05. August 2021 / 14:39 Uhr

Ex-Kapitän Hüsing freut sich auf erstes Wiedersehen mit Hansa Rostock

Ex-Kapitän Hüsing freut sich auf erstes Wiedersehen mit Hansa Rostock

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Oliver Hüsing mit Hansa-Fans
Oliver Hüsing mit Hansa-Fans © LUTZ BONGARTS
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Oliver Hüsing verbindet immer noch viel mit dem Koggenklub. Er komme aber nicht, "um Freundlichkeiten auszutauschen", sagt der Defensivspezialist vor dem DFB-Pokalspiel seines 1. FC Heidenheim in Rostock.

Zwei Jahre nach Ihrem Abschied kehren Sie erstmals nach Rostock zurück. Wie ist Ihre Gemütslage?

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Ich glaube, es ist bekannt, dass Hansa Rostock für mich ein sehr besonderer Verein ist. Die Zeit bei Hansa, sowohl das erste Mal (2015/ d. Red.) als auch das zweite Mal (2017-19) war eine sehr besondere, wichtige Zeit in meiner Karriere.

Wie war Ihre Reaktion nach der Auslosung?

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Ich habe mich gefreut. Wir waren im Trainingslager und haben zusammen mit ein paar Jungs bei den Physios auf dem Zimmer geguckt. Da war die Stimmung erst mal ein bisschen aufgeheizt, als das Los kam. Und dann musste ich erst mal ganz schnell ans Handy, weil die Nachrichten nur so reinkamen. Julian Riedel war der Erste.

Sie sind seit gemeinsamen Hansa-Zeiten gut befreundet, herrscht derzeit Funkstille?

Normalerweise sprechen oder schreiben wir jede Woche miteinander, in dieser Woche tatsächlich noch nicht. Ich denke, es ist gut, wenn man vor so einem Spiel den Kontakt ein bisschen reduziert. Es geht ja doch um einiges, und jeder sollte sich auf seine Mannschaft und seinen Verein konzentrieren.

Waren Sie seit ihrem Wechsel in Heidenheim wieder mal in MV?

Es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich wieder in Rostock bin, das war mir gar nicht so bewusst. Aber die Drähte sind schon noch da. Mit Juli (Julian Riedel) ist der Kontakt nach wie vor sehr intensiv. Auch mit ehemaligen Rostockern, die nicht mehr für Hansa spielen, bin ich in Verbindung. Relativ viel Kontakt habe ich vor allem mit Mitgliedern aus dem Staff und der Geschäftsstelle. Einen guten Draht habe ich auch mit dem Coach, wir tauschen uns ab und zu mal aus.

So schlug sich der FC Hansa in der 1. Runde des DFB-Pokals seit 2000!:

<b>27. August 2000, SC Paderborn – FCH 1:2:</b> Mit viel Mühe setzte sich die Kogge gegen die Paderborner durch. Nach Rückstand trafen Kreso Kovacec (rechts im Bild) und Peter Wibran für Hansa. Zudem kassierten die Rostocker zwei Gelb-Rote Karten (Marcus Lantz und Steffen Baumgart). Beim SCP spielte Ex-Hansa-Coach Pavel Dotchev mit. Zur Galerie
27. August 2000, SC Paderborn – FCH 1:2: Mit viel Mühe setzte sich die Kogge gegen die Paderborner durch. Nach Rückstand trafen Kreso Kovacec (rechts im Bild) und Peter Wibran für Hansa. Zudem kassierten die Rostocker zwei Gelb-Rote Karten (Marcus Lantz und Steffen Baumgart). Beim SCP spielte Ex-Hansa-Coach Pavel Dotchev mit. ©

Wie haben Sie die Entwicklung bei Hansa verfolgt?

Sehr intensiv. Wenn es möglich war, habe ich mir in der Vergangenheit jedes Spiel angeguckt. In der vorletzten Saison habe ich mir die Auswärtsspiele in Ingolstadt und Großaspach im Stadion angesehen, letzte Saison hat es leider nicht gepasst.

Hansas Zweitligarückkehr nach so vielen Jahren hat Sie sicher nicht kalt gelassen.

Ich habe mich riesig gefreut, es war ein hochverdienter Aufstieg. Es war wirklich an der Zeit, das haben sich der Verein, das Umfeld, die ganze Region einfach verdient. Juli hat mich nach dem Lübeck-Spiel per Facetime live mit auf die Party in der Loge genommen. Es war schön, einigen auf diesem Weg gratulieren zu können.

Wie schätzen Sie die aktuelle Mannschaft ein?

Ich habe bisher noch kein Spiel komplett gesehen, aber Hansa hat sich definitiv sehr gut verstärkt. Es ist eine total fitte Mannschaft, die gutes Pressing spielt und defensiv sehr kompakt steht. Das ist die Handschrift von Trainer Jens Härtel. Offensiv hat man Qualität dazu geholt mit Spielern, die in der Lage sind, Tore zu schießen. Das haben sie in Hannover eindrucksvoll bewiesen. Es wird am Sonntag eine große Aufgabe für uns.


Sie waren Kapitän und Publikumsliebling in Rostock, Sie dürfen mit einem herzlichen Empfang rechnen.

Ich habe absolut keine Ahnung, ob ich mit Applaus begrüßt werde, das weiß ich wirklich nicht. Auf jeden Fall freue ich mich auf das Spiel und darauf, wieder ins Ostseestadion einzulaufen und die Atmosphäre aufzusaugen. Klar ist aber auch: Ich bin an dem Tag nicht da, um Freundlichkeiten auszutauschen, sondern ich will mit meinem Verein, mit meiner Mannschaft gewinnen und eine Runde weiterkommen. Um nichts anderes geht es.

Ihre Mannschaft ist gut in die neue Saison gekommen, einen Tick besser als Hansa.

Von den Ergebnissen her war es definitiv ein guter Start. Wir haben gegen Paderborn (0:0) einen ordentlichen Auftritt gezeigt. Gegen Ingolstadt (2:1) war es keine gute Leistung, so ehrlich müssen wir sein. Da haben wir glücklich gewonnen. Deshalb wollen wir am Sonntag eine Reaktion zeigen.

Heidenheim hat den Bundesligaaufstieg vor einem Jahr in der Relegation knapp verpasst. Ist er in dieser Saison ein konkretes Ziel?

Es wäre vermessen, wenn man in dieser Liga mit dieser Konkurrenz sagen würde: Wir wollen aufsteigen. Das ist definitiv nicht unser Ziel. Es hört sich immer so platt und langweilig an, aber wir sagen uns jedes Mal nichts anderes als: Lasst uns erst mal möglichst viele Spiele gewinnen und Punkte sammeln. Je länger die Saison dauert, desto mehr kann man schauen, in welche Richtung es geht. Alles andere ist zum jetzigen Zeitpunkt für uns absolut kein Thema.

Was ist das Erfolgsgeheimnis des süddeutschen FCH?

Wir haben ein absolut stabiles Umfeld um den Verein herum, aber insbesondere auch im Verein. Die handelnden Personen sind seit vielen Jahren da tätig. Es herrscht einfach eine wahnsinnige Kontinuität, das gibt dem Verein eine außergewöhnlich gute Stabilität. Die Mentalität, die Arbeitseinstellung ist ein wichtiger Faktor: Hier wird jeden Tag hochprofessionell mit einhundert Prozent gearbeitet, mit dem absoluten Siegeswillen, mit dem Willen, sich jeden Tag zu verbessern. Das ist schon beeindruckend, gerade wenn man unseren Trainer Frank Schmidt sieht, der in seine 15. Saison geht. Gefühlt brennt er von allen auf dem Platz jeden Tag am meisten.