15. Dezember 2020 / 12:28 Uhr

Ex-Hansa-Profi Krauße: Rostock hat mich zu dem gemacht, was ich bin

Ex-Hansa-Profi Krauße: Rostock hat mich zu dem gemacht, was ich bin

Christian Falkenberg
Ostsee-Zeitung
Der Ingolstädter Robin Krauße – hier beim Spiel gegen Hansa am 20. Februar neben Nils Butzen.
Der Ingolstädter Robin Krauße – hier beim Spiel gegen Hansa am 20. Februar neben Nils Butzen. © imago images/Eibner
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Vor dem Spiel am Mittwoch zwischen einem FC Ingolstadt und dem FC Hansa Rostock erinnert sich der Profi an seine Zeit an der Küste.

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Robin Krauße mag Tattoos. Und Tattoos haben oftmals für diejenigen, die sie tragen, eine besondere Bedeutung. Spricht man den Profi vom FC Ingolstadt auf die Tätowierung am Handgelenk an, die die Silhouette der Hansestadt Rostock zeigt, kommt der Mittelfeldspieler gleichermaßen ins Schwärmen und Grübeln.

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Fünf Jahre lebte er in Rostock, kam 2010 in die B-Jugend des FC Hansa Rostock, lebte mit „komplett fußballbekloppten Kerlen“ im Internat von Hansas Nachwuchsakademie, wurde unter Roland Kroos in der A-Jugend Vizemeister. Krauße reifte zum Jungprofi und erlebte im selben Jahr, was es bedeutet, Fußballprofi beim FC Hansa Rostock zu sein.

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„Es war damals eine Achterbahnfahrt. Zum Ende der Hinrunde waren wir mit Andreas Bergmann Tabellendritter der 3. Liga und schieden ausgerechnet an meinem Geburtstag gegen Neubrandenburg im Landespokal aus – unfassbar“, resümiert Krauße.

Der gebürtige Rudolstädter ist in Rostock erwachsen geworden. „Wenn man so jung aus seiner Heimat in Thüringen wegzieht, noch dazu an die Küste, dort sein Abitur macht, den Führerschein erlangt und seinen ersten Profivertrag unterschreibt, dann kann man schon sagen, dass mich Rostock zu dem gemacht hat, was ich bin“, sagt der 26-Jährige.

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Tränen der Enttäuschung: Hansa-Trainer Marco Kostmann tröstet Abwehrspieler Kevin Schöneberg. ©

2015 trennten sich dann die Wege zwischen dem immer aufopferungsvoll kämpfenden Thüringer und dem Klub an der Ostsee. „Es war schon komisch damals, wie das alles endete. Nach dem Klassenerhalt, den wir damals trotz Niederlage in Dresden geschafft hatten, sollte ich auf einmal nur noch überwiegend für die U 23 auflaufen, inklusive Gehaltsverzicht. Da machte ich mir natürlich Gedanken, wofür ich in den Jahren immer die Knochen hingehalten habe“, erinnert sich Krauße. Und dabei hatte der damals 21-Jährige mit Hansa fast alles erlebt. „Lediglich der Aufstieg mit Hansa fehlt mir, sonst kenne ich alles“, schmunzelt der jetzige Schanzer.

Es folgte der Wechsel zu Carl Zeiss Jena, die damals in der Regionalliga spielten. Während der Aufstiegssaison wechselte Krauße 2016 nach Paderborn. Dort war zunächst Stefan Effenberg sein Trainer. Später übernahm mit Steffen Baumgart ein Ex-Hanseat das Ruder. Einen weiteren sportlichen Aufstieg gab es seit seinem Wechsel zum FC Ingolstadt im Jahr 2018 noch nicht zu feiern, wenngleich die Schanzer im vergangenen Sommer dicht dran waren. Doch sie scheiterten schließlich in der Relegation knapp am 1. FC Nürnberg.

Auch in dieser Saison spielt Krauße in Ingolstadt in der 3. Liga oben mit. Er sieht gute Chancen, dass es in diesem Jahr klappen wird. „Wir brauchen nicht drum herumzureden: Hier in Ingolstadt sind die Ambitionen groß. Klar wollen wir aufsteigen, am liebsten direkt“, betont der Mittelfeldspieler.

Dass es nun gegen seine „alte Liebe“ von der Ostsee geht, versucht Krauße auszublenden. Eine Spitze gegen die ehemaligen Kollegen kann er sich dann aber doch nicht verkneifen: „Hansa kann gerne aufsteigen. Das Potenzial und spielerische Niveau haben sie. Aber sie müssen leider nach uns durchs Ziel kommen.“

Einen taktischen oder konditionellen Vorteil durch den Spielausfall gegen Zwickau sieht Robin Krauße nicht. „Es muss nicht immer von Vorteil sein, wenn einem die Punktspielbelastung fehlt. Hier in der Liga wird einem nichts geschenkt.“

Insgeheim wünscht sich Krauße, der einen 2:0-Sieg seiner Schanzer prophezeit, dass er mal wieder als Torschütze auf der Anzeigetafel steht. Die Chancen dafür stehen gut. Sein letztes Tor erzielte er vor fast genau einem Jahr – gegen Carl Zeiss Jena, einen seiner Ex-Klubs.