16. September 2020 / 09:37 Uhr

Eutin 08 hat Platz drei im Visier

Eutin 08 hat Platz drei im Visier

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Königstransfer der Polizisten: Der Ex-Holsteiner Julius Alt (rechts) setzt sich im Testspiel gegen die Cometen Tim Markwardt (links) und Dean Hirschmann (Mitte) durch.
Königstransfer der Polizisten: Der Ex-Holsteiner Julius Alt (rechts) setzt sich im Testspiel gegen die Cometen Tim Markwardt (links) und Dean Hirschmann (Mitte) durch. © jpw
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Die Frage nach dem Favoriten in der Fußball-Oberliga Süd beantwortet der Briefkopf: Der SV Todesfelde hat im Jahre 2020 als Landespokalsieger, Hallenmasters-Champion und Oberliga-Staffelsieger trotz der Corona-Pandemie groß abgesahnt.

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Hinter den Segebergern wird dem SV Eichede in der Neuner-Staffel der Stempel des Mitfavoriten aufgedrückt. Während fünf Teams in die Abstiegsrunde müssen, qualifizieren sich die ersten vier Teams für die Meisterrunde. Auf einen der begehrten Sorglos-Plätze ohne Abstiegsgefahr schielen auch der PSV Neumünster und Eutin 08.

„Ziele sollten immer hoch, aber realistisch gesetzt werden. Die Qualifikation für die Aufstiegsrunde kann jedoch nur ein Zwischenziel sein. Danach ist die Saison schließlich nicht beendet“, sagt PSV-Coach Sven Boy. An der Stettiner Straße fühlt man sich gerüstet für die neue Spielzeit. Im Kader wurde die Qualität erhöht, die Quantität jedoch reduziert. Acht Abgängen stehen nur fünf Neue gegenüber. Der Kader umfasst nur noch 22 Akteure.

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Mit Julius Alt konnte der PSV erneut einen Königstransfer landen. Der 22-jährige offensive Mittelfeldspieler kommt von Holstein Kiel II, für die er in der abgebrochenen Coronasaison in 20 Regionalligaspielen sieben Treffer markierte. Neben Alt verpflichteten die Polizisten mit Vincent Born und Tim Möller zwei weitere Ex-Störche. Coach Sven Boy hat künftig die Qual der Wahl. „Jetzt müssen wir ein System finden, indem sich alle wohlfühlen. Wir wollen dabei sehr flexibel sein“, kündigt Boy an. Der 43-Jährige gönnte seinem Team während der zehnwöchigen Saisonvorbereitung zwei freie Wochen: „So konnten wir die Belastung nach der langen anpassen und sukzessive steigern.“

Es zahlte sich aus. Bis auf Fyn Claasen, der nach einem Rippenbruch noch vier bis sechs Wochen ausfällt, sind alle Polizisten fit. Los geht es am Sonnabend um 14 Uhr mit einem Heimspiel gegen den Aufsteiger TSV Pansdorf: „Die sind ganz souverän durch die Landesliga marschiert. Das ist keine Laufkundschaft sondern ein funktionierendes Kollektiv, das im Saisonverlauf überraschen kann.“

PSV Neumünster

Tor: Nico Heuer, Philipp Reinhold, René Wilhelmsen (TS Einfeld) – Abwehr: Vincent Born (Holstein Kiel II), Jannik Braun, Nico Bruns, Florian Foit, Daniel Michalowski, Paul Sachse, Marcel Vones – Mittelfeld: Julius Alt (Holstein Kiel II), Lasse Blöcker, Fyn Claasen, Paul Falk, Maurice Knutzen, Til Küfner (TSV Kropp), Tim Möller (Holstein Kiel II), Grady Zinkondo – Angriff: Marc Barck, Timo Barendt, Torben Czekay, Patrick Fürst – Trainer: Sven Boy – Co-Trainer: Christoph Pfützenreuter.

Überraschen will auch der Ex-Regionalligist Eutin 08, der im Sommer einen kompletten Umbruch vollzog: Mit Florian Ziehmer, Thies Borchardt, Florian Härter, Philipp Spohn und Kevin Ferchen verließ eine Handvoll Leistungsträger die Rosenstadt. „Durch Corona konnten wir erst sehr spät die Saisonplanung finalisieren. Wir haben bei der Kaderplanung noch mehr auf Spieler aus der Region gesetzt“, erklärt 08-Coach Dennis Jaacks.

Mit Leon Dippert (ehemals VfB Lübeck) und Nikita Bojarinow (ehemals SV Eichede) zogen die Nullachter jedoch auch zwei dicke (Transfer-)Fische an Land. „Hinter dem SV Todesfelde und dem SV Eichede ist alles offen. Da kann man Dritter oder Neunter werden. Nach der Pause weiß keiner genau, wo er steht“, orakelt Jaacks und fügt mit Blick auf das Ostholsteinderby gegen den Oldenburger SV zum Saisonstart am Sonnabend (14 Uhr) auf dem Waldeck an: „Vieles hängt vom Saisonstart ab. Man muss die Welle erwischen, die einen in die oberen Regionen trägt.“ Rückenwind bescherte der jungen Eutiner Mannschaft (Durchschnittsalter: 23,2 Jahre) der Sieg im Kreispokal. „Wir haben gezeigt, dass wir da sind, wenn es drauf ankommt.“ Allerdings beklagt Jaacks zum Auftakt den Ausfall der Stammspieler Sebastian Witt (Kreuzbanddehnung) und Tim Schüler (Innenbandanriss).

Eutin 08

Tor: Rene Hohenstein (TSV Malente), Nikolas Wulff – Abwehr: Tom Buhmann (eigene U19), Viktor Dragusha (FC Kilia Kiel), Kevin Hermann (eigene U19), Egzon Lahi, Sören Lepin, Sebastian Witt – Mittelfeld: Nikita Bojarinow (GW Siebenbäumen), Leon Dippert (1. FC Phönix Lübeck), Paul Meins, Jerome Rose (1. FC Schinkel), Nic Rosert (eigene U19), Fatlum Zymberi (ASV Dersau) – Angriff: Arbnor Abazaj (vereinslos), Kevin Hübner, Tim Röben-Müller, Shojun Tagawa, Fatlind Zymberi – Trainer: Dennis Jaacks – Co-Trainer: Finn Hartwig.