05. Mai 2022 / 16:48 Uhr

Vorbild Villarreal: Wie 2022/23 fünf Bundesliga-Teams in der Champions League spielen könnten

Vorbild Villarreal: Wie 2022/23 fünf Bundesliga-Teams in der Champions League spielen könnten

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Villarreal qualifizierte sich als Europa-League-Sieger für die Champions League. RB Leipzig und Eintracht Frankfurt wollen es den Spaniern gleichmachen.
Der FC Villarreal qualifizierte sich als Europa-League-Sieger für die Champions League. RB Leipzig und Eintracht Frankfurt wollen es den Spaniern gleichmachen. © IMAGO/Contrast/Agencia EFE/PRiME Media Images/Montage
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RB Leipzig und Eintracht Frankfurt haben nicht nur die Chance, die Europa League zu gewinnen – sondern auch, den deutschen Fußball noch größer ins Scheinwerferlicht zu rücken. Von den beiden Mannschaften hängt ab, ob Deutschland fünf statt wie üblicherweise nur vier Teilnehmer in der kommenden Champions-League-Saison stellen darf. Der SPORTBUZZER klärt auf.

England, Spanien, Italien und Deutschland haben im europäischen Klubfußball derzeit ein großes Privileg. Als Top-4-Nationen der UEFA-Fünfjahreswertung (basierend auf den Europacup-Leistungen) stellen die vier Top-Ligen Premier League, La Liga, Serie A und Bundesliga die Maximalzahl an möglichen Europacup-Teilnehmern. Unter anderem qualifizieren sich die besten vier Mannschaften der Ligen sicher für die Champions-League-Gruppenphase. Seit der Saison 2014/15 besteht aber ein "Schlupfloch" für die Big Four, eine fünfte Mannschaft für die Königsklasse melden zu können – und erstmals hat die Bundesliga allerbeste Chancen, der große Profiteur dieser Neuerung zu werden.

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Der Clou: Alles hängt von den Leistungen von RB Leipzig und Eintracht Frankfurt in der Europa League ab. Beide Teams haben das Halbfinale der Europa League erreicht und duellieren sich mit den Glasgow Rangers (Leipzig gewann das Heim-Hinspiel mit 1:0), beziehungsweise mit West Ham United (Frankfurt gewann das Hinspiel in London mit 2:1) um den Einzug ins Finale. Am Donnerstag stehen die Rückspiele für RB in Glasgow (21 Uhr/ live bei RTL+ sehen [Anzeige]). und Frankfurt zuhause gegen West Ham (21 Uhr/RTL) an. Seit der UEFA-Regeländerung 2014/15 ist das Endspiel noch prestigeträchtiger geworden. Der Sieger qualifiziert sich ohne Umwege direkt für die Gruppenphase der Champions League. Und noch besser: Bei der kommenden Auslosung ist der EL-Sieger als Gruppenkopf gesetzt, geht also den absoluten Top-Teams in der Vorrunde aus dem Weg.

Die sichere Champions-League-Qualifikation ist für Leipzig und Frankfurt also nur noch drei Spiele entfernt: Über die Bundesliga hat nur noch RB die Chance, sich auf traditionellem Weg die Königsklassen-Teilnahme zu sichern. Die Mannschaft von Domenico Tedesco belegt nach 32 Spieltagen aktuell Platz fünf - mit nur einem Punkt Rückstand auf den CL-Platz vier. Die Eintracht droht als Elfter ohne Europa-League-Sieg sogar das internationale Geschäft komplett zu verpassen.

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Sogar acht deutsche Europapokal-Teilnehmer in der Saison 2022/23 sind möglich

Bekommt die Bundesliga bei einem Europa-League-Sieg einer deutschen Mannschaft also automatisch fünf CL-Startplätze? Klares Nein! Wäre der Europa-League-Sieger ohnehin über die heimische Liga für die Königsklasse qualifiziert (wie es Leipzig noch schaffen könnte), hätte der Pokalgewinn keinen Effekt auf die Liga, sondern nur auf den Sieger selbst (Positionierung als Gruppenkopf). Damit die Bundesliga fünf Vertreter in die Champions League entsenden kann, darf der EL-Sieger die Liga-Saison nicht innerhalb der Top Vier beenden. Und noch ein Sonderfall: Damit am Ende sogar acht deutsche Teams gleichzeitig in UEFA-Wettbewerben spielen können, muss der Europa-League-Gewinner in der Liga sogar die Europacup-Plätze komplett verpassen, da das jeweilige Startrecht im über die Liga erreichten Wettbewerb ersatzlos entfällt.

Bayern-Schreck FC Villarreal hat es in der vergangenen Saison vorgemacht: Über die Liga hätte es mit Platz sieben "nur" für die Qualifikation zu den Conference-League-Playoffs gereicht. Weil das "Gelbe U-Boot" als aber eben die Europa League gewann, durften mit Meister Atlético Madrid, Real Madrid, dem FC Barcelona und FC Sevilla gleich fünf spanische Teams an der Champions League teilnehmen. Villarreal machte zudem das Beste aus seinem Gruppenkopf-Privileg und schaffte es überraschend ins Halbfinale, wo im Halbfinale gegen den FC Liverpool Endstation. Für den spanischen Fußball zu verschmerzen: Der Conference-League-Platz entfiel komplett und kein spanisches Team war in der Premieren-Saison des Wettbewerbs in der Gruppenphase vertreten.