03. April 2022 / 21:36 Uhr

"Europäischen Fußball retten": Barcelona-Präsident Laporta hält an Plänen für Super League fest 

"Europäischen Fußball retten": Barcelona-Präsident Laporta hält an Plänen für Super League fest 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Joan Laporta, Präsident des FC Barcelona, hat seine Vision einer europäischen Superliga noch nicht abgehakt.
Joan Laporta, Präsident des FC Barcelona, hat seine Vision einer europäischen Superliga noch nicht abgehakt. © IMAGO/NurPhoto
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Im April 2021 sorgte die Idee der Super League für Furore im europäischen Klub-Fußball. Wenige Tage später war die neue Liga allerdings wieder Geschichte – so schien es. Barcelona-Präsident Joan Laporta bastelt im Hintergrund fleißig weiter an der Realisierung des Projekts.

Die Super League ist tot – lang lebe die Super League? Knapp ein Jahr, nachdem das Mammutprojekt von Top-Vereinen wie dem FC Barcelona, Real Madrid und Juventus Turin krachend gescheitert ist, gibt es neue, überarbeitete Pläne für eine europäische Liga als Konkurrenz zur bewährten Champions League des Dachverbands UEFA. Das hat Barcelona-Präsident Joan Laporta im Interview mit dem spanischen TV-Sender TVE nun bestätigt. "Es geht voran", sagte der 59-Jährige, der nach eigener Aussage in der Super League nicht weniger als den Retter des Fußballs sieht. "Wir fördern das Projekt zusammen mit Florentino Perez (Präsident von Real Madrid; d. Red.), mit dem ich oft spreche. Es ist ein Weg, um den europäischen Fußball zu retten", wird der mächtige Barca-Boss zitiert.

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Zum Hintergrund: Im April 2021 hatten zwölf europäische Spitzenteams aus England, Spanien und Italien die Einführung einer europäischen Superliga verkündet. Massive negative Gegenreaktionen von Fans, Spielern, Vereinen und der Öffentlichkeit hatten schließlich dazu geführt, dass die meisten Vereine sich binnen weniger Tage aus dem Projekt zurückzogen. Im Oktober 2021 wurde bekannt, dass Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin an neuen Plänen arbeiten.

Von der UEFA, die die Organisatoren zunächst von allen europäischen Klub-Wettbewerben ausschließen wollte, gibt es massiven Gegenwind. Präsident Aleksander Ceferin wird nicht müde, gegen die Super League zu schießen. Ceferin beschuldigte die betroffenen Klubs auf dem "Financial Times Business of Football"-Treffen Anfang März in London, den Krieg gegen die Ukraine als Ablenkung zu nutzen, um die Idee auf zweitem Wege durchzubringen. "Ich muss sagen, dass diejenigen, die über die Super League sprechen, nicht über Fußball sprechen. Ich habe die Nase voll von diesem Nicht-Fußball-Projekt", erklärte der UEFA-Boss. "Zuerst brachten sie ihre unsinnige Idee mitten in einer Pandemie auf den Markt. Jetzt kommen sie mit einer anderen Idee mitten in einem Krieg. Muss ich noch mehr über diese Leute sagen?"

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Einen Ausschluss aus allen UEFA-Wettbewerben würden die Gründer wohl in Kauf nehmen, geht es bei der Super-League-Vision vor allem um Geld – und eine laut Laporta ungerechtfertigte Verteilung. "Wir können nicht zulassen, dass der europäische Fußball in den Händen von Staaten ist, die nicht zur Europäischen Union gehören", mahnte der Boss der hochverschuldeten Katalanen und spielte damit auf Manchester City (Besitzer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten) und Paris St.-Germain (Katar) an. "Es ist klar, dass sie eine Gelddruck-Maschine haben – und wir kämpfen dagegen an." Laporta verriet zudem, dass weitere Klubs "uns im Hintergrund unterstützen". Allerdings wollen diese anonym bleiben.