21. Februar 2020 / 09:30 Uhr

So stark wie seit 27 Jahren nicht: Bundesliga-Klubs feiern historisch erfolgreiche Europapokal-Woche

So stark wie seit 27 Jahren nicht: Bundesliga-Klubs feiern historisch erfolgreiche Europapokal-Woche

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Europapokal-Woche verlief sowohl in der Champions League als auch in der Europa League höchst erfolgreich.
Die deutsche Europapokal-Woche verlief sowohl in der Champions League als auch in der Europa League höchst erfolgreich. © imago images/Montage
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Borussia Dortmund und RB Leipzig haben in der Champions League vorgelegt, die Europa-League-Vertreter Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt eindrucksvoll nachgezogen. Die Europapokal-Performance der Bundesliga-Vereine war durchweg stark.

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Borussia Dortmund hat gewonnen, RB Leipzig auch. Und in der Europa League folgte am Donnerstag sogar das "deutsche Triple": Die Klubs der Bundesliga haben in dieser Woche eine glänzende Vorstellung auf internationalem Parkett geschafft, die sogar historische Ausnahme angenommen hat. Alle fünf Spiele deutscher Mannschaften wurden erfolgreich gestaltet - und alle Teams haben die Möglichkeit, im Rückspiel aus einer positiven Ausgangssituation heraus die nächste Runde zu erreichen. Besser geht's nicht - auch im Hinblick auf die ominöse UEFA-Fünfjahreswertung, in der Deutschland seinen dritten Platz hinter Spanien und England halten will.

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Das belegen nicht zuletzt die Statistiken: eine perfekte Woche mit fünf Siegen in fünf Spielen gab es zuletzt vor 27 Jahren, nämlich in der Gruppenphase der Saison 1993/94. Das hat der Daten-Anbieter Opta ermittelt. Kuriose Randnotiz: In der damals erst zweiten Saison der Champions League war aus der Bundesliga nur der Deutsche Meister Werder Bremen dabei, der FC Bayern und Borussia Dortmund spielten dagegen wie Eintracht Frankfurt und der Karlsruher SC im UEFA-Pokal.

BVB und RB Leipzig hätten Duelle schon entscheiden können - vielleicht müssen

Die überzeugenden Auftritten von Borussia Dortmund (2:1 gegen Paris Saint-Germain) und RB Leipzig (1:0 bei Vorjahresfinalist Tottenham) in der Champions League ließen nur in Sachen Chancenverwertung Wünsche offen. Sowohl der von einem überragenden Erling Haaland angeführte BVB als auch die Leipziger dominierten ihre hochkarätigen Gegner, hätten schon im ersten Spiel die endgültige Entscheidung herbeiführen können, vielleicht müssen. Die Teams hatten sich aber nichts vorzuwerfen. "Wir können auch in Paris etwas machen", sagte etwa BVB-Trainer Lucien Favre "Wir wissen, wir haben eine gute Leistung gebracht, wir haben alles gegeben."

Die Leipziger haben bei den personell gebeutelten Spurs (ohne die Topstars Harry Kane und Heung-min Son) so stark aufgespielt, dass sie sogar als Favorit in das Rückspiel in der Red Bull Arena gehen. Der Gegner um Star-Trainer José Mourinho dagegen agierte im eigenen Stadion erstaunlich passiv. Leipzig dominierte die Londoner Vorjahresfinalisten teilweise nach Belieben. Bereits nach zwei Minuten standen drei Großchancen in der Statistik. Der Ball wollte nicht rein, aber die Mannschaft blieb ruhig. "In solchen Situationen werden junge Mannschaften oft ungeduldig. Doch wir haben es nicht übertrieben", befand Trainer Julian Nagelsmann.

Auch wenn letztlich noch ein Treffer per Strafstoß gelang: Es war mehr drin an diesem Abend. Immerhin geht RB nun mit einem Sieg und einem wichtigen Auswärtstor in das zweite Duell am 10. März. "Wir freuen uns über den ersten Schritt. Im Rückspiel wird Tottenham anders spielen", sagte Torwart Peter Gulacsi. Man müsse sich auf ein schweres Spiel einstellen.

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Erling Haaland hat Borussia Dortmund zum Sieg über Paris Saint-Germain geführt. Der SPORTBUZZER zeigt die Pressestimmen zum Achtefinal-Hinspiel der Champions League. ©

Selbstvertrauen bei Europa-League-Vertretern Frankfurt, Wolfsburg und Leverkusen

Eine Liga tiefer konnte Eintracht Frankfurt gegen Red Bull Salzburg (ohne die abgewanderten Erling Haaland und Takumi Minamino nur noch halb so begeistern wie noch in der Gruppenphase) nicht zuletzt dank eines Dreierpacks von Daichi Kamada einen 4:1-Kantersieg einfahren. Auch Bayer Leverkusen (gegen den FC Porto) und der VfL Wolfsburg (gegen Malmö FF) kamen zu Heimerfolgen, müssen im Rückspiel in der Fremde aber noch zittern, denn aufgrund der Auswärtstore ihrer Gegner waren die 2:1-Siege keine wirkliche Vorentscheidung.

Die Zuversicht ist sowohl bei Bayer als auch in Wolfsburg dennoch groß. "Wenn man 2:0 führt und dann ein Gegentor bekommt, kann man damit nicht zufrieden sein", sagte etwa Bayer-Trainer Peter Bosz, der trotzdem gute Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales sieht: "Wir haben das Spiel gewonnen. Und wir schießen fast jedes Spiel ein Tor. Auch auswärts."

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In der kommenden Woche müssen nicht nur die drei deutschen Europa-League-Vertreter Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt ihre starken Ergebnisse aus den Hinspielen auswärts bestätigen. Auch der FC Bayern greift in der Champions League ins Geschehen ein. Allerdings sind die Münchner gegen den zuletzt kriselnden und noch dazu ersatzgeschwächten FC Chelsea haushoher Favorit. Einer weiteren, rauschenden Europapokal-Woche steht also nichts mehr im Weg - auch wenn ein weiterer Rekord wegen der Spiel-Pausen von BVB und RB Leipzig warten muss.