenfalls an einem der Turnier-Standorte in Deutschland. VfL-Manager Jörg Schmadtke rechnet damit, dass die Entscheidung darüber am Donnerstag in einer UEFA-Telefonkonferenz fällt - und er hat eine klare Meinung: "Ich denke nicht, dass es im Moment ratsam wäre, in die Ukraine zu reisen." Das Hinspiel in Wolfsburg war das erste Geisterspiel in der VW-Arena, der VfL verlor mir 1:2.

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VfL gegen Schachtar Donezk - Die Bilder vom Geisterspiel

Wolfsburg, Deutschland. 11.03.2020, FUßBALL - VfL Wolfsburg vs Shakhtar Donetsk, Europa League, Achtelfinale, Saison 2019/20, Volkswagen Arena. Bild zeigt: Beide Mannschaften vor dem Anpfiff
Foto: VfL Wolfsburg/Sebastian Priebe Zur Galerie
Wolfsburg, Deutschland. 11.03.2020, FUßBALL - VfL Wolfsburg vs Shakhtar Donetsk, Europa League, Achtelfinale, Saison 2019/20, Volkswagen Arena. Bild zeigt: Beide Mannschaften vor dem Anpfiff Foto: VfL Wolfsburg/Sebastian Priebe ©

Sechs der acht Achtelfinal-Hinspiele in der Europa League wurden vor der Corona-Pause noch ausgetragen, zwei (Sevilla gegen AS Rom und Inter Mailand gegen Getafe) fielen aus. Diese beiden Duelle werden nun in einem Spiel entschieden, für Wolfsburg gegen Donezk und die anderen fünf Begegnungen gilt die normale Wertung aus Hin- und Rückspiel. Dass zwar schon die Anstoßzeiten für dieses Rückspiele feststehen (18.55 Uhr oder 21 Uhr), die Austragungsorte aber immer noch offen sind, findet Schmadtke "ein bisschen komisch".

Sein Vorschlag: "Da das Turnier in Westdeutschland stattfindet, sollte auch das eine oder andere noch auszutragende Spiel davor dort stattfinden." Sprich: Der VfL würde das Donezk-Rückspiel gern an einem der Turnier-Standorte (Düsseldorf, Gelsenkirchen, Köln oder Duisburg) absolvieren. "Das wäre eine einigermaßen schlüssige Lösung." Ein Heimvorteil für die deutschen Teams (auch Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt sind betroffen) sieht Schmadtke nicht: "Wenn ich sowieso ohne Zuschauer spiele, hat das keine Bedeutung."

Für den VfL wird das Donezk-Spiel in jedem Fall die erste Partie nach dem Sommerurlaub sein. Der startet am Wochenende nach dem Bayern-Spiel, rund zwei Wochen vor dem EL-Rückspiel kommt die Mannschaft dann wieder zusammen. Sollten die Wolfsburger die Hürde Donezk dann trotz der Hinspiel-Niederlage nehmen, stünden noch das Viertelfinale (10./11. August) und eventuell Halbfinale (16./17. August) und Endspiel (21. August in Köln) an. Die Auslosung für das Turnier erfolgt bereits am 10. Juli. Die Spieler, die im Sommer verpflichtet werden, dürfen dann nicht mitspielen - offen ist allerdings noch, was mit den Profi passiert, die ausgeliehen waren und zu kommenden Spielzeit beispielsweise fest verpflichtet werden oder waren. „Das“, so Schmadtke, „gehört noch zu den spannenden Fragen.“

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Nach der Europa League ist dann vor den Länderspielen - vom 31. August bis zum 8. September sind die Nationalspieler bei ihren Auswahlteams. Die DFL-Idee, nur drei Tage danach mit der neuen Bundesliga-Saison zu starten, wird aktuell nicht mehr verfolgt. "Wir als Liga sind dagegen, so kurz nach den Länderspielen gleich mit einem Bundesliga-Spiel zu beginnen", erklärt Schmadtke. Die Länderspiel-Termine seien "ohnehin in einer wichtigen Phase der Vorbereitung schon nicht gut, zumal da ja auch Pflichtspiele anstehen." Und dann "drei Tage nachdem die Spieler durch die Welt gereist sind, den ersten Liga-Spieltag auszutragen, kann nicht funktionieren".

Von daher sei es wahrscheinlicher, dass die Liga-Saison am 18./19./20. September beginnt. Das Wochenende davor kann dann für die erste DFB-Pokalrunde reserviert werden - ein Kompromiss, der auch für Schmadtke okay wäre. Aber: Nach jetzigem Stand ist nicht klar, ob die Regional-Verbände bis dahin alle Teilnehmer am DFB-Pokal ermittelt haben. Schmadtke: "Das sollte der DFB noch hinbekommen..."