15. April 2020 / 09:50 Uhr

Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter überrascht mit Vorschlag: WM 2022 in den USA statt in Katar

Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter überrascht mit Vorschlag: WM 2022 in den USA statt in Katar

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter schlägt vor, die WM 2022 ersatzweise in den USA auszutragen.
Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter schlägt vor, die WM 2022 ersatzweise in den USA auszutragen. © Getty Images
Anzeige

Die WM-Vergabe an Katar rückt nach Ermittlungen der US-Justiz in ein immer düsteres Licht. Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter hat nun einen überraschenden Vorschlag geäußert: Das Turnier könne ersatzweise in den USA stattfinden.

Anzeige

Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter hat mit einem überraschenden Vorschlag über die Austragung der WM 2022 für Aufsehen gesorgt. Der 84 Jahre alte Ex-Funktionär bringt die USA als Ersatz-Gastgeber für das Turnier in zwei Jahren ins Gespräch. Der Grund: derzeit laufen Ermittlungen, in denen dem eigentlichen Gastgeber Katar bei der WM-Vergabe 2010 Stimmenkauf vorgeworfen wird. "Die USA könnten es statt 2026 machen, die schaffen das, es ist ja keine große Hexerei, und sie haben schon Erfahrung als WM-Gastgeber 1994", sagte Blatter im Interview der Sport Bild.

Anzeige
Mehr vom SPORTBUZZER

Die übernächste Weltmeisterschaft soll in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko stattfinden - doch der Schweizer ist sich sicher, dass die USA schon jetzt bereit ist. "Auch Japan wäre ein Kandidat, sie haben sich damals um die WM 2022 beworben", betonte Blatter. Die WM im Golf-Emirat werde aber eher nicht nach Europa verlegt. „Auch Deutschland könnte das machen“, betonte Blatter. „Dann würde die WM nach 2018 aber zwei Mal in Folge in Europa stattfinden, Europa wäre deshalb nicht die erste Wahl“, meinte der 84-Jährige.

Allerdings sei die Suche nach einem Ersatz-Gastgeber nur im Ausnahmefall nötig. "Das ist hypothetisch. Die Fifa hat zweimal - einmal, als ich noch am Ruder war, einmal unter Infantino (amtierender FIFA-Boss, d. Red.) - bestätigt, dass die WM in Katar stattfindet. Nur die FIFA kann entscheiden, ob Katar die WM verliert", sagte der Ex-Präsident des Weltverbands.

Beckenbauer bis Warner: Elf Köpfe im Sommermärchen-Skandal

Franz BECKENBAUER (71): Der Imageschaden ist enorm, der einstige deutsche Fußball-Kaiser schon lange nicht mehr unantastbar. Als Chef des Organisationskomitees steht er in der Hauptverantwortung – und kann einen Geldfluss in Millionenhöhe von seinem Konto nicht schlüssig erklären. Stattdessen überrascht sein Geschäftsverhalten, „immer alles einfach unterschrieben“ zu haben. Ein Verfahren gegen ihn in der Schweiz wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs läuft. Dass er für das vermeintliche Ehrenamt über einen Werbedeal von DFB und OK 5,5 Millionen Euro kassierte, lässt Beckenbauer in der öffentlichen Gunst weiter sinken. Zur Galerie
Franz BECKENBAUER (71): Der Imageschaden ist enorm, der einstige deutsche Fußball-Kaiser schon lange nicht mehr unantastbar. Als Chef des Organisationskomitees steht er in der Hauptverantwortung – und kann einen Geldfluss in Millionenhöhe von seinem Konto nicht schlüssig erklären. Stattdessen überrascht sein Geschäftsverhalten, „immer alles einfach unterschrieben“ zu haben. Ein Verfahren gegen ihn in der Schweiz wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs läuft. Dass er für das vermeintliche Ehrenamt über einen Werbedeal von DFB und OK 5,5 Millionen Euro kassierte, lässt Beckenbauer in der öffentlichen Gunst weiter sinken. © dpa

US-Justiz ermittelt gegen drei Ex-FIFA-Funktionäre

Derzeit laufen Ermittlungen der US-Justiz mit brisanten Vorwürfen. Demnach sollen drei südamerikanische Funktionäre Gelder für ihre Stimme an Katar erhalten haben: Der inzwischen gestorbene Nicolás Leoz, damaliger Chef des südamerikanischen Kontinentalverbands; Ricardo Teixeira, Ex-Fußballchef Brasiliens, der wegen anderer Delikte lebenslang von der FIFA gesperrt wurde; und Julio Grondona, der von 1979 bis zu seinem Tod 2014 Chef des argentinischen Fußballverbands war und hohe Positionen in der FIFA innehatte.


Die Organisatoren der WM 2022 in Katar wiesen Bestechungsvorwürfe deutlich zurück. Man habe sich im Bieterprozess „streng an alle Regeln und Vorschriften gehalten“, teilte das für die WM-Ausrichtung in Katar zuständige Supreme Committee for Delivery and Legacy (SC) am Dienstag mit. „Alle gegenteiligen Behauptungen sind unbegründet und werden heftig bestritten.“