24. Januar 2022 / 14:57 Uhr

Eutin-Stürmer Leon Dippert und sein härtester Kampf

Eutin-Stürmer Leon Dippert und sein härtester Kampf

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Eutin 08-Stürmer Leon Dippert, der hier von SV Eichedes Marc Pichelmann bedrängt wird, hat eine schier unendliche Leidenszeit ohne Fußball hinter sich.
Eutin 08-Stürmer Leon Dippert, der hier von SV Eichedes Marc Pichelmann bedrängt wird, hat eine schier unendliche Leidenszeit ohne Fußball hinter sich. © Agentur 54°
Anzeige

"Dippi" laborierte in den letzten drei Jahren immer wieder an schweren Verletzungen. Eutin 08 benötigt die Präsenz und Torjägerqualität des 26-Jährigen im Kampf um den Oberliga-Klassenerhalt unbedingt. „Ich muss lernen, mit den verbleibenden Schmerzen umzugehen. Die drei noch ausstehenden Spiele sind extrem wichtig. Wenn wir in diesen Partien punkten, sieht die Welt anders aus. Alle wissen, worum es geht." 

Drei schwere Verletzungen in drei Jahren: Hinter Leon Dippert liegt eine Seuchenzeit. Der Stürmer von Oberligist Eutin 08 kämpft sich zurück und hofft auf ein verletzungsfreies Jahr.

Anzeige

Pechsträhne begann mit der Leihe zu Optik Rathenow

Erst zog sich der Pechvogel einen Kreuzbandriss (2019) zu. Danach warfen „Dippi“ ein Mittelhandbruch (2020) und ein knöcherner Anriss des Syndesmosebandes (2021) zurück. Der Wechsel vor dieser Saison zu den Ostholsteinern sollte eigentlich ein Restart für einen Neuaufbau sein. Schließlich hat der 26-Jährige schon mehrfach unter Beweis gestellt, was er drauf hat. Beim TSV Pansdorf (30 Tore in 54 Spielen) und FC Schönberg 95 (fünf Tore in 31 Spielen) empfahl er sich für höhere Aufgaben. Bei Regionalligist VfB Lübeck (vier Tore in 34 Spielen) schnupperte Dippert ins Profigeschäft und roch Lunte. Nachdem er sich aber vor drei Jahren zu Nordost-Regionalligist Optik Rathenow ausliehen ließ, begann die lange Leidenszeit.

Mehr News aus der LN-Region

Gutes Verhältnis zu Coach Dennis Jaacks

Für die Brandenburger absolvierte er nur fünf Spiele, ehe die bittere Diagnose Kreuzbandriss lautete. Es ging zurück in den Norden und Dippert schloss sich Regionalligist 1. FC Phönix Lübeck an. Da es wegen der Handverletzung zu keinem Pflichtspieleinsatz für die Adler kam, wurde der Vertrag vorzeitig aufgelöst. Im August 2020 folgte er dem Ruf von Dennis Jaacks nach Eutin. Der 37-jährige A-Lizenz-Inhaber war sein Trainer schon in Pansdorf. Man schätzt sich und ist befreundet. Kurz vor der Winterpause feierte er sein langersehntes Comeback. Dippert hat genug von Arztbesuchen und blickt nach vorne. Am vergangenen Montag sind die Eutiner ins Mannschaftstraining eingestiegen. Die gute Nachricht: Das Knie hält. Im ersten Test gegen Ex-Klub Schönberg 95 (1:0) durfte der 1,92 m große Angreifer in der zweiten Halbzeit als Kapitän ran.

Anzeige

Eutin 08 kann Torgefahr von Leon Dippert im Abstiegskampf gut gebrauchen

„Das positive ist, dass alles heil ist. Ich konnte voll durchziehen. Das war meine größte Angst“, sagt Dippert im Gespräch mit dem LN-Sportbuzzer. Ganz weg sind die Schmerzen jedoch nicht. Bei bestimmten Bewegungen zieht es weiter im linken Sprunggelenk. „Ich muss lernen, mit den verbleibenden Schmerzen umzugehen. Ich muss die Muskulatur weiter mobilisieren“, erzählt er. Neben Besuchen beim Physiotherapeuten stehen eigenständige Übungen zu Hause auf dem Programm. Jaacks hofft, dass sein Schützling zu alter Stärke zurückfindet. Sein Team ist Tabellen-Vorletzter und hofft auf die tatkräftige Unterstützung des erfahrenen Dippert.

„Wir stehen zwar mit dem Rücken zur Wand. Doch werden wir alles reinhauen"

„Ich weiß um Leons Qualitäten auf dem Platz und auch wie wichtig er für unser junges Team werden könnte“, erklärt der Coach. „Um zu alter Stärke zurückzufinden, muss er jetzt das Vertrauen in sich und seinen Körper zurückgewinnen. Das funktioniert natürlich am besten über die Praxis im Training und Spiel. Wir drücken ihm alle die Daumen und werden ihn ebenso alle auf seinem Weg zurück bestmöglich unterstützen.“ Der Angreifer ist guter Dinge und glaubt an den Klassenerhalt. „Wir stehen zwar mit dem Rücken zur Wand. Doch werden wir alles reinhauen. Die drei noch ausstehenden Spiele sind extrem wichtig. Wenn wir in diesen Partien punkten, sieht die Welt anders aus. Alle wissen, worum es geht“, so Dippert und will nach der Seuchenzeit möglichst seinen Teil zum angepeilten Ligaverbleib beitragen.