04. April 2021 / 17:25 Uhr

Europa-Träume erlaubt: Stuttgart setzt sich spät gegen Werder Bremen durch

Europa-Träume erlaubt: Stuttgart setzt sich spät gegen Werder Bremen durch

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der VfB Stuttgart hat sich gegen Werder Bremen durchgesetzt und hält Anschluss zu den Europacup-Plätzen.
Der VfB Stuttgart hat sich gegen Werder Bremen durchgesetzt und hält Anschluss zu den Europacup-Plätzen. © dpa
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Der VfB Stuttgart hat in einer umkämpften Partie gegen Werder Bremen einen späten Heimsieg gefeiert und den Europa-Traum befeuert. Werder brachte sich durch ein Eigentor selbst um einen verdienten Punkt, der im Abstiegskampf geholfen hätte.

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Der VfB Stuttgart hat von Werder Bremen am Ostersonntag spät drei Punkte ins Nest gelegt bekommen. In einer lange ausgeglichenen Bundesliga-Partie am Nachmittag sorgte Bremens Ludwig Augustinsson erst spät mit einem Eigentor für den Stuttgarter Heimsieg (81.). Während die Gäste so den endgültigen Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller verpassten, dürfen die Stuttgarter sieben Spieltage vor Saisonende weiter auf die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb hoffen. Für die Schwaben war es zudem der 750. Sieg der Klub-Geschichte.

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Sowohl VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo als auch sein Gegenüber Florian Kohfeldt änderten ihre Start-Formation auf zwei Positionen. Beim VfB ersetzten Philipp Förster und U21-Nationalspieler Mateo Klimowicz den verletzten Silas Wamangituka und Naouirou Ahamada, der zunächst auf die Bank musste. Bei Werder ersetzte Christian Groß den angeschlagenen Milos Veljkovic in der Viererkette. Im Sturm begann Niklas Füllkrug für den gelb-gesperrten Josh Sargent.

Launischer erster Durchgang endet ohne Tore

Beide Teams starteten mit offenem Visier in die Partie und versprühten früh Offensivdrang. Nach abgewehrtem Freistoß von Augustinsson kam Romano Schmid an den Ball und stellte VfB-Keeper Gregor Kobel mit seinem Schuss vor eine ordentliche Herausforderung (10.). Auch Augustinssons Direktabnahme mittig vor dem Tor verfehlte das Stuttgarter Tor nur knapp (22.). Auf der Gegenseite musste sich Werder-Keeper Jiri Pavlenka mächtig strecken, nachdem Förster es vom linken Strafraumrand probiert hatte (25.). Die wohl beste Chance im ersten Durchgang verpasste Füllkrug, dem Mavropanos den Ball im Strafraum frei vor Kobel nach einem Chip-Pass gerade noch abgrätschen konnte (40.). Stattdessen ging es torlos in die Pause - verdient.

Der zweite Durchgang begann für die Gäste mit einem Schockmoment: Nach Zusammenstoß mit VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic hielt sich Verteidiger Ömer Toprak die Schulter, musste behandelt werden (47.). Der Werder-Routinier konnte aber zunächst weitermachen. Wenig später kam es zu einer kuriosen Szene: Nach einer Rückgabe von Konstantinos Mavropanos forderte Werders Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein so vehement einen Rückpass-Freistoß, dass er seine 5. Gelbe Karte sah (51.). Was er nicht gesehen hatte: Den Rückpass spielte Mavropanos mit dem Knie, das ähnlich wie der Kopf von der Rückpass-Regel ausgenommen ist.

Nachdem das Spiel zum Ende des ersten Durchgangs etwas abgeflacht war, erhöhten beide Mannschaften nun die Schlagzahl und spielten sich mehr Chancen heraus. Stuttgarts Borna Sosa verzog seinen Volley nach einer Ecke knapp über das Tor (54.). Auch Bremens Eggestein zielte im Strafraum frei vor Kobel nach flachem Pass von Milot Rashica mit seiner Direktabnahme knapp drüber (55.). U21-Nationalspieler Klimowicz konnte seinen Schuss vom linken Strafraumrand nach Doppelpass mit Linksverteidiger Sosa ebenfalls nicht im Tor unterbringen (57.). Der Kroate, über den die meisten Stuttgarter Angriffe liefen, konnte sich dann bei einem vielversprechenden Konter auch nicht zwischen einer Flanke und einem Torversuch entscheiden (65.).

Augustinsson bringt Werder um den verdienten Punkt

Nach 72 Minuten wechselte Werder-Coach Kohfeldt doppelt, wollte mit Yuya Osako und Davie Selke für Schmid und Füllkrug frischen Wind in die Offensive bringen. Und das gelang direkt halbwegs ordentlich: Nach feinem Heber von Osako leitete Eggestein weiter auf Rashica, dessen Schlenzer knapp rechts neben dem Tor einschlug (73.). Bei den Gastgebern reagierte auch Matarazzo und brachte mit Darko Churlinov und Daniel Didavi für Förster und Klimowicz frische Offensiv-Kräfte für die Schlussphase.

Allerdings war es ein Bremer, der die Stuttgarter letztlich zum Jubeln brachte: Kapitän Gonzalo Castro leitete einen Angriff ein, legte links auf Sosa. Dessen Flanke erreichte Kalajdzic in der Mitte. Sein Kopfball erwischte Augustinsson, von dessen Kopf der Ball unglücklich ins eigene Tor sprang (81.). Werder bemühte sich noch um den Ausgleich, unter anderem traf Osako mit einem satten Schuss nach Ablage des eingewechselten Eren Dinkci nur das Außennetz (90.) Letzten Endes blieben die Bemühungen aber vergeblich. Der Aufsteiger springt mit den drei Punkten auf Tabellenrang sieben und darf weiter von Europa träumen. Werder hat als Tabellen-13. indes komfortable sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, brachte sich am Ende aber selber um einen großen Erfolg im Abstiegskampf.