09. Januar 2020 / 10:50 Uhr

Eutin 08 kämpft mit eklatanter Abschlussschwäche

Eutin 08 kämpft mit eklatanter Abschlussschwäche

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Florian Ziehmer (li.), hier im Duell mit Henrik Stoeterau vom ESV, ist Dreh- und Angelpunkt bei Eutin 08.
Florian Ziehmer (li.), hier im Duell mit Henrik Stoeterau vom ESV, ist Dreh- und Angelpunkt bei Eutin 08. © jpw
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Fußball-Oberliga: Eutin setzt auf neue Spieler – Kein Ersatz für Tobinski

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Quo vadis, Eutin 08? Das einstige Flaggschiff des Ostholsteiner Fußballs kämpft um seine Existenzberechtigung in der höchsten Landesspielklasse. 18 Punkte aus 18 Spielen bedeuten Platz zwölf in der Fußball-Oberliga. Lediglich zwei Zähler stehen die Eutiner über der Abstiegszone. Hausgemachte Probleme wie der Drei-Punkte-Abzug wegen fehlender Schiedsrichter erschweren den Kampf um den Klassenerhalt.

Tobinksi konnte nicht ersetzt werden

„Es ist frustrierend, wie es läuft. Das haben wir uns anders vorgestellt. Das Grundpotenzial ist da. Wir rufen es allerdings zu selten ab“, gibt 08-Coach Dennis Jaacks unverblümt zu. Die Ziele vor Saisonbeginn waren ambitioniert: Das Hallenmasters wurde angepeilt. Zum Stichtag wurde es jedoch meilenweit verfehlt. Den Rosenstädtern mangelte es an Kaltschnäuzigkeit und offensiver Durchschlagskraft. Spieltag für Spieltag wurde den Nullachtern vor Augen geführt, dass Torjäger Rasmus Tobinski, den es in die US-College-League zog, nicht adäquat ersetzt wurde.

„Das haben wir womöglich unterschätzt, aber es konnte keiner in seine Fußstapfen treten. Spieler von Tobinskis Qualität gibt es jedoch auch nicht an jeder Straßenecke“, gibt Jaacks zu bedenken. Das Zeugnis der Eutiner Offensive fällt entsprechend mau aus: Nur 25 Tore erzielten Kevin Ferchen, der mit vier Treffern Eutins bester Knipser ist, und seine Teamkollegen. Es ist der besorgniserregende Wert der drittschwächsten Offensive der Liga – akute Abstiegsgefahr!

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Psychologisches Problem?

„Irgendwann war die Abschlussschwäche in den Köpfen. Wir sind häufig an uns selbst gescheitert“, resümiert Jaacks. Das Problem ist erkannt. Die Lösung indes fällt schwerer. Paul Meins kommt vom Ligarivalen 1. FC Phönix Lübeck. Allerdings bestritt der einstige Pansdorfer, der in der Jugend des VfB Lübeck ausgebildet wurde, seinen letzten Einsatz am 24. August 2019 für den FC Phönix. Seitdem pausierte der 23-Jährige. Dennoch ist Jaacks von der Verpflichtung seines Ex-Schützlings überzeugt: „Er ist antrittsschnell, dribbelstark und hat immer Zug zum Tor.“

Neuzugang Nummer zwei ist noch länger ohne Spielpraxis (11. August 2019). Der gebürtige Eutiner Tim Schüler kehrt vom Regionalligisten Holstein Kiel II in seine Heimatstadt zurück. Der 20-Jährige soll auf dem linken Flügel offensiv wie auch defensiv für mehr Bewegung sorgen. Qualität statt Quantität: Eutin 08 rückt ab von der Philosophie, nur Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ans Oberliganiveau heranzuführen. Zu häufig blieb der erhoffte Leistungssprung bei den Youngstern aus.

Auch ohne Ziehmer muss es gehen

Stürmer Max Wichelmann erhielt die Freigabe für einen Wechsel zurück zum Preetzer TSV. Robin Kelting schließt sich in der Winterpause dem Oberliga-Aufsteiger SV Preußen Reinfeld an. Positiv machte hingegen Sören Lepin auf sich aufmerksam. Der gelernte Innenverteidiger überzeugte sowohl in der Viererkette, aber auch mangels Alternativen als Keilstürmer. Damit gehörte der 19-Jährige zu den wenigen Gewinnern der Hinrunde am Waldeck.

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Dazu muss auch Florian Ziehmer gezählt werden. Ohne ihn geht (fast) nichts. Der 30-Jährige ist Führungsfigur und Spielmacher. Mit der Absicherung durch Sommerneuzugang Philipp Spohn im Rücken ist Ziehmer Dreh- und Angelpunkt aller Eutiner Angriffe. Fällt er aus, ist die Nullacht-Offensive lahmgelegt. „Wir sind abhängig von der Qualität eines Florian Ziehmer. Auch das ist eine der Lehren der Hinrunde. Wir müssen auch ohne ihn zurechtkommen“, bemerkt Jaacks.

Zwölf Spiele bleiben den Eutinern noch, um den Abstieg abzuwenden. Los geht es am 22. Februar mit dem Nachholspiel gegen Preußen Reinfeld. Ob Eutin 08 den Turn-around schafft? Es wird kein leichter Gang. Der Klassenerhalt ist sehr gefährdet. Die 0:2-Heimniederlage kurz vor der Winterpause im Kellerduell gegen Inter Türkspor Kiel war auf jeden Fall alarmierend.

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