09. Mai 2020 / 08:38 Uhr

Ex-Biathlon-Ass Laura Dahlmeier beklagt frühen Bundesliga-Neustart: "Pervers oder typisch Fußball"

Ex-Biathlon-Ass Laura Dahlmeier beklagt frühen Bundesliga-Neustart: "Pervers oder typisch Fußball"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Laura Dahlmeier hat ihre Biathlon-Karriere im Jahr 2019 beendet.
Laura Dahlmeier hat ihre Biathlon-Karriere im Jahr 2019 beendet. © imago images/Martin Hoffmann
Anzeige

Weil die Bundesliga am kommenden Wochenende wieder starten darf, wird dem Fußball in der Corona-Krise eine Sonderrolle nachgesagt. Die ehemalige Biathletin Laura Dahlmeier meint, dass dies schon immer so gewesen sei - und nicht nur in der aktuellen Situation.

Anzeige

Die ehemalige Weltklasse-Biathletin Laura Dahlmeier hätte sich einen etwas späteren Neustart der Bundesliga gewünscht. "Ob das jetzt pervers oder einfach typisch Fußball ist, ist schwer zu beurteilen", sagte die siebenmalige Weltmeisterin der Deutschen Presse-Agentur über den Wiederbeginn der Bundesliga und 2. Liga ab 16. Mai. Aber der Fußball habe schon immer eine Sonderrolle gehabt. „Fußball steht über allem. Aus meiner Sicht wäre es gut, wenn man noch ein bisschen warten würde, es muss ja jetzt nicht sofort wieder gespielt werden“, meinte die Doppel-Olympiasiegerin.

Anzeige
Mehr vom SPORTBUZZER

Zuvor hatten einige Spitzensportler wie Speerwerfer Johannes Vetter, Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Ruder-Olympiasieger Karl Schulze die Bevorzugung des Fußballs teils scharf kritisiert. "Wenn dem wirklich so ist, dann verkauft der Staat die Gesundheit des Volkes und der leidenden Menschen an den Fußball. Das ist pervers", sagte Ex-Weltmeister Vetter. Auch Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe monierte: "Fußball ist nicht Nabel der Welt. Aber er scheint in Deutschland eine andere Priorität zu haben als Schulen und Kitas, wie ich als Familienvater gerade erfahre. Hier haben sich die Prioritäten auf nicht nachvollziehbare Weise verschoben."

Olympiasieger Rauhe: "Fußball nicht Nabel der Welt"

Auch Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe monierte: "Fußball ist nicht Nabel der Welt. Aber er scheint in Deutschland eine andere Priorität zu haben als Schulen und Kitas, wie ich als Familienvater gerade erfahre. Hier haben sich die Prioritäten auf nicht nachvollziehbare Weise verschoben."



Internationale Pressestimmen zur Bundesliga-Fortsetzung

Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen zum Bundesliga-Re-Start gesammelt. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die internationalen Pressestimmen zum Bundesliga-Re-Start gesammelt. ©

Dahlmeier, die vor einem Jahr ihre Erfolgskarriere beendet hatte, findet es wichtig, "dass nicht nur die Bundesliga spielt, sondern dass es dann wirklich auch bis in den Nachwuchs rein reicht". Denn es sei schwer zu argumentieren, "wenn kleine Jungs nicht kicken dürfen, aber im Fernsehen kann man wieder Bundesliga anschauen, das steht nicht in Relation".

Zudem müssten parallel zu Fußballspielen "auch andere Sportveranstaltungen wieder laufen dürfen, und man muss runtergehen bis in den Nachwuchs", forderte die 26-Jährige.