04. September 2021 / 17:12 Uhr

Ex-Bundesliga-Klub Energie Cottbus meldet versuchte Spielmanipulation – Klub-Boss Lemke äußert sich

Ex-Bundesliga-Klub Energie Cottbus meldet versuchte Spielmanipulation – Klub-Boss Lemke äußert sich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Energie Cottbus hat den Brandenburger Landesverband über versuchte Spielmanipulation in Kenntnis gesetzt.
Energie Cottbus hat den Brandenburger Landesverband über versuchte Spielmanipulation in Kenntnis gesetzt. © IMAGO/Matthias Koch (Montage)
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Im Vorfeld des Zweitrundenspiels im Landespokal am Samstag zwischen Regionalligist Energie Cottbus und Oberligist Ludwigsfelder FC ist es offenbar zu versuchten Spielmanipulationen gekommen. Darüber unterrichtete Cottbus den Landesverband Brandenburg. Demnach seien mehreren Energie-Spielern "hohe Geldsummen" angeboten worden.

Regionalligist FC Energie Cottbus hat den Fußballlandesverband Brandenburg über versuchte Spielmanipulationen unterrichtet. Vor der Partie in der zweiten Runde des Landespokals beim Nordost-Oberligisten Ludwigsfelder FC am Samstag, die Cottbus mit 2:0 gewann, seien mehreren Energie-Spielern "hohe Geldsummen" angeboten worden – als Gegenleistung für "einen entsprechenden Verlauf" des Spiels. Das teilte Cottbus am Samstag mit.

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Die betroffenen Spieler haben die Angebote zur Manipulation dem Verein mitgeteilt, der dann sowohl den Landesverband als auch den Ludwigsfelder FC informierte. Cottbus kündigte an, den "Ermittlungsbehörden sämtliche Informationen zur strafrechtlichen Verfolgung zur Verfügung stellen".

In Bildern: Energie Cottbus siegt gegen den Ludwigsfelder FC mit 2:0.

Der FC Energie Cottbus (blaue Trikots) siegt in der zweiten Runde des AOK-Landespokals mit 2:0 (1:0) beim Ludwigsfelder FC. <b>Ludwigsfelder FC - FC Energie Cottbus 0:2 (0:1). Tore:</b> 0:1 Hasse (36.), 0:2 Zografakis (65.). <b>Zuschauer:</b> 517. Zur Galerie
Der FC Energie Cottbus (blaue Trikots) siegt in der zweiten Runde des AOK-Landespokals mit 2:0 (1:0) beim Ludwigsfelder FC. Ludwigsfelder FC - FC Energie Cottbus 0:2 (0:1). Tore: 0:1 Hasse (36.), 0:2 Zografakis (65.). Zuschauer: 517. © Benjamin Feller

Im Anschluss an die Partie in Ludwigsfelde äußerte sich Energie-Präsident Sebastian Lemke gegenüber dem SPORTBUZZER zum Vorgang: "Wir haben dem FLB gemeldet, dass unsere Spieler angeschrieben wurden, dass da Angebote kamen. Wir haben mit dem FLB durchgesprochen, was passiert ist, welche Zahlen im Raum stehen, und haben mit dem FLB entschieden, es öffentlich zu machen, weil wir auch gar keine Luft ranlassen wollen." Aus welchem Umfeld die Angebote kamen, wusste er nicht. Die Zahlen, die im Raum standen, werden nicht veröffentlicht und sind Bestandteil des Ermittlungsprozesses.

Ludwigsfelder Präsident Marcel Penquitt über Vorfall: "Wir verurteilen das auf das Schärfste"

LFC-Präsident Marcel Penquitt erreichte am Samstagmorgen am Frühstückstisch ein Anruf von Brandenburger Fußball-Landesverbandschef (FLB) Jens Kaden. "Da wusste ich noch nichts. Im Anschluss habe ich mit Anne Engel telefoniert (FLB-Geschäftsführerin, d. Red.), die mich aufgeklärt hat. Danach habe ich dann auch mit Sebastian Lemke gesprochen und das weitere Vorgehen besprochen", erzählte Penquitt auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

So habe die Durchführung des Spiels kurzzeitig auf der Kippe gestanden. "Aber Energie, der FLB und wir haben dann relativ schnell entschieden, dass der betroffene Energie-Spieler nicht spielt und wir die Partie durchführen", sagte Penquitt. Kurzzeitig habe man auch erwogen, vor dem Spiel eine gemeinsame Presseerklärung zu verlesen, "aber das haben wir dann verworfen, weil das für zu große Unruhe gesorgt hätte", erklärte der LFC-Präsident. Die LFC-Spieler seien vor dem Spiel nicht informiert gewesen, beim gemeinsamen Frühstück drei Stunden vor dem Spiel habe man das Thema bewusst unter dem Deckel gehalten.

Die Presseerklärung von Energie habe auch er vor der Veröffentlichung gesehen. "Wir hatten gesagt, dass wir die Öffentlichkeit vor dem Anpfiff informieren wollen, damit bei einer möglichen Niederlage von Energie jeglichem Gesprächsstoff die Luft entzogen wird", erklärte Penquitt den Zeitpunkt der Veröffentlichung von Energie. Penquitt erklärte, dass er solch einen Vorfall noch nie erlebt habe. "Wir verurteilen das auf das Schärfste, das ist unterste Schublade, das hat mit Fußball absolut nichts zu tun", sagte er.