24. Juli 2020 / 18:35 Uhr

Ex-Bayern-Star Sandro Wagner bestätigt Vertragsauflösung in China: "Angst, zu reisen"

Ex-Bayern-Star Sandro Wagner bestätigt Vertragsauflösung in China: "Angst, zu reisen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sandro Wagner hat seinen Vertrag bei Tianjin Teda aufgelöst.
Sandro Wagner hat seinen Vertrag bei Tianjin Teda aufgelöst. © imago images/Imaginechina
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Das China-Abenteuer von Sandro Wagner ist nach Angaben des ehemaligen deutschen Nationalspielers vorzeitig beendet: Gegenüber der "Bild" hat der 32-Jährige bestätigt, seinen Vertrag bei Tianjin Teda aufgelöst zu haben.

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Einst bezeichnete er sich selbst als "Deutschlands bester Stürmer" - jetzt ist er vertragslos. Sandro Wagner hat seinen Vertrag beim chinesischen Erstliga-Klub Tianjin Teda aufgelöst. Das bestätigte der ehemalige Nationalspieler gegenüber der Bild. "Unter den aktuellen Umständen habe ich Angst, nach China zu reisen", begründete der 32-Jährige sein Aus in Fernost. Aufgrund der noch immer vorherrschenden Corona-Krise wolle er seine Familie nicht allein in Deutschland lassen. "Ich hatte tolle 18 Monate in China und bin dankbar für die Erfahrungen, die ich machen durfte. Aber ich habe daheim eine Familie mit mittlerweile vier Kindern", so Wagner, der seit Anfang des Jahres nach Ausbruch des Virus in China wieder in Deutschland lebt.

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Der ehemalige Bundesliga Top-Stürmer spielte im Laufe seiner Karriere für sieben deutsche Vereine, zuletzt von Januar 2018 bis Januar 2019 für seinen Jugendklub, den FC Bayern München. Außerdem zählen der MSV Duisburg, Werder Bremen, der 1. FC Kaiserslautern, Hertha BSC, Darmstadt 98 und die TSG Hoffenheim zu seinen Stationen. Im Kraichgau reifte Wagner unter Trainer Julian Nagelsmann zum Nationalspieler. Als er von Bundestrainer Joachim Löw nicht für die WM 2018 nominiert wurde, beendete er seine internationale Karriere nach nur acht Länderspielen, in denen er fünf Tore schoss.

Wagner über finanziellen Verlust: "Es gibt Wichtigeres im Leben"

Von der Ersatzbank des FC Bayern München wechselte Wagner im Winter 2018/19 dann schließlich für die Ablöse von 5 Millionen Euro nach China. Bei Tianjin Teda schoss er in 26 Spielen zwölf Tore. Nun ist das Kapitel laut dem Mittelstürmer beendet - und das ein Jahr vor Ende des eigentlich noch bis 2021 laufenden Vertrags, der Wagner 15 Millionen Euro netto einbringen sollte. "Mir ist bewusst, dass ich auf einen Teil verzichte - aber es gibt Wichtigeres im Leben", sagt der Deutsche über seinen finanziellen Verlust.

Auf der Internetseite des Klubs verabschiedete sich Wagner von den chinesischen Fußball-Fans: "Es war mir eine Ehre, mit Euch große Siege zu feiern. Mit der Flagge des Klubs vor Euch zu stehen, war eine außergewöhnliche Erfahrung, die ich nie vergessen werde", schrieb der Stürmer. Chinas Fußball-Superliga wird am Wochenende in Turnierform wieder angepfiffen.


Die chinesische Super League nimmt am 25. Juli wieder den Spielbetrieb auf. Obwohl in der Volksrepublik die Corona-Pandemie bereits seit Monaten weitestgehend unter Kontrolle gebracht wurde und es kaum noch Infektionen gibt, ließen sich die Behörden viel Zeit mit der Entscheidung, grünes Licht auch für den Fußball zu geben. Die Liga nur zentral in zwei Städten ausgetragen, nämlich in den chinesischen Metropolen Dalian und Suzhou. Jeweils acht Teams der Liga sind an beiden Orten in Hotels untergebracht und von der Öffentlichkeit komplett abgeschirmt. Erst nach einer separat in beiden Städten ausgetragenen Vorrunde, treten die Finalisten in einer Endrunde gegeneinander an.

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Für Spieler gilt eine strikte Ausgangsperre. Treffen mit der Familie sind tabu. Nicht einmal Essen dürfen sie sich eigenständig in ihre Hotels liefern lassen. "Es ist zwar hart für viele Spieler, dass sie ihre Frau nicht sehen können. Aber wer nicht spielt, verdient auch kein Geld", sagte der chinesische Spielerberater Wang Xiao der dpa.