04. November 2021 / 17:39 Uhr

Bundesliga pfui, Europa League hui: Wie Eintracht Frankfurt seinen Europa-Höhenflug fortsetzen will

Bundesliga pfui, Europa League hui: Wie Eintracht Frankfurt seinen Europa-Höhenflug fortsetzen will

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wollen am Donnerstagabend erneut jubeln: Kevin Trapp (l.) Rafael Borré und Daichi Kamada
Wollen am Donnerstagabend erneut jubeln: Kevin Trapp (l.) Rafael Borré und Daichi Kamada © IMAGO/Revierfoto/ANE Edition (Montage)
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Das in der Bundesliga zuletzt schwach aufgetretene Team von Eintracht Frankfurt möchte in der Europa League überwintern. Mit einem Sieg in Piräus kann dieses Ziel vorzeitig erreicht werden. Die Hessen setzen bei der schweren Auswärtsaufgabe auf Teamgeist und Torwart Trapp.

Dunkle Wolken hingen am Himmel, als sich der Tross von Eintracht Frankfurt am Mittwoch ohne Flügel-Star Filip Kostic auf den Weg nach Athen machte. In der griechischen Hauptstadt landeten die Hessen bei blauem Himmel und Sonnenschein. So unterschiedlich wie das Wetter präsentiert sich auch die Eintracht bisher in dieser Saison. In der Bundesliga rangiert die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner nur auf dem 15. Platz, in der Europa League führt sie die Vorrundengruppe D an und kann mit einem Sieg beim Tabellenzweiten Olympiakos Piräus am Donnerstag (18.45 Uhr/TV Now) bereits den Einzug in die nächste Runde perfekt machen.

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"Wir können ein erstes Saisonziel realisieren. Wenn wir gewinnen, überwintern wir definitiv in der Europa League. Das ist zu einem so frühen Zeitpunkt außergewöhnlich. Wir sind hier, um eine gute Leistung zu zeigen und zu gewinnen", sagte Glasner am Mittwochabend und betonte: "Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft alles, was in ihr steckt, geben wird, um auch das zweite Spiel gegen Olympiakos zu gewinnen."

Das 3:1 im Hinspiel vor zwei Wochen gehörte zu den wenigen Glanzlichtern in dieser Spielzeit und verschaffte den Hessen eine komfortable Ausgangsposition im Kampf um das Weiterkommen. Mit sieben Punkten liegt die Eintracht vor den Griechen (6), Fenerbahce Istanbul (2) und Royal Antwerpen (1). "Wir sind auf ein heißes Spiel und eine hitzige Atmosphäre eingestellt", sagte Mittelfeldspieler Erik Durm. "Das Ziel ist es, zu gewinnen und das Weiterkommen klar zu machen."


Glasner beschwichtigt nach Verletzungen: "Wir haben noch genügend Optionen in unserem Kader"

Allerdings muss die Eintracht kurzfristig weitere Ausfälle verkraften. Flügelflitzer Kostic und Mittelfeldspieler Ajdin Hrustic traten die Reise nach Griechenland am Mittwochmittag nicht mit an, nachdem sie zuvor beim Abschlusstraining in Frankfurt angeschlagen passen mussten. Kostic fehlt wegen Achillessehnenproblemen, Hrustic aufgrund einer am Dienstag im Training erlittenen Knöchelblessur. Verzichten müssen die Hessen zudem auf Stürmer Gonçalo Paciência und Defensivmann Christopher Lenz, die jeweils mit Muskelverletzungen ausfallen. Glasner wollte die Personalprobleme aber nicht zu hoch hängen. "Wir haben noch genügend Optionen in unserem Kader und sind mit einer schlagkräftigen Truppe angereist", sagte der Österreicher.

Auch Torwart Kevin Trapp ist vor dem Auftritt in Piräus nicht bange. "Wir funktionieren als Mannschaft, das ist wichtig", sagte der 31-Jährige und mahnte zugleich: "Wir müssen insbesondere Zweikämpfe annehmen und gewinnen. Dann haben wir die Chance, Spiele zu gewinnen."

Trapp ist konstanter Leistungsträger

Trapp gehört zu den wenigen Eintracht-Profis, die konstant ihre Leistung bringen. Seit Wochen befindet sich der Keeper in Topform, weshalb Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche in der Bild bereits Trapps Rückkehr in die Nationalmannschaft forderte und zugleich dessen Bedeutung für die Eintracht hervorhob: "Kevin ist für uns ein großer Rückhalt, sowohl auf dem Platz als auch in der Kabine. Mit seiner Erfahrung ist er extrem wichtig für uns. Wir sind froh, ihn bei uns zu haben – nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch."

Ausgerechnet die vorläufige Ausbootung im DFB-Team wurde für Trapp nach einem durchwachsenen Saisonstart zum Wendepunkt. Seit der Nichtberücksichtigung durch Bundestrainer Hansi Flick für die WM-Qualifikationsspiele im Oktober läuft es bei dem gebürtigen Saarländer. "Ich fühle mich sehr gut", berichtete er jüngst nach dem Leipzig-Spiel. "Ich habe gemerkt, dass ich am besten damit fahre, wenn ich mich nur auf mich selbst konzentriere und fokussiere und alles andere ausblende. Damit bin ich auch am glücklichsten." So soll es auch in Piräus sein.