19. August 2016 / 15:54 Uhr

Ex-Glienicker segelt in Rio zu Bronze

Ex-Glienicker segelt in Rio zu Bronze

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Erik Heil (links) und Thomas Plößel.
Erik Heil (links) und Thomas Plößel. © dpa
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Einst kickte Erik Heil für den SC Empor Glienicke, jetzt gewann er eine Olympiamedaille.

Das Segeln stand für Erik Heil stets an erster Stelle. Seine zwei Jahre als Kicker beim SC Empor Glienicke sind da nur eine Episode. „Er ist ein verrückter Sportler und wollte damals unbedingt auch Fußball spielen“, erinnert sich Oliver Tusche, der den Verein einst gründete. Mit Interesse hat er später auch Heils Segelkarriere verfolgt. Sie fand nun mit der olympischen Bronzemedaille im 49er-Boot ihren Höhepunkt.

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Von 2009 bis 2011 schnürte Heil für den SC Empor in der 2. Kreisklasse die Töppen. „Er war ganz gut, hat sogar einige Tore geschossen“, weiß Tusche, der lange Segel-Landestrainer in Berlin war und in dieser Zeit auch Steuermann Heil und seinen Vorschoter Thomas Plößel unter seinen Fittichen hatte. Gratulieren konnte er dem Segelduo noch nicht. „Sie sind da in Rio sehr gut abgeschirmt und haben in der Nacht mit den Hockeyjungs gefeiert“, sagt der Glienicker.

Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus für die beiden Berliner, die früher direkt an der Glienicker Hauptstraße an ihren Booten werkelten und im Tegeler Segelclub trainierten. Den Start vermasselten Heil und Plößel und gaben schon da die Chance auf Silber aus der Hand. „Der Start war krass. Wir haben die Strömung unterschätzt und plötzlich waren wir in einer blöden Position“, hatte Heil, der inzwischen als Sportsoldat in Kiel lebt, nach dem Medaillenrennen in Rios Guanbara-Bucht erklärt. Doch als die auf Bronzekurs liegenden Briten kenterten, zogen die beiden vorbei. Seit 15 Jahren sitzen der 27-jährige Erik Heil und sein ein Jahr älterer Vorschoter in einem Boot. „Das ist ja schon fast wie eine Ehe“, sagt Oliver Tusche, der auch noch weiß, wie Heil vor Jahren in seinem Glienicker Fitnessstudio Gewichte stemmte. Ein Happy-End für Erik Heils ganz persönliche Rio-Geschichte. Bei einer Testregatta hatte er sich dort vor einem Jahr im verunreinigten Wasser eine Infektion an Beinen und Hüfte eingefangen.

Einer, der mit dem Bronzemedaillengewinner beim SC Empor kickte, ist Roland Kerst. „Irgendwann ging es bei ihm dann nur noch ums Segeln“, sagt der heutige Fußball-Abteilungsleiter des BSC Fortuna Glienicke. Aufmerksam habe er die Olympia-Regatten in Rio verfolgt. „Dass Erik und Thomas eine Medaille gewonnen haben, ist eine geile Sache.“

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