03. Januar 2022 / 19:28 Uhr

Ex-Handballer Modrzynski ließ Schiri-Laufbahn für HC Leipzig sausen

Ex-Handballer Modrzynski ließ Schiri-Laufbahn für HC Leipzig sausen

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Tim Modrzynski ist nun NW-Koordinator beim HCL.
Tim Modrzynski beendete zugunsten seiner Trainertätigkeit seine Karriere als Schiedsrichter. © Dirk Knofe
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Trainer und Nachwuchskoordinator und (ehemaliger) Schiedsrichter in Personalunion. Der Leipziger Tim Modrzynski engagiert sich für die Talente vom HC Leipzig.

Leipzig. Fünf Jahre lang machten Tim Modrzynski und Hendrik Herbst als eingespieltes Schiedsrichter-Gespann mit Zukunft die Handballhallen Sachsens „unsicher“. Das vielversprechende Duo stieg innerhalb von vier Jahren dreimal gemeinsam auf. Nicht von ungefähr flatterte für die Talente an der Pfeife eine Einladung in den DHB-Perspektivkader ins Haus, das Sprungbrett in die Bundeliga. Die Beletage ist nicht nur Ziel für aufstrebende Nachwuchswerfer, sondern eben auch für die Spielleiter auf der Platte.

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Tim Modrzynski schlug diese Chance vor einem Jahr aus. Hendrik Herbst hingegen will es bis hoch zur Schiri-Riege ins Oberhaus schaffen. Seither gehen die beiden handballerisch getrennte Wege. „Wir sind nach wie vor Freunde fürs Leben“, so der 23-jährige Tim. Warum lässt sich ein aufstrebendes Schiri-Talent solch eine Gelegenheit entgehen?

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Die Corona-Pandemie brachte den Sachsen zum Nachdenken – über die wenige Freizeit und das intensive Pensum, das er im Normalbetrieb eben ohne Zwangspause fährt. Modrzynski ging seit 2017 parallel dem Trainerdasein beim HC Leipzig nach. „Schiedsrichter und Trainer sein – das ist ein zeitintensives Hobby und passt irgendwann schwer zusammen.“ Er habe gemerkt, wie viel Zeit er investiere. „Und ich wusste, dass es bei mir persönlich tendenziell in die Trainerrichtung geht.“

Modrzynski war selbst Handballer, begann mit dem tollen Sport im beschaulichen Böhlen, war seit der Grundschule am Ball. Der Nachwuchssportler landete beim SC DHfK Leipzig. „Damals noch die Handballakademie Leipzig/Delitzsch“, erklärt der ehemalige Rückraumakteur. Gefördert wurden die besten Talente aus Sachsen und der Region. Modrzynski trainierte unter André Haber, der damals als Athletiktrainer seine ersten Schritte beim hiesigen Bundesligisten machte. Eine Verletzung am Knie bremste den Handballer auf der Königsposition aus. „Ganz so talentiert wie andere war ich auch nicht“, gibt er schmunzelnd zu. Ein Angebot, Trainer Harald Wittig zu assistieren, schlug er aus. Er wollte weiterhin mit Spaß an der Freude auf der Platte aktiv bleiben und ging zunächst als Freizeitspieler zurück nach Böhlen.

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Entscheidung für den Trainer-Job

Bevor er bei den HCL-Frauen landete, ging er ohne Ambitionen und Hintergedanken einer neuen Aufgabe nach. Hobby-Schiris werden immer gebraucht. Irgendjemand Freiwilliges wird immer gefunden. Modrzynski war einer unter ihnen. So begann seine zweite Karriere auf der Platte. Seit seinem 16. Lebensjahr pfiff sich der junge Mann von unteren lokalen Spielklassen auf die Landesebene hoch. „Ich habe viel Zeit in der Halle beim SC DHfK verbracht.“ Nebenbei legte er 2017 beim HC Leipzig los. Diese Doppelbelastung empfand er nicht als solche – er machte es gern.

Dann grätschte Corona dazwischen und beeinflusste seine Entscheidung für den Trainer-Job. Derweil betreut er beim Leipziger Zweitligisten die B-Juniorinnen, die in der Regionalliga eine gute Rolle spielen. Die Mannschaft weiterentwickeln zu dürfen, sei ein Privileg, schwärmt der 23-Jährige.

Seit der vergangenen Saison hat er zudem das Amt des Nachwuchskoordinators beim HCL inne. Heißt: Betreuung der Spielerinnen und Trainer, Kommunikation und Arbeit mit den Sportschulen und Talentsuche. Zusätzlich brütet Modrzynski im sechsten Semester über seinem Lehramtsstudium für Deutsch und Geschichte. Auch das wolle er nicht vernachlässigen. Zeitintensiv ist und bleibt sein Tun und Wirken weiterhin.

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