14. Oktober 2020 / 08:44 Uhr

Ex-Dynamo Dresdens Soufian Benyamina: In Lübeck „wollen wir eklig sein“

Ex-Dynamo Dresdens Soufian Benyamina: In Lübeck „wollen wir eklig sein“

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Mit dem VfB Lübeck empfängt Soufian Benyamina am Sonnabend seinen Ex-Verein Dynamo.
Mit dem VfB Lübeck empfängt Soufian Benyamina am Sonnabend seinen Ex-Verein Dynamo. © imago images/Hübner
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Ex-Dynamo Soufian Benyamina möchte der Sportgemeinschaft am Wochenende mit dem VfB Lübeck das Leben schwer machen.

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Lübeck/Dresden. Satte 240 Drittliga-Spiele in Deutschland hat er schon absolviert, dabei 62 Tore geschossen: Soufian Benyamina gehört mit 30 Jahren zweifellos zu den erfahrenen Spielern in dieser Liga. Nach zwei Jahren in der polnischen Ekstraklasa, wo er 25 Spiele für Pogon Stettin bestritt, ist der Berliner seit Sommer zurück in Deutschlands dritthöchster Liga und erwartet nun am Sonnabend (14 Uhr) mit Aufsteiger VfB Lübeck seinen Ex-Verein Dynamo Dresden. Vorab sprach der SPORTBUZZER mit dem 1,90 Meter großen Stürmer, dem jüngeren Bruder von Karim Benyamina.

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Frage: Seit Sommer kicken Sie an der Trave. Wie kam es dazu?

Benyamina: Nachdem ich meinen Vertrag bei Pogon aufgelöst hatte, war ich auf dem Markt. Lübeck hat einen Stürmer gesucht, da hat das ganz gut gepasst.

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Über den polnischen Profifußball ist hierzulande relativ wenig bekannt. Was haben Sie aus der Zeit in Stettin mitgenommen?

Es war interessant, auch mal eine andere Station im Ausland kennenzulernen. Es waren bis in meine Heimatstadt Berlin mit dem Auto zwar nur anderthalb Stunden, aber die Mentalität in Stettin ist eine andere. Es gibt dort auch viele internationale Spieler und die Chance, mit der Mannschaft um Startplätze im internationalen Geschäft zu spielen. Das war schon was anderes.

Wie würden Sie das Niveau der Ekstraklasa im Vergleich zu den deutschen Ligen einschätzen?

Ich würde es mit dem der 2. Liga auf einer Ebene sehen, das Niveau ist höher als in unserer 3. Liga. Das sagen auch viele andere Spieler aus Deutschland, die in der höchsten polnischen Liga gespielt haben.

In Deutschland haben Sie auch schon in der 2. Liga gekickt. Welche Erinnerungen haben Sie an das halbe Jahr bei Dynamo in der Saison 2013/14?

Das ist auch schon wieder länger her, aber ich kann mich daran erinnern, dass es ein chaotisches oder zumindest kein gutes halbes Jahr für mich und die Mannschaft war. Wir sind relativ schnell in den Abstiegskampf reingerutscht. Trainer Peter Pacult, der mich geholt hatte, wurde frühzeitig entlassen. Ich habe mich dann im Winter nach Münster ausleihen lassen, den Klassenerhalt hat Dynamo später leider nicht geschafft. Von den Fans, vom Stadion war das für mich schon beeindruckend, aber sonst lief es nicht so gut.

Ihre Konkurrenz mit Zlatko Dedic, Mikael Poté oder Mohamed Amine Aoudia war damals auch recht groß, oder?

Ja, aber das Problem war, dass wir schnell im Abstiegskampf steckten. Trainer Olaf Janßen hatte dann auch den Druck, dass er die erfahrenen Spieler ran lassen musste, weil die Fans etwas anderes nicht verstanden hätten. Ich war noch ein junger Spieler, das war nicht meine Zeit.

Sind aus dieser kurzen Zeit noch Verbindungen nach Dresden geblieben?

Mit dem ehemaligen Mannschaftsleiter Martin Börner schreibe ich noch ab und zu, er ist jetzt aber auch nicht mehr bei Dynamo. Mit Maik Hebenstreit, dem ehemaligen Zeugwart, habe ich auch noch ein bisschen Kontakt. Mit ,Fielo’ (Cristian Fiel/d. Red.) und mit Tobias Lange, der nach wie vor als Physiotherapeut bei Dynamo arbeitet, gibt es den ebenfalls noch.

Am Sonnabend geht es nun mal wieder gegen Dynamo. Was rechnet man sich beim Tabellenvorletzten gegen die Dresdner aus?

Wir wissen natürlich, dass Dynamo Ansprüche hat und dass es ein sehr, sehr schwieriges Spiel für uns wird. Aber zu Hause wollen wir eklig sein, Dynamo so viele Probleme bereiten, wie in unserer Macht steht. Natürlich wollen wir auch Punkte holen.